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Filmkritik: Tattoo

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
17. Mai 2026
in Filme, Kritiken
0
tattoo szenebild

© LEONINE

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Anfang der 2000er wagte der deutsche Film noch etwas. Wo mittlerweile seichte Komödien und Til Schweiger-Nuschelorgien vorherrschen, war 2002 Tattoo noch ein düsterer Ausreißer, der tief Berlin eintaucht und die Club-, Drogen- und Untergrundszene zeigt.

Story/Inhalt

Inhaltlich geht es darum, dass der junge Polizeischüler Marc Schrader am Tag vor seinem Abschluss feiern geht, wo Kommissar Minks eine Razzia durchführt. Minks bindet Mark so an sich, da er ihn mit der Jacke als Beweisstück sofort suspendieren könnte. Niemand sonst will mit Minks zusammenarbeiten.

Ihr erster Fall betrifft den seltsamen Fall einer Frau, die nackt von einem Bus erfasst wurde, der dann in Flammen aufging. Vor ihrem Tod wurde ihr die Haut am Rücken abgezogen. Im Verlauf der Ermittlungen findet die Polizei weitere Leichen, denen die Tattoos aus dem Körper geschnitten wurden. Eine erste heiße Spur erschießt sich jedoch mit Marcs Dienstwaffe, bevor er festgenommen werden kann.

Maya, eine Freundin des ersten Opfers, hat inzwischen eine Beziehung mit Marc begonnen. Als sich herauskristallisiert, dass hier jemand Jagd auf die Träger der Tattoos eines japanischen Meisters macht, offenbart Maya, dass sie die letzte Arbeit vor dem Selbstmord des Artisten trägt. Damit wird sie zum Hauptziel des verrückten Sammlers. In einem Untergrundnetzwerk werden Tattoos für mehrere tausend Mark gehandelt. Marc muss ans Limit gehen, um aus einem Sammler Informationen herauszupressen.

Schauspieler

August Diehl (Inglorious Basterds, The King’s Men: The Beginning) spielt Marc Schrader. Gerade von der Polizeischule, muss er sich mit Minks arrangieren. Seine Beziehung mit Maya lenkt ihn jedoch ab, was die Ermittlung gefährdet.

Christian Redl (Der Untergang) spielt Kommissar Minks. Von seiner Familie entfremdet, ist er ein schwieriger Charakter, der aber keine Probleme hat, sich die Hände schmutzig zu machen. Von vielen Kollegen geschnitten, entwickelt er trotz ihres Arrangements einen gewissen Respekt für Marc.

Nadeshda Brennicke (Fall 39) spielt Maya. Sie war mit dem japanischen Tätowierer befreundet, wodurch sie zur Trägerin seiner letzten Arbeit wurde. Das macht sie jedoch zum Hauptziel für den Sammler.

Johan Leysen (Pakt der Wölfe, The American) spielt den Sammler Frank Schoubya. Er besitzt eine beachtliche Sammlung an Tattoos und bezahlt Obdachlosen und Junkies viel Geld, wenn sie sich Tattoos stechen lassen, die man ihnen danach aus der Haut schneidet. Er würde sprichwörtlich alles für exquisite Tattoos geben. (Spoiler: aber trotzdem ist nicht er der Böse).

Regie

Robert Schwentke liefert hier sein großes Regie-Debüt ab. Später folgten Blockbuster wie „Flightplan“, aber auch Reinfälle wie „RIPD -Rest in Peace Department“. Dann drehte er die beiden Filme „Die Bestimmung“ sowie den fesselnden Weltkriegsfilm „Der Hauptmann“. Sein aktueller Film ist Seneca, neben der Serie „Helgoland 513“.

Für ein Debüt ist dieser Film ausgezeichnet. Dreckig, schnörkellos und ein spannender Polizei-Thriller, der einige Wendungen hat. Schwentke hat auch keine Skrupel nackte Haut und Gewalt zu zeigen – die Welt ist nicht sauber, und schwenkt weg, wenn es ekelhaft wird.

Nachbearbeitung

Berlin bei Nacht um das Jahr 2000: Untergrund-Raves, Drogen, Prostitution. Da wundert es nicht, dass jemand Geschäfte mit Tattoos macht und dafür die Obdachlosen, Junkies und Schwachen ausnutzt. Marc kommt selbst aus der Unterschicht, wuchs ohne Eltern auf und sein Bruder sitzt im Gefängnis. Obwohl er sich im Untergrund rumtreibt, ist er tagsüber doch ein gewissenhafter Polizist. Oder anders gesagt: not all Cops are Basterds!

Der Film wurde noch vor der Euro-Einführung gedreht, darum sind die Preise in den Bars und bei den geheimen Tattoo-Auktionen noch in Deutsche Mark.

Filmkritk

Fazit

7.3 Ergebnis

Auch nach mittlerweile 23 Jahren ist Tattoo ein guter Thriller, der noch immer funktioniert. Es war der Beginn einer durchzogenen Karriere für Robert Schwentke, die mit einem Höhepunkt begann, mit Flightplan gut nachlegte und dann zu einer rasanten Berg- und Talfahrt wurde. Wie auch die Handlung von Tattoo.

Fazit

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