In einer nicht allzu fernen Zukunft kämpfen nach einem Seebeben einige Wissenschaftler in der Tiefe des Pazifiks um ihr Überleben. Wir wissen mehr über den Mars als über das, was in der Tiefsee verborgen sein könnte. Denn sie sind nicht allein.
Story/Inhalt
Norah Price ist Ingenieurin in einer Forschungs- und Bohranlage am Grund des Mariannengrabens. Sie leidet unter psychischen Belastungsstörungen aufgrund der Isolation und des Drucks. So entgeht ihr beinahe die Veränderung der Umgebung nach einem Erdbeben, ausgelöst von einer Bohrung. Ein Teil der Station wird zerstört und die allgemeine Evakuierung befohlen.
Zusammen mit zwei anderen Überlebenden erreichen sie die Evakuierungsstation, in der sie Captain Lucien antreffen. Alle anderen Überlebenden wurden mit Notfallkapseln evakuiert, nur sie sind noch übrig. Allerdings sind alle funktionierenden Kapseln weg. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als mit Druckanzügen zu einer anderen Station ihrer Anlage zu gehen. Beschädigte Ausrüstung und Nachbeben erschweren die Aktion und führen zum Tod eines weiteren Mitglieds. Als sie eine Rettungskapsel entdecken, die es nicht geschafft hat, hoch genug zu steigen, werden sie von einer seltsamen Kreatur angegriffen. Sie sind nicht allein hier unten.
Die Zeit wird knapp, die Ausrüstung könnte jederzeit ausfallen, und immer mehr Kreaturen machen Jagd auf die Überlebenden.
Schauspieler
Kristen Stewart (Twilight, Spencer) spielt die Ingenieurin Norah Price. Etwas rau und wenig kollegial hält sie sich nicht lange mit dem Bullshit der anderen Überlebenden auf. Sie weiß, welche Risiken hier lauern, und dass die Zeit gegen sie arbeitet.
Captain Lucien sieht das genauso wie Norah. Aufgrund seines gebrochenen Arms war er ohnehin in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Als zu wenig Rettungskapseln zur Verfügung standen, blieb er zurück und versuchte, die anderen Überlebenden sicher zur anderen Station zu bringen. Als sie angegriffen werden, opfert er sich damit Norah nicht einen sinnlosen Versuch unternimmt ihn möglicherweise retten zu können. Gespielt wird Captain Lucien von Vincent Cassel (Die drei Musketiere – Milady).
Die anderen (vorerst) Überlebenden spielen Mamoudou Athie (Jurassic World – ein neues Zeitalter), TJ Miller (Deadpool, Deadpool 2), John Gallagher Jr. (10 Cloverfield Lane), Jessica Henwick (Love and Monsters) und Fiona Rene (The Lincoln Lawyer).
Die Kreaturen wurden von Amanda Troop (Spiderman – Into the Spiderverse) synchronisiert.
Regie
William Eubank ist ein erfahrener Kameramann, der auch als Autor in seinen eigenen Filmen auftritt. Sein erster Film „Love“ wurde durchschnittlich aufgenommen, 2014 folgte „The Signal“, der als Science-Fiction Genrefilm ebenfalls ein Insidertipp blieb. Mit „Land of Bad“ aus dem Jahr 2024 versuchte er sich an einem Actionfilm über eine Spezialeinheit, die im Drogenkrieg hinter feindlichen Linien abstürzt.
Alle seine Projekte erhielten durchzogene Kritiken – teilweise mit Lob. Oft wird die mangelnde Kreativität der Geschichten bemängelt, obwohl in „The Signal“ und bei „Underwater“ die Genreeinflüsse einen großen Anteil am Gesamtfilm ausmachen. Genaueres dazu in der Nachbearbeitung.
Nachbearbeitung
Die Emotion und der Druck (nicht nur Wasserdruck), der auf den Forschern und Arbeitern lastet, wird gut eingefangen. Nur einige Meter Stahl trennen sie vor einem brutalen Tod. Überall tropft Kondenswasser von der Decke, die vorherrschenden Farben sind grau, braun und schwarz. In den wenigen Fenstern (die als Strukturschwächen gesehen werden können) sieht man nur Schwarz, sofern keine Außenlampen aktiv sind. Über 10.000 Meter unter der Wasserfläche ist natürlich nichts anderes zu erwarten.
Norah scheint zu Beginn depressiv und leidet unter Halluzinationen, die auf die Isolation zurückzuführen sein dürften. Doch als sie die Veränderungen und ersten Erschütterungen spürt, schaltet die Ingenieurin auf Krisenmodus. Sie holt die anderen Überlebenden zu sich und schleust sie nach dem Evakuierungsplan zum Sammelpunkt. Dort übernimmt einige Aufgaben Captain Lucien, doch der Fokus der Aufgabe ruht auf ihr. Der andere Ingenieur unterstützt sie, und obwohl er bei der Prüfung der Anzüge vermutet, dass sein Helm beschädigt ist, nimmt er am Außeneinsatz teil. Dort implodiert er als sein Helm unter dem Druck nachgibt. Bis hierhin hält sich der Film an das, was zu erwarten wäre.
Wir wissen mehr über den Weltraum und die Oberfläche des Mars als über die Weltmeere. Nach optimistischen Schätzungen sind uns 5% der Meeresflora- und Fauna bekannt, mehrheitlich an und in der Nähe der Oberfläche. Die Tiefsee ist ein Mysterium, in der fortlaufend neue Spezies entdeckt werden. So ist es wenig verwunderlich, dass bei einer dauerhaften Besiedelung des Meeresbodens früher oder später etwas entdeckt wird, das wir nach heutigem Verständnis als „fremd“ bezeichnen müssen.
Doch nach dem Fund der Rettungskapsel mit einer Leiche, wandert Underwater in den Bereich Fantasy ab. Die Kreatur, die an der Leiche knabbert, greift die Überlebenden sofort an und ist nur eine Vorhut für eine ganze Meute. Die ganzen Nachbeben sind auch eine Vorankündigung für die größte Kreatur, die durch die Bohrung erwacht ist und sich zuerst aus dem Schlick herauskämpfen muss. Spätestens hier sind wir komplett in der High-Fantasy rund um die Welt von H.P Lovecraft – denn hier erwacht Cthulhu.
Musik
Abgesehen von der Hymne von Spongebob Schwammkopf wird nur ein Song von Bonnie X Clyde verwendet.
Filmkritk
Fazit
Einerseits fängt der Film die Zustände für den Aufenthalt am Grunde eines Tiefseegrabens gut ein. Andererseits driftet der Film mit den Kreaturen in die Fantasy ab, was nicht allen gefallen dürfte.



