Neujahrsvorsätze sind eine gute Sache. Vor allem wenn man sich vornimmt sein Leben endlich in den Griff zu bekommen und endlich voranzukommen. Doch manchmal macht einem das Leben einen Strich durch die Rechnung. Diese wahre Geschichte wühlt zurecht auf.
Story/Inhalt
Oscar Grant ist 22, saß zwei Jahre im Gefängnis, und hat vor 2009 sein Leben auf Schiene zu bekommen. Er will aufhören Drogen zu verkaufen, einen richtigen Job finden, für seine Freundin und Tochter sorgen und endlich ein produktives Mitglied der Gesellschaft werden.
Allen Widerständen zum Trotz scheint alles für ein gutes Jahr 2009 bereitzustehen. Zusammen mit seiner Freundin und einem weiteren Paar wollen sie zum Feuerwerk in die Innenstadt. Seine Mutter rät ihm die Bahn zu nehmen, statt selber zu fahren: eine fatale Entscheidung. Denn obwohl Oscar den ganzen Tag sein bestes versuchte, holt ihn in der Bahn seine Vergangenheit ein. Eine Anhaltung durch die Polizei eskaliert und Oscar wird, obwohl am Boden fixiert, in den Rücken geschossen.
Schauspieler
Michael B. Jordan (Creed, Blood and Sinners) spielt groß auf als Oscar. Obwohl er Fehler in seinem Leben machte, ist er im Grunde ein guter Kerl, der sein Leben wirklich auf die Reihe kriegen will. Voller Energie und trotz aller Widerstände optimistisch, schafft es Jordan einen sympathischen, engagierten jungen Mann darzustellen, der mal etwas Glück verdient hätte.
Octavia Spencer (Hidden Figures) spielt Oscars Mutter Wanda. Trotz allem was Oscar in der Vergangenheit angestellt hat, unterstützt sie ihren Sohn. Aus Sorge er könnte alkoholisiert fahren, gibt sie ihm den entscheidenden Rat, besser die Bahn zu nehmen. Eine tragische Entscheidung.
Kevin Durand (Abigail) spielt den leitenden Polizisten, der den Fehler begeht, bei der Anhaltung unerfahrene Rookies als Verstärkung hinzuzuziehen. Dadurch eskaliert die Situation weiter, statt sich zu beruhigen. Weitere Rollen sind Melonia Diaz (Roofman – Der Hochstapler) als Oscars Freundin Sophina, Ahna O’Reilly sowie Ariana Neal.
Regie
Ryan Coogler (Black Panther) arbeitet oft mit Michael B. Jordan zusammen. Ob Creed, Black Panther oder „Blood and Sinners“, die Chemie zwischen den beiden stimmt. Hier war es für beide eine persönliche Angelegenheit die übertriebene und rassistisch motivierte Polizeigewalt, die nicht nur in der Bay Area zu dieser Zeit überhandnahm, zu thematisieren. Der Hintergrund von Oscar Grant führte medial schnell zu einer Vorverurteilung und der Zusprechung von Teilschuld. Doch das mediale Interesse und der zivil-soziale Einfluss auf die Bay Area führten zu einem überraschenden Ergebnis vor Gericht: die beteiligten Polizisten kamen nicht nur mit einem Verweis davon. Der Todesschütze wurde entlassen und musste ins Gefängnis, die anderen Beteiligten Polizisten wurden entlassen.
Nachbearbeitung
Produziert wurde der Film von Forest Whitaker (Ghost Dog). Wie auch Ryan Coogler war es ihm ein persönliches Anliegen die wahren Hintergründe darzustellen. Die schnelle Vorverurteilung der Medien, dass es „nur ein schwarzer krimineller junger Mann“ gewesen sei, wird auf ehrliche Weise, ergänzt von SMS-Protokollen und Telefongesprächen aufgeklärt. Oscar Grant war wirklich auf Kurs sein Leben umzukrempeln und handelte in voller Überzeugung nichts Unrechtes getan zu haben (was grundsätzlich stimmt) und einfach nur ungerecht behandelt zu werden. Allerdings ist hier das „schwarze Machogehabe“ für die weißen Polizisten natürlich eine aktive Provokation. Und trotz aller Sympathie für Oscar Grant: sie widersetzen sich widerholt den Anordnungen der Polizei. Allerdings ist der Schuss in den Rücken, wo er bereits am Boden fixiert und mit Handschellen gefesselt ist, trotz der Beteuerung des Polizisten die Waffe mit dem Taser verwechselt zu haben, bestenfalls fahrig.
Musik 6/10
Sieben Songs werden verwendet, die meisten laufen im Radio während Oscar an seinem letzten Tag durch die Stadt fahrt um Erledigungen zu machen.
Filmkritk
Fazit
Der Fall erschütterte die Bay Area und die gesamten USA. Es kam zu Ausschreitungen und Protesten. Im Abspann wird eine Erinnerungsveranstaltung, bei der Oscars Tochter Tatiana spricht, eingespielt. Kurz nach Mitternacht am ersten Tag 2009 starb Oscar Grant durch einen Schuss in den Rücken und verspäteten Einsatz von Rettungskräften. In den Folgejahren kam es überall in den USA zu weiteren ebenfalls rassistisch motivierten Übergriffen von der Polizei auf Mitbürger anderer Hautfarbe. Was als Einzelfall begann, wurde zu einem strukturellen Problem. Und aktuell ist es schlimmer als je zuvor – nur wird nicht mehr darüber berichtet und die Proteste werden niedergeprügelt, da eine weiße Elite um die gerade wiederlangte Vorherrschaft fürchtet.

