In der guten alten Zeit reichte es noch einen Mann in Bandagen einzuwickeln und stöhnend durch die Gegend schlurfen zu lassen. Obwohl diese Mumie das nur entfernt tut. Hier geht es zur Kritik zum ersten Teil der Mumien-Pentalogie, die Universal von 1932 bis 1944 produzierte!
Story/Inhalt
Eine Expedition entdeckt im Jahr 1921 das Grab eines ägyptischen Priesters. Der Leiter Joseph Whemple hat aber ein ungutes Gefühl: den Hieroglyphen nach wurde dieser Mann lebendig begraben und aus allen Aufzeichnungen getilgt. Ebenfalls im Grab befindet sich eine Spruchrolle, die der Assistent Ralph Norton unvorsichtigerweise laut vorliest. Dieser erweckt die Mumie zum Leben und treibt Norton in den Wahnsinn.
Zehn Jahre später tritt ein ägyptischer Förderer namens Ardath Bey an Professor Pearson und Frank Whemple, Sohn des letzten Expeditionsleiters heran, und liefert Hinweise auf das Grab der Prinzessin Anck-es-en-Amun. Allerdings scheitert der Versuch die Mumie aus diesem Grab mit der Spruchrolle wiederzubeleben. Kurz darauf trifft Bey die junge Helen Grosvenor und glaubt in dieser Frau eine Inkarnation seiner Geliebten zu sehen.
In einer Rückblende klärt sich die Beziehung auf: die Tochter des Herrschers und der Hohepriester gaben sich einer verbotenen Liebe hin, die durch eine Krankheit der Prinzessin jäh endete. Imhotep versuchte sie wiederzuerwecken, wurde unterbrochen und dafür zum lebendigen Tode verurteilt.
Schauspieler
Boris Karloff prägt ein zweites großes Filmmonster mit dieser Rolle. Auch hier ist er als Imhotep/Ardath Bey eine gequälte Seele, die hier seine Liebe zurückfordert. Doch wie später in „Frankensteins Braut“ scheut die Auserwählte den Liebenden und ruft hier göttlichen Beistand.
Zita Johann spielte insgesamt in nur 8 Filmen mit. Die Mumie ist ziemlich genau in der Hälfte ihrer Karriere und kann somit als Höhepunkt dieser gesehen werden.
David Manners (Dracula) spielt hier Frank Whemple. Die Mumie brachte ihm nicht die erhoffte Aufmerksamkeit, sodass er nur noch für „Die schwarze Katze“ im Genre blieb. Erfolgreicher war dieser Film für die Karriere von Arthur Byron, der Joseph Whemple spielt. Er spielte später in Filmen wie „20.000 Jahre in Sing Sing“ oder „Der Präsident verschwindet“.
Edward Van Sloan (Dracula, Frankenstein) spielt Doktor Muller, Bramwell Fletcher den jungen Ralph Norton.
Regie
Karl Freund war Kameramann in dem Stummfilm „Metropolis“ bevor er nach Amerika auswanderte. Er führte auch in Dracula die Kamera samt Regie, wobei für Dracula ein Tod Browning offiziell genannt wurde. In „Die Mumie“ gab es dieses Problem nicht mehr. Die erfahrene Kameraführung zeigt sich im ganzen Film, der jedoch zu wenig viele Themen anschneidet: es ist kein Horrorfilm wie Dracula, keine Liebesgeschichte und auch kein Abenteuer.
Nachbearbeitung
Bei diesem Titel hätte man erwartet, mehr Mumien zu erleben. Doch den Großteil des Films tritt Imhotep/Ardath Bey als normaler, etwas seltsamer Mann auf. Die Effekte waren der Zeit entsprechend, sind heute aber altbacken und plump.
Immerhin folgten vier Fortsetzungen: Die Hand der Mumie, Das Grab der Mumie, Der Geist der Mumie und Der Fluch der Mumie. Als in den 1950ern die Hammer-Studios die Geschichten wiederaufgriffen, erlebte das Franchise mit fünf nicht aufeinander basierenden Fortsetzungen ein kurzes, aber nicht unbedingt sehenswertes Revival. 1999 gab Regisseur Stephen Sommers Imhotep ein hochverdientes Comeback als Abenteuerfilm.
Seltsamerweise durfte die Mumie bei den Crossover-Filmen der großen Filmmonster nie mit einsteigen.
Filmkritk
Fazit
Imhotep wurde wegen seiner Liebe bestraft und von seiner Geliebten an die Götter verraten. Was eine tragische Geschichte für sich wäre, scheitert etwas an der Erwartung eines Grusel/Horrorfilms. Bis 1999 waren die Mumie die belächelten, oft vergessenen Cousins der großen Filmmonster. Stephen Sommers gab Imhotep ein neues Gesicht und eine neue Story, samt einem Franchise rund um die Familie O’Connell mit bisher zwei Fortsetzungen und mit dem Scorpion King einem eigenen Spin-Off. Im November 2025 wurde angekündigt einen weiteren Teil rauszubringen – bisher gibt es nur Gerüchte.
