Regisseur Edgar Wright präsentiert einen Heist-Movie aus der Perspektive des Fluchtwagenfahrers mit Starbesetzung. Wir reisen zurück ins Jahr 2017 mit einem Soundtrack, der noch weiter zurückliegt.
Story/Inhalt
Miles, wegen seines jugendlichen Aussehens von allen nur Baby genannt, ist der beste Fluchtwagenfahrer der Stadt. Der Koordinator der Aufträge „Doc“ hat Miles in der Mangel, nachdem dieser als Jugendlicher seinen Wagen stehlen wollte. Doch endlich hat Miles genug Aufträge ausgeführt, um die Schuld zu begleichen. Allerdings lässt Doc ihn nicht aussteigen, sondern setzt ihn unter Druck, weitere Aufträge auszuführen. Er stellt in Aussicht, dass Miles taubstummer Adoptivvater oder dessen Freundin zu Schaden kommen könnten.
Zusammen mit einer Crew, die aus dem Pärchen Buddy und Darling sowie dem soziopathischen Bats (für Bat Shit Crazy– als total verrückt) besteht, läuft schon die Vorbereitung schief. Beim Waffenkauf identifiziert Bats einen der Verkäufer als Polizisten und erschießt ihn. Der Überfall läuft ebenfalls nicht glatt, sodass Miles/Baby eine Entscheidung treffen muss: er tötet Bats, und zwingt die anderen mit der Polizei an den Fersen zu fliehen. Dann wendet er sich Doc zu, der inzwischen ebenfalls vom Fehlschlag erfahren hat und nun die korrupten Cops an der Backe hat.
Schauspieler
Miles/Baby wird von Ansel Elgort (Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Die Bestimmung-Franchise) gespielt. Nach einem Unfall als Kind leidet er an einem Tinnitus, den er mit seiner Musik übertönt. Als er mit dem Fluchtwagenfahrerberuf aufhören will, zwingt Doc ihn weiterzumachen und bedroht Miles‘ Familie und Freundin. Da hat er sich aber den Falschen ausgesucht: Miles sieht vielleicht wie ein Baby aus, hat in den Jahren als Fluchtfahrer aber viel gelernt.
Doc wird von Kevin Spacey gespielt. Er ist ein Bösewicht aus dem Bilderbuch und reiht sich in Spaceys Rollen in „Sieben“ oder „Die üblichen Verdächtigen“ ein. Doc ist ein schmieriger Typ, der Miles an der kurzen Leine hält und ausnutzt. Als er sich endlich freikaufen kann, will er seine Trumpfkarte natürlich nicht aufgeben und wird vom väterlichen Protegé zum bösartigen Gangster. Da spielte sich jemand eindeutig selbst.
Lily James (Cinderella, Yesterday) spielt die Kellnerin Debora. Vor allem wegen ihr will Miles sein Leben als Fluchtfahrer aufgeben. Sie denkt, er sei Fahrer für reiche Leute. Als sie die Wahrheit erfährt, hält sie trotzdem zu ihm.
Der Dieb Bats wird von Jamie Foxx (Ray, Django Unchained) gespielt. Der Soziopath ist verrückt und skrupellos. Das Pärchen Darling und Buddy wird von Eiza González (Ambulance) und Jon Hamm (Top Gun: Maverick, Mad Men) gespielt. Beim ersten Überfall spielt Jon Bernthal (The Accountant 2, Wind River) den Dieb Griff.
Regie
Edgar Wright nimmt eine typische Fluchtwagenfahrerstory (z.B.: Nur noch 60 Sekunden) und macht einen runden, guten Film über einen Jungen, der einen Fehler gemacht hat, seine Schuld beglichen hat und nun neu anfangen will. Aber die Welt lässt ihn nicht aus ihrem verbrecherischen Griff, also muss er sich den Weg mit seinem fahrerischen Talent bahnen. Dass er an einem Tinnitus leidet, den er bei dem Unfall erlitt, bei dem seine Eltern starben, ist dabei fast schon Nebensache.
Nachbearbeitung
Die Fahreinlagen sind beeindruckend, die Action wohl proportioniert. Der Hintergrund der verschiedenen Beteiligten bei den Überfällen wird in gerade ausreichendem Umfang besprochen bevor die Crew schon loszieht, um ihr Ding zu drehen. Ohne Baby und sein nahezu immer perfektes Timing, würde wohl keiner der Coups ein Erfolg werden.
Musik
Die Musik ist meist auf die Szenen abgestimmt. Miles/Baby hört, um das Pfeifen zu überdecken, wenn möglich immer genau die Musik, die er braucht, um den richtigen Grove zu haben. Das reicht von Jazz über Reggae zu Pop und Softrock. Lionel Ritchie, Isaac Hayes, Queen, Barry White oder die Commodores sind vertreten, ebenso wie Simon & Garfunkel oder Dave Brubeck. Der „Harlem Shuffle“ wird in verschiedenen Varianten gespielt, und aus dem Trailer wurde bereits verraten, dass „Tequila“ von Danny Flores zu Miles Lieblingsstücken gehört.
Filmkritk
Fazit
Gute Story, guter Cast, eine solide Regiearbeit und ein toller Soundtrack. Baby Driver ist kurzweilige Unterhaltung mit Stil. Aber egal wie gut ihr glaubt zu fahren, Baby fährt besser!


