Siebzehn Jahre nach der ersten Verfilmung der Comicserie „2000 AD“ wurde mit Karl Urban ein neuer Richter in die Stadt geschickt. Neuer Handlungsort, neue Akteure, gleiches Chaos.
Story/Inhalt
Megacity One ist eine Stadt mit 800 Millionen Einwohnern, die sich über das Gebiet von rund um New York, Boston und Washington D.C. erstreckt. Die Bewohner sind in riesigen Wohntürmen einpfercht, sogenannten Megablocks. Das Gebiet außerhalb der Stadt ist radioaktiv verstrahlt und gilt als unbewohnbar.
Judge Joseph Dredd wird mit der Rekrutin Cassandra, die auf Bewährung ist, in den Block Peach Trees entsandt. Dort wurden drei Dealer der Droge Slo-Mo, die bei Einnahme eine verzögerte Wahrnehmung der Zeit bewirkt, aus großer Höhe in den Innenhof geworfen. Davor hatte man ihnen die Droge verabreicht. Der Judge zerstört das Drogendepot in einem der unteren Stockwerke und verhaftet die Überlebenden. Daraufhin befiehlt die heimliche Königin des Blocks, von allen Ma-Ma genannt, die Abriegelung. Die Strahlenschutzpanzerung wird heruntergelassen, sodass Dredd und Cassandra mit den Bewohnern eingeschlossen sind. Ma-Ma gibt daraufhin die Order aus: wer ihr die Judges bringt, wird belohnt. Dredd verhängt daraufhin die Todesstrafe über Ma-Ma. Zwischen ihr und der Vollstreckung stehen nur hunderte bewaffnete Bandenmitglieder – ein Klacks für einen Judge wie Dredd.
Dredd und Cassandra, die als Mutantin über telepathische Fähigkeiten verfügt, stehen in einem andauernden Feuergefecht mit den Bandenmitgliedern. Als sie nicht überwältigt werden können, greift Ma-Ma in die Trickkiste und ruft vier korrupte Judges als Verstärkung hinzu. Das bekräftigt Dredd in seinem Bestreben Ma-Ma’s Todesurteil zu vollstrecken. Stockwerk für Stockwerk kämpfen sie sich hoch und stellen die Bandenchefin. Diese hat aber einen letzten Trumpf im Ärmel.
Schauspieler
Karl Urban übernimmt die Fackel von Sylvester Stallone und spielt einen zynischen, doch absolut loyalen Judge. Nach seinen Rollen in Doom, Star Trek, Der Herr der Ringe, Thor. Tag der Entscheidung und Pfad der Rache spielte er aktuell die Rolle des zynischen Butcher in der Serie The Boys. Dredd ist rollentechnisch ein Stereotyp, doch leider war der Film kein Erfolg, sodass es keine Fortsetzung gab. Verdient hätte es Urban gehabt.
Olivia Thirlby spielte ihre erste Rolle im Drama „Flug 93“. Danach war sie unter anderem in „Juno“ und dem Thriller „The Darkest Hour“ zu sehen. Keine dieser Rollen brachte ihr den Durchbruch, sodass sie aktuell in „Oppenheimer“ und „Dumb Money“ zu sehen war. Hier wird sie in der Rolle des Rookie-Judges von Urbans Performance komplett überstrahlt und bleibt, wie ihre Rolle, eine kleine graue Maus, die hinter ihrem Mentor hertrottet.
Ma-Ma wird von Lena Headey gespielt. Bekannt aus ihren Rollen in „300“ und als Sarah Connor in der Serie „Terminator SCC“ durfte sie hier als würdiger Gegenspieler für Urbans Judge antreten. Später folgten Hauptrollen in „The Purge“ und natürlich in der Serie „Game of Thrones“, wo sie Cersei Lannister spielte. Andere Hauptrollen wie in „Stolz und Vorurteil und Zombies“, City of Bones“ oder „Gunpowder Milkshake“ waren nicht so erfolgreich.
Weitere Rollen spielen Rakie Ayola (The Pact, Bad Apples) und Tamer Burjaq (Der Spion und sein Bruder, Bloodshot).
Regie
Regisseur Pete Travis lieferte mit „8 Blickwinkel“ einen Achtungserfolg. Aktuell drehte er die Serien „Marie Antoinette“ und „Bloodlands“. Hier gab er der Comic-Adaption eine neue Spur. Der einzige Hinweis auf Leben außerhalb der Megacity ist die Mutation von Cassandra. Der Rest beschränkt sich auf das Innere dieses Megablocks.
Nachbearbeitung
Der Großteil spielt im Megablock, der Ma-Ma kontrolliert. Hier setzt Dredd seine bekannte sprachgesteuerte Kanone mit diversen Feuermodi und Munitionstypen ein – vor allem die Phosphormunition verstößt gegen die Regeln der Kriegsführung. Niemand missachtet das Gesetz, oder diesen Judge. Im Gegensatz zu Sylvester Stallone, und auch einem Master Chief, nimmt dieser Dredd aber seinen Helm nicht ab. Für flapsige Einzeiler auch nicht nötig.
Die Droge Slo-Mo ist eine nette Idee. Die Einführung mit der Bestrafung der Dealer zu Beginn zeigt beeindruckend deren Wirkung. Ma-Ma zwitschert sich auch mal gerne eine Ladung rein, etwa bei einem entspannenden Bad. Auf ihre letzte Drohung hätte sie aber wohl gerne verzichtet.
Musik
Fünf Tracks untermalen das Dauergeballer dieses Richters.
Filmkritk
Fazit
Die Fortsetzung ist eindeutig besser als der Vorgänger. Urban ist genau der Judge, den wir sehen wollen und hat mit Headey‘s Ma-Ma einen gleichwertigen Gegenspieler. Doch selbst eine Armee von Handlangern reicht nicht um diese Naturgewalt zu stoppen. Die Verhandlungen sind vorüber. Das Urteil lautet: Tod! Leider auch für das Franchise, bisher ging kein Judge mehr auf die Straßen, um Recht zu sprechen.



