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Filmkritik: Der Wolfsmensch (1941)

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
24. Oktober 2026
in Filme, Kritiken
0
Der Wolfsmensch (1941) szenebild

© Universal Pictures

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Nachdem Frankenstein und Dracula bereits zehn Jahre zuvor die Menschen in Furcht und Schrecken versetzten, folgte 1941 der Einstieg der dritten Kreatur der Nacht: der Wolfmensch. Lon Chaney jr. schlüpfte in die Rolle des Lykanthropen, ergänzt um bekannte Gesichter wie Claude Rains und Bela Lugosi.

Disclaimer: im Film wird das Wort Zigeuner verwendet, das heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist. Da es aber die verwendete Begrifflichkeit ist, werde ich das Wort auch in den entsprechenden Passagen verwenden.

Story/Inhalt

Nach 18 Jahren kehrt Lawrence „Larry“ Talbot nach dem Unfalltod seines Bruders auf das Familienanwesen in Wales zurück. Sein Vater, Sir John Talbot, will ihn zum Gutsherren machen. Im Dorf verliebt sich Larry in Gwen, die dort in einem Laden arbeitet. Sie nutzt ihren Charme, um Larry einen Spazierstock mit silbernem Wolfskopf zu verkaufen. Dafür begleitet sie ihn am Abend auf einen kleinen Spaziergang. Zusammen mit ihrer Freundin Jenny besuchen die drei ein Zigeunerlager, wo sie sich aus der Hand lesen lassen. Die Wahrsagerin wird nervös, als sie in Larrys Hand ein Pentagramm ausmacht. Sie schickt sie weg, doch im Wald werden sie von einem Wolf angefallen. Larry wird in die Brust gebissen, kann mit seinem Spazierstock den Wolf jedoch erschlagen. Bevor er bewusstlos wird, glaubt er den Zigeuner Bela an Stelle des Wolfs zu sehen.

Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen sich schnell: die Wunde ist verheilt, es gibt keinen Wolf, nur einen toten Zigeuner. Sir Talbots Ruf und Einfluss beschleunigen das Einstellen der Ermittlungen. Allerdings fühlt Larry sich seltsam und sucht Rat bei der Wahrsagerin. Diese erklärt ihm, dass ihr Sohn Bela an dem Fluch litt und dieser nun auf Larry übergegangen sei. Beim nächsten Vollmond würde er sich verwandeln. Auf dem Jahrmarkt der Zigeuner stellt Larry weitere Veränderungen wie bessere Reflexe fest, aber beim Schießen auf einen Wolfskopf zögert er. Später verwandelt er sich und tötet auf dem Friedhof einen Mann.

Seine verzerrten Erinnerungen tut man als Geisteskrankheit ab. Doch beim nächsten Vollmond gibt es erneut Tote, woraufhin sich ein Mob bildet, der die Zigeuner vertreiben will. Gwen trifft im Wald auf den verwandelten Larry, der aber zögert, sie zu töten.

Schauspieler

Lon Chaney jr hatte große Schuhe zu füllen, da er mit seinem Vater, dem Stummfilmstar Lon Chaney verglichen wurde. Der Mann mit den tausend Gesichtern hatte seine Ära geprägt, was für den Sohn herausfordernd war. In den 1930ern versuchte er sich an ernsten Rollen (Von Mäusen und Menschen), bis er 1941 dem Druck nachgab und die Rolle des Wolfsmenschen annahm. In den folgenden Crossover-Filmen, in denen Frankenstein, Dracula und der Werwolf in verschiedenen Konstellationen aufeinander trafen, war er mit an Bord. In den 1950 und 60ern waren Western populär, was Chaney nur recht war. Er spielte unter anderem in „Zwölf Uhr mittags“ oder der Serie „Wagon Train“. Dazwischen nahm er immer wieder Rollen in Horror an, etwa in „Die Folterkammer des Hexenjägers“ oder „Galerie des Grauens“.

Claude Rains (Der Unsichtbare) spielt Sir John Talbot. Nach dem Unsichtbaren spielte er in Western und Abenteuerfilmen, etwa neben Eroll Flynn in „Die Abenteuer des Robin Hood“. Seine größten Erfolge waren bestimmt seine Rollen in „Mister Smith geht nach Washington“ „Casablanca“. Es folgten Rollen in Krimis, in Alfred Hitchcocks „Berüchtigt“ und auch in Lawrence von Arabien.

Bela Lugosi (Dracula) spielt den Zigeuner Bela, der den Fluch auf Larry übertragt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lugosi mit der Rolle des Vampirs abgeschlossen, dafür Igor in den Fortsetzungen von Frankenstein gespielt.

Evelyn Ankers spielt Love-Interest Gwen, ihr Freundin Jenny wird von Fay Helm gespielt. Weitere Rollen spielen Warren William und Patric Knowles. Maria Ouspenskaya spielt die Wahrsagerin Meleva.

Regie

George Waggner begann im Studiosystem mit Western und arbeitete sich zum „sanften“ Horror hoch. Nach der Rückkehr zum Western beendete er seine Karriere in Serien wie „Solo für U.N.C.L.E.“ oder „Batman“.

Die Herausforderung hier war die Verwandlung des Protagonisten in den Wolf. Mit nebelverhangenen Szenenbildern kann man schon mal viel verbergen. Der Rest ist Maskenkitt und viel guter Willen. Autor Curt Siodmak arbeitete für Waggner das Drehbuch aus, in dem der Wolf niemals gezeigt wurde – nur seine Opfer sollten angedeutet werden. Waggner überging den Autor und brachte zwar recht spät im Film, aber doch, den verwandelten Talbot ins Bild.

Nachbearbeitung

Nach heutigen Standards ist der Film sehr zahm. Die „Gewalt“ zeigt sich darin, dass zuerst Bela und am Ende Talbot selbst mit einem Stock zu Tode geprügelt werden. Jedoch nicht aufgrund des Traumas, sondern weil der Griff aus Silber ist.

Kritisch zu sehen ist die damals übliche Verwendung des Begriffs Zigeuners, der gefühlt in jedem dritten Satz fällt. Zwar geht das Dorf regelmäßig in das Camp, um unterhalten zu werden, doch wird jeder verlegte Gegenstand sofort als Diebstahl abgetan. Und generell sind die Zigeuner hier der Quell allen Übels. Schnell bildet sich ein Mob, der das Lager niederbrennt, obwohl ihre Schuld nicht feststeht.

Der Werwolf lässt sich hier mit einer Blume und einem Gedicht beruhigen, das Meleva bei Bela anwendet, und später auch bei Larry. Waffen und Feuer schaden dem Wolf kaum, jedoch die Berührung mit Silber tötet ihn. So ist es nicht der Schlag, der Bela und auch Larry tötet, sondern der silberne Wolfskopfgriff.

Filmkritk

Fazit

7.3 Ergebnis

Der Film war so erfolgreich, dass Larry wiederauferstehen durfte, um in gleich mehreren Folgefilmen den Mond anzuheulen. Dabei verbündete er sich oder bekämpfte Dracula und Frankenstein in verschiedenen Konstellationen (Frankenstein trifft den Wolfmensch, House of Dracula, House of Frankenstein) und erschreckte zusammen mit Frankenstein auch Abbott und Castello. Recht spät ergänzte der Werwolf die Troika der großen Filmmonster. Trotzdem ist er eines der Beliebtesten, dass auch diverse Neuauflagen erlebte: Wolfman, Wolf Man und natürlich an der Seite von Frankenstein und/oder Dracula in Filmen wie Van Helsing.

Fazit

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  • Regie 0
  • Nachbearbeitung 0
Tags: Horror
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