Statt der üblichen Geschichte über eine verbotene Liebesbeziehung im alten Ägypten, die mit einer lebendigen Mumifizierung und einem Fluch brutal beendet wird, schickt Lee Cronin hier die Mumie auf eine Höllenfahrt der Besessenheit.
Story/Inhalt
Die Familie Cannon steht kurz davor, Ägypten wieder zu verlassen, damit Vater Charlie einen Job als Nachrichtensprecher in New York annehmen kann. Seine hochschwangere Frau Larissa und die beiden Kinder freuen sich auch schon nach Amerika zurückzukehren. Doch dann wird Tochter Katie entführt und die Ermittlungen verlaufen sprichwörtlich im Sand.
Acht Jahre später stürzt in Ägypten ein Flugzeug ab, in dessen Laderaum ein Sarkophag stand. Die vermeintlichen Kunstdiebe überleben den Absturz nicht, der Sarg wird zur Untersuchung in ein Institut gebracht. Dort erwacht die vermeintliche Mumie, und wird als Katie Cannon identifiziert. Die Eltern holen ihre traumatisierte Tochter in die USA: genauer nach New Mexiko, wohin sie nach der Entführung von Katie umgezogen sind.
Krankenschwester Larissa will ihre Tochter zuhause mit der Großmutter pflegen. Die Kinder Sebastián und Maude sind ebenfalls mehr oder weniger glücklich über die Rückkehr ihrer großen Schwester. Allerdings häufen sich die seltsamen Vorkommnisse im Haus. Ein böser Geist hat Besitz von Katies Körper ergriffen und quält die Familie immer mehr, um die Kontrolle zu übernehmen.
Währenddessen versucht Charlie den Hintergrund der Entführung mit der ägyptischen Polizistin Dalia Zaki zu klären. Die Spuren führen zu einem Kult, der einen Wüstendämon unter Kontrolle hält. Dieser Dämon muss aufgehalten werden, bevor er die Familie Cannon übernehmen kann.
Schauspieler
Jack Reynor (Midsommar, Detroit) spielt Reporter Charlie Cannon. Zunächst wird er verdächtigt, seiner Tochter etwas angetan zu haben. Später versucht er, die Geschehnisse der letzten acht Jahre zusammenzufügen.
Laia Costa (Victoria) spielt Mutter Larissa. Die Krankenschwester liebt ihre Kinder über alles, ignoriert das seltsame Verhalten von Katie als Begleiterscheinung des Traumas, und ist zuletzt der letzte Schutzwall für ihre anderen Kinder.
Shylo Molina (Rust) spielt Sebastián, Billie Roy (Origin) die kleine Maud. Natalie Grace (Reymar) spielt die ältere Katie. Zu Beginn noch apathisch und eingeschränkt ist die Behandlung durch ihre Mutter, bei der die Bandagen mit den Bannsprüchen entfernt werden, maßgeblich daran beteiligt, dass die dämonische Entität an Kraft gewinnt. Die Qualen sind zuerst unterschwellig, doch spätestens als sie die Großmutter mit einem telekinetischen Stoß durch ein Fenster befördert und Kojoten sie zerfetzen, ist die Macht fast vollständig zurückgekehrt.
Veronica Falcón (Imaginary) spielt die Großmutter, May Calamawy (Gladiator II) die ägyptische Polizistin Dalia. Die Anführerin des Kults wird von Hayat Kamille (Mord in Orient-Express, Tod auf dem Nil) gespielt.
Regie
Lee Cronin drehte einige Kurzfilme und eine Episode für einen Episodenfilm bevor er 2023 mit „Evil Dead Rise“ einen neuen Eintrag rund um die Filmserie mit dem Necronomicon drehte (Tanz der Teufel, Tanz der Teufel 2, Armee der Finsternis, Serie Ash vs. Evil). Im Auftrag von Blumhouse und Jason Blum sollte Cronin hier einen Mumienfilm realisieren, der von der klassischen Geschichte abweicht. Statt einem in Bandagen gewickelten, schlurfenden verfluchten Wesen sollte Cronin ein anderes Konzept umsetzen. Cronin wählte, was er kannte: die Besessenheit durch eine dämonische Entität. Der Film folgte nicht besonders kreativen, sondern vorhersehbaren Wendungen. Es blieb eigentlich nur die Frage, ob die Cannons einen Exorzismus versuchen, um festzustellen, dass ein Geist aus einer anderen Zeit nicht unbedingt auf christliche Rituale reagiert (außer vielleicht mit spöttischer Verachtung).
Nachbearbeitung
Wie schon in „Evil Dead Rise“ nutzt Cronin den körperlichen Verfall als Zeichen der Besessenheit. Zu Beginn ist sie noch in Bandagen mit Bannsprüchen gewickelt. Je mehr der Flüche entfernt werden, die nach acht Jahren teilweise mit ihrer Haut verschmolzen sind, desto stärker wird die Macht der besessenen Katie. So mischt Cronin einige blutige Ergüsse ein, zum Beispiel wenn sich beim Nägel schneiden, gleich eine komplette Hautpartie bis zum Knie ablöst. Jedem, der schon einmal einen verkrusteten Verband lösen musste, läuft hier ein kalter Schauer über den Rücken.
So einige Ekelszenen später wird von der Familie ein großes Opfer gebracht, um Katie von der Besessenheit zu befreien – wenig überraschend. Dann folgt allerdings ein langatmiger Schlussakt, der dem Ende nur bedingt einen Abschluss gönnt. Die finale Szene nach dem Abspann kann man guten Gewissens Aussparen (Spoiler: Dunkelheit und ein Klopfen)
Musik
Sechs Lieder werden verwendet. Erwähnenswert ist Bruce Springsteen „Blinded by the Light“, „Midnight Rider“ der Allman Band und „The Weight”, gespielt von The Band.
Filmkritk
Fazit
Alles in allem ein Film mit etwas Blut und Gore, der für Genrefans ganz gut ist. Doch es könnte genauso gut ein weiterer „Evil Dead“-Film sein. Gesamt ist es eine typische Blumhouse-Produktion.




