Wenn uns der letzte Film des Franchise eines gelehrt hat, dann: es ist nur ein Scream-Film, wenn Sidney Prescott, sorry: Evans, vom Ghostface-Killer gejagt wird. Ein paar bekannte Gesichter kehren zurück, allerdings wird Sidneys Tochter Tatum hier das erklärte Ziel des Killers.
Story/Inhalt
Das bekannte Haus der Stab-Morde in Woodsboro ist mittlerweile eine Air-B’n’B, das dieses Mal von einem Pärchen gemietet wurde, bei dem der Mann total in die Mordserie vernarrt ist. Bei der Anfahrt hört er den Podcast zur Mordserie, und in dem teilweise als Museum hergerichteten Haus kann er seine Freude kaum bändigen. Das schlägt jedoch schnell um, als eine Attraktion wirklich das Messer schwingt, beide in bester Stab-Manier tötet und danach das Haus in Brand setzt. Ghostface ist zurück und will das Kapitel endlich schließen!
Sidney Evans betreibt mittlerweile einen Coffeeshop in dem kleinen Pine Grove in Indiana. Ihr Mann ist der Polizeichef, ihre Tochter Tatum besucht das College, die jüngeren Kinder sind gerade bei den Großeltern. Wegen ihrer eigenen Erfahrung mit Billy Loomis ist Sidney nicht erfreut, dass Tatums Freund Ben sich nachts durch das Fenster reinschleicht.
Als sie am nächsten Tag einen Videoanruf von Ghostface erhält, beginnt das übliche Protokoll bei solchen Verrückten: Anruf aufzuzeichnen und tracken. Doch der Anrufer nimmt überraschenderweise die Maske ab und entpuppt sich Stu Macher. Sichtlich gealtert und von Messerschnitten bezeichnet, kündigt er eine Mordserie an. Die Frage bleibt: ist es wirklich Stu, oder nur ein KI-Scherz.
Kurz darauf kommen einige Mitglieder der Theatergesellschaft von Tatums College brutal zu Tode. Doch schon am selben Abend wird bereits ein weiterer Angriff von Ghostface in Sidneys Haus abgewehrt und Gail Weathers überfährt ihn in der Einfahrt. Der Maskenträger entpuppt sich als ein aus einer Irrenanstalt entlassener Mann namens Carl Gibbs. Zusammen mit Gail geht Sidney der Spur nach und findet Hinweise, dass vor 27 Jahren ein Mann, der Stu sein könnte, verletzt und mit Gedächtnisverlust in dieselbe Irrenanstalt eingeliefert wurde, in der auch Carl Gibbs die letzten Jahre verbracht hatte.
Als weitere Leute getötet werden, bekräftigt sich der Verdacht, dass Stu noch immer da draußen sein könnte. Um ihn rauszulocken, bekommt Gail das, was sie seit Jahren von Sidney will: ein exklusives Live-Interview. Allerdings schluckt Stu den Köder nicht und macht stattdessen Jagd auf Tatum und ihre Freunde, die gegen die Ausgangssperre verstoßen, um ihre eigenen Nachforschungen anzustellen.
Im Haus von Sidney kommt es zum Showdown und zur finalen Demaskierung: ist wirklich Stu zurück, oder steckt wieder jemand anders dahinter und spielt ein böses Spiel mit Sidney und ihrer Tochter?
Schauspieler
Neve Campbell (The Lincoln Lawyer) nimmt erneut die Rolle ein, die ihre Karriere definiert. Als toughe Scream-Queen muss sie sich erneut einem Ghostface stellen, unterstützt von ihrem Mann. Doch mit ihrem Versuch ihre Kinder zu schützen, erweckt sie vor allem in ihrer ältesten Tochter Tatum eher Widerstand (der über den typischen Teenagerstreit hinausgeht).
Ihre Tochter Tatum wird von Isabel May (Yellowstone) gespielt. Die Teenagerin wurde bis jetzt von der Vergangenheit ihrer Mutter ferngehalten, sodass sie sich ihren eigenen Reim auf alles machen musste. Sie glaubt unter anderem nach dem ersten Opfer benannt zu sein, weil ihre Mutter sie für schwach hält. Natürlich will sie das Gegenteil beweisen und spielt damit dem Ghostface-Killer bedingt in die Karten.
Courteney Cox als Reporterin Gail Weathers ist ebenfalls wieder mit am Start. Als einzige Charakter ist sie aktiv in jedem Film des Franchise dabei (Neve Campbell hatte Teil 6 ja ausgesetzt). Als das Haus in Woodsboro abbrennt, reist sie sofort nach Indiana und kommt genau rechtzeitig an, um Carl Gibbs zu überfahren. Zusammen mit Sidney ermittelt sie den Hintergrund, erhält endlich ihr exklusives Interview und hat am Ende endlich wieder eine Story im Kasten, die ihre Karriere zurück auf Kurs bringen könnte.
Gail Weathers Assistenten wird erneut von den Zwillingen Mindy und Chad Meeks-Martin begleitet. Als Praktikanten von Gail müssen sie viel aushalten, sehen es aber als Chance hautnah an der Story zu sein. Zu nah für ihren Geschmack, als dieser Ghostface auch sie verfolgt. Mindy wird von Jasmin Savoy Brown (Scream V, Scream VI) gespielt, Mason Gooding (Under Fire, The Bridge) spielt Chad.
Joel McHale (Erlöse uns vom Bösen) spielt Sidneys Ehemann Mark. Freundinnen von Tatum spielen Celeste O’Connor (Ghostbusters: Legacy, Ghostbusters – The Frozen Empire), Sam Rechner (The Fablemans), Asa Germann (Generation V) und Mckenna Grace (The Change).
Matthew Lillard (Five Nights at Freddy’s 2) nimmt seine Rolle als Stu Macher erneut ein. Weitere Charaktere aus vorherigen Scream-Teilen kommen ebenfalls kurz in Rückblenden oder der Fotomontage am Ende vor.
Regie
Kevin Williamson arbeitete an den Drehbüchern der Scream-Filme und Serie mit. Regie führte er nur in „Tötet Miss Tingle“ und diesem Film. Allerdings steht im Raum, dass er im kommenden Scream 8 erneut Regie führen wird.
Dass Kevin Williamson von Teil 1 dabei war, ist überall sicht- und spürbar. Er nimmt viel aus den alten Filmen her, zieht weite Kreise durch die Handlungen und führt alles am Ende zusammen. Die Frage ob Stu Macher zurück ist, oder doch nur jemand (wie in anderen Teilen) das Erbe von Ghostface aufgreifen will, steht lange im Raum. Aktuelle Themen wie KI-Nutzung werden aufgegriffen, um nicht zu früh eindeutige Hinweise zu geben.
Nachbearbeitung
Im Hintergrund sind viele Details versteckt. Nicht nur Poster und Requisiten aus den Stab-Filmen im Haus in Woodsboro, sondern auch im späteren Film. Tatum findet Sidneys Lederjacke auf dem Dachboden und trägt sie auf, das ganze Überwachungs- und Sicherheitssystem von Sidney ist auf ihren Erfahrungen mit bisherigen Ghostface-Killern aufgebaut und weiterentwickelt.
Bei den Morden lässt sich Kevin Williamson nicht lumpen und bringt manchmal Retro-Vibes, wenn Ghostface einen alten Mord neu aufstellt, und gelegentlich auch neue Arten ins Gras zu beißen. Ich sage hier nur ein Wort: Bierzapfhahn.
Musik
Insgesamt 18 Songs werden verwendet, teils als anderen Scream-Teilen, teils neu gemischt.
Filmkritk
Fazit
Nach dem eher mauen Eintrag, der Scream 6 für das Franchise verbuchen konnte, kehrt Kevin Williamson zu den Wurzeln zurück: es ist nur ein Scream-Film, wenn Sidney beteiligt ist. Zusammen mit Gail Weathers wird wieder gehörig in den Hintern getreten, und beide können endlich ihre Vergangenheit aufarbeiten.



