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Filmkritik Cold Storage

von Brijan Wilson
23. März 2026
in Filme, Kritiken
0
Cold Storage Szenebild

© STUDIOCANAL GmbH / Reiner Bajo

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Mit Cold Storage liefert Regisseur Jonny Campbell eine Mischung aus Sci-Fi-Thriller und schwarzer Komödie, die auf dem gleichnamigen Roman von David Koepp basiert und zeitweise an ein B-Movie aus den 90ern erinnert. Die zwei jungen Lagerarbeiter Travis und Naomi entdecken während ihrer Nachtschicht, dass unter ihren Füßen eine Gefahr lauert, die versucht, sich ihren Weg an die Oberfläche zu bahnen.

Story

Die Geschichte beginnt zunächst im Jahr 1987 mit dem Absturz eines Tanks einer amerikanischen Raumstation in der australischen Wüste. Als eine Gruppe Wissenschaftler beginnt diesen zu untersuchen, gelingt es einem gefährlichen Organismus, einen Weg aus dem Tank heraus zu finden. Er befällt eine Wissenschaftlerin und versucht, weitere Menschen zu infizieren, doch es gelingt ihr, sich selbst zu erschießen, bevor der Virus die komplette Kontrolle über ihren Körper erlangen kann. In der Folge bringt das Militär den Organismus in einem unterirdischen Lager unter, wo er 30 Jahre lang unter Verschluss gehalten wird. Die Militäranlage weicht im Laufe der Zeit jedoch einem Lagerungsunternehmen, in dem die Mitarbeiter ahnungslos sind, was noch immer tief in der Erde unter ihren Füßen verborgen liegt.

Eines Nachts hören die jungen Angestellten Travis (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) einen Alarm, der gedämpft durch die Wand zu ihnen dringt. Sie reißen die Tür kurzerhand ein und folgen einer dahinterliegenden Treppe in die Tiefe. Dort entdecken sie einen alten Lagerraum, in dem sich etwas Unheimliches ausgebreitet hat, das auszubrechen versucht. Gleichzeitig wird Robert Quinn (Liam Neeson), einer der überlebenden Wissenschaftler, der den Virus in der Wüste entdeckt hat, automatisch über das Alarmsignal informiert. Er macht sich auf den Weg, um bei der Eindämmung des Virus und der Rettung der vor Ort befindlichen Personen zu helfen.

Die Ausgangssituation einer eskalierenden Ausnahmesituation an einem isolierten Ort, ist grundsätzlich ein spannendes Konzept, aber die Figuren fällen regelmäßig irrationale Entscheidungen, um die Geschichte auf die nächste Eskalationsstufe zu heben. Hinzu kommt, dass der Film im letzten Akt zielstrebig auf ein maximal vorhersehbares und klischeehaftes Ende zusteuert. Insgesamt spielt das Narrativ mehr komödiantische Elemente aus und überzeichnet die Prämisse lieber ins Absurde, als dem Zuschauer das Gefühl einer ernsthaften Gefahr zu vermitteln. Das resultiert in unterhaltsamer Situationskomik, aber nicht in einer realistischen oder nachhaltig wirksamen Handlung.

Schauspieler

Die Lagerangestellten Travis und Naomi, die in ihrer Nachtschicht den gefährlichen Organismus im Keller des Gebäudes entdecken, werden von Joe Keery und Georgina Campbell verkörpert.

Beide Schauspieler können bereits auf einen erfolgreichen Karrierestart zurückblicken. Joe Keery schlüpfte für zehn Jahre in die Rolle von Steve Harrington in der Netflix-Serie Stranger Things und wurde durch seinen Charme zu einem absoluten Zuschauerliebling. Im Filmgeschäft hat er sich noch nicht vollends etabliert, aber kann schon auf eine bedeutende Nebenrolle als Keys in Free Guy an der Seite von Ryan Reynolds zurückblicken. In Cold Storage ist er überraschend charismatisch und trägt den Film in der Rolle des charmanten, aber überforderten Travis, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat.

Georgina Campbell dürfte besonders Horror-Fans durch ihre soliden Leistungen in Filmen wie Barbarian und They See You sowie der Serie Black Mirror ein bekanntes Gesicht sein und gilt für manche schon als eine moderne „Scream Queen“. In Cold Storage gelingt es ihr zwar nicht, eine gleichermaßen einprägsame Performance abzuliefern, wie Joe Keery, aber als besonnener und funktionaler Gegenpol zu Travis, funktioniert ihre Darstellung von Naomi über weite Strecken gut.

Liam Neeson bringt als Wissenschaftler Robert Quinn eine gewisse Seriosität mit, was bei seiner mehr als 45-jährigen Schauspielerfahrung in Filmen wie Star Wars, The Grey und Batman nicht verwundert. Seine Präsenz und Ernsthaftigkeit kann in einigen Momenten überzeugen und die Gefahr des Virus etwas greifbarer machen, doch leider ist seine Figur sehr eindimensional geschrieben und bekommt im Verlauf der Geschichte nur wenig Aufmerksamkeit.

Regie

Jonny Campbell inszeniert Cold Storage, seinen zweiten Film nach Alien Autopsy aus dem Jahr 2006, größtenteils handwerklich ordentlich, aber ohne interessante Akzente zu setzen. Die Kameraarbeit wirkt stellenweise uninspiriert. Sie erfüllt zwar ihren Zweck, bleibt aber nicht im Gedächtnis haften. Dabei hätte das Szenario eines Überlebenskampfes in Isolation durchaus Raum für mehr Kreativität geboten.

Zugutehalten möchte ich ihm, dass er ein hohes Tempo vorgibt, wodurch er den Unterhaltungswert erhöht und dem Zuschauer wenig Zeit lässt, über die vielen Logiklöcher des Drehbuchs nachzudenken. Bis auf ein paar romantische Andeutungen zwischen den beiden Hauptfiguren, die mir missfallen haben, verschwendet er keine Zeit mit unnötigen Nebensträngen und konzentriert sich auf die Ausbreitung des Virus. In manchen Momenten hat sich deshalb ein leichtes „Guilty-Pleasure-Gefühl“ bei mir eingestellt.

Nachbearbeitung

In der Nachbearbeitung liegen für mich große Schwächen, aber zunächst möchte ich den Schnitt von Billy Sneddon loben, der mit vielen schnellen Cuts in actionreichen Sequenzen keine Langeweile aufkommen lässt und für einen hohen Unterhaltungswert sorgt, der gut zu einem Creature-Feature dieser Art passt.

Bedauerlicherweise können die visuellen Effekte nicht mithalten und erreichen in weiten Teilen nicht das Niveau, das man sich von einem Kinofilm erhofft. In manchen Situationen gelingt dem Film zwar der Drahtseilakt, durch die Absurdität einiger Effekte, den Charme eines klassischen B-Movies wieder aufleben zu lassen, aber besonders die Darstellung des Virus und dessen Ausbreitung, beispielsweise durch verschiedenste computeranimierte Tiere, ist weder überzeugend noch wirkungsvoll.

Musik

Die Filmmusik stammt von Mathieu Lamboley, der bislang seine Erfahrungen größtenteils in unbekannteren französischen Filmen sowie in der Netflix-Serie Lupin gemacht hat. In Cold Storage unterstützen seine Kompositionen das Geschehen sinnvoll, aber bleiben im Hintergrund und deshalb auch nicht im Gedächtnis. Er setzt auf klassische Spannungsakzente, die weder stören, noch den Film besser machen.

Filmkritk

Fazit

5.4 Ergebnis

Alles in allem ist Cold Storage eine kurzweilige Thriller-Komödie, die für den kleinen Filmhunger zwischendurch durchaus funktioniert. Doch deutliche narrative Schwächen sowie die enttäuschende visuelle Gestaltung lassen den Film nicht aus der Masse herausstechen. Trotzdem entwickelt er durch sein hohes Tempo, einen soliden Humor und Joe Keerys Ausstrahlung eine gewisse Energie, die ihn über weite Strecken unterhaltsam macht.

Fazit

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Tags: HorrorKomödieScience Fiction
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