Um die Ehre seines Vaters und des Familiennamens wiederherzustellen, reist ein Römer mit einem Sklaven ins barbarische Kaledonien, um die Standarte wiederzubeschaffen. Basierend auf dem Roman von Rosemary Sutcliff wird hier ein typisches Sandalenabenteuer geliefert.
Story/Inhalt
Der junge Zenturio Marcus Flavius Aquila wird bei einem Angriff auf das Grenzkastell, das er anführt, verwundet und kommt in die Obhut seines Onkels. Wegen der Verwundung ehrenhaft entlassen, hadert Marcus seiner Existenz. Er wollte den Posten, um bei Gelegenheit nach Spuren der Neunten Legion zu suchen, die vor zwanzig Jahren unter dem Kommando seines Vaters in den Norden marschierte und spurlos verschwand.
Bei einem Gladiatorenkampf setzt sich Marcus dafür ein das Leben des Sklaven Esca zu verschonen, den sein Onkel daraufhin als persönlichen Leibsklaven für Marcus kauft. Esca, als stolzes Mitglied des ausgelöschten Stamms der Briganten, zeigt seine Verachtung für Rom offen, ist aufgrund seiner Ehre jedoch verpflichtet Marcus zu dienen.
Als sich das Gerücht verbreitet, der Adler sei in den Wildnissen gesichtet worden, brechen Marcus und Esca auf. Jenseits des Grenzwalls treffen sie bald auf Guern, einen der Überlebenden der Neunten Legion. Er führt sie aufs Schlachtfeld und erzählt wie die Legion aufgerieben wurde und nur wenige lebend entkamen. Entehrt schlossen sie sich anderen Stämmen an.
Die Spur führt weiter nach Norden zu einem Stamm, der sich Seehundclan nennt. Sie werden kurz nachdem sie deren Territorium erreichen, gefangengenommen. Esca gibt sich als Brigant zu erkennen und überzeugt die Jäger, dass er den Römer getäuscht habe, um herzukommen und Marcus sein Sklave sei. Die Barbaren behandeln den Römer hart, gewähren Esca aber Gastrecht. Bei einer Zeremonie präsentiert der Stammesfürst den Adler. Noch in derselben Nacht gibt Esca Marcus zu verstehen, dass er alle nur getäuscht hat. Sie stehlen den Adler und fliehen Richtung Süden.
Allerdings bricht Marcus Beinwunde wieder auf, was nach dem Verlust der Pferde die beiden nur weiter bremst. Schließlich bittet Marcus Esca den Adler nach Rom zu bringen und ihn zurückzulassen. Doch Esca lehnt ab und verspricht Verstärkung zu beschaffen. In einem Bach stellen sich die letzten Überlebenden der Neunten Legion den Kämpfern des Seehundclans. Ehre oder Tod!
Schauspieler
Marcus Aquila wird von Channing Tatum gespielt. Nach seiner Hauptrolle in G.I. Joe war dies sein Versuch als historischer Actionheld zu überzeugen. Später spielte er die Hauptrollen in Filmen wie „Magic Mike“, mäßig erfolgreichen Filmen wie „White House Down“ oder „Jupiter Ascending“, oder ernste Rollen in „Foxcatcher“ oder „Hail Caesar“. Weitere Auftritte hatte er in „Logan Lucky“, einen Cameo in Bullet Train, und zuletzt spielte er Gambit in „Deadpool & Wolverine“ und die Hauptrolle in „Blink Twice“. Die Vielfalt seiner Rollen spiegelt seine Wandlungsfähigkeit gut wider, wobei nicht alle Projekte erfolgreich waren und er zum Beispiel nicht mehr als Römer in Historienfilmen aufspielte.
Jamie Bell spielte den Sklaven Esca. Widerwillig nimmt er seine Rolle ein, da er voller Stolz in der Arena sterben wollte. Sein Schwur bindet ihn an Marcus, bis zuletzt die Freundschaft siegt als Marcus Esca aus seinem Dienst entlässt und frei erklärt. Als freier Mann entscheidet er sich dann an Marcus Seite zu kämpfen. Jamie Bell überzeugte schon in seiner ersten Rolle in „Billy Elliott – I Will Dance“. Später spielte er in Peter Jacksons „King Kong“, Clint Eastwoods „Flags of Our Fathers“ und dem schwachen Actionthriller „Jumper“. Ein Karrierehöhepunkt war die Serie „Turn – The Washington Spies“. Weitere Rollen spielte Bell in Gnadenlos, Rocketman, All of Us Strangers und Snowpiercer. Wie Tatum ein breitet Spektrum an Rollen, das sich leider nicht immer bewährt.
Donald Sutherland (Moonfall, Die Tribute von Panem Franchise) spielt Marcus Onkel. Mark Strong (1917) spielt den Römer Guern.
Ned Dennehy (Good Omens) spielt den Clanführer des Seehundclans. Sein Sohn und Anführer der Jäger spielt Tahar Rahim (Madame Web).
Regie
Kevin Macdonald begann mit Fernsehproduktionen und Dokumentationen. 2003 führte er bei „Sturz ins Leere“ Regie, einem Film, der den Überlebenskampf eines Bergsteigers rekonstruiert. Dieser wird nach einer Verletzung und einem Sturz in eine Gletscherspalte für tot gehalten und zurückgelassen.
2006 landete er seinen größten Erfolg mit „Der letzte König von Schottland“, der den Oscar gewinnen konnte. Sein Film über den Kriegsverbrecher Klaus Barbie wurde zwar gut aufgenommen, doch es sollte bis 2018 dauern, bis mit „Der Mauretanier“ ein breitenwirksamer Erfolg unter seine Regie entstand.
Zwar legte Macdonald viel Aufmerksamkeit auf Details was Ausrüstung und Ausstattung anging, doch alles in allem war das Ausgangsmaterial (der Roman von Autorin Sutcliff ist ein Jugendroman) einfach zu schwach.
Nachbearbeitung
Bei der Ausstattung der römischen Ausrüstung wurde auf Details geachtet. Das Auffälligste ist die Kinnnarbe, die durch den Lederriemen des Helms entsteht. Daran erkennen die Stammeskrieger, dass Marcus ein Römer ist, und auch Guern kann daran identifiziert werden. Pilum, Schwerter und Schilde sind hochwertig hergestellt, ebenso stimmig sind Sax und sonstige Waffen der Barbaren. Die Streitwagen mit Sichelachsen waren eher selten in den bewaldeten Landstrichen. Die Seehundkrieger, gehüllt in Seehundfelle und mit Asche eingerieben, verfügen mehrheitlich über Speer- und Pfeilspitzen aus Knochen. Das Initiationsritual für jugendliche Krieger, bei dem der Adler als Kriegsbeute präsentiert wird, wirkt etwas archaisch für Pikten.
Filmkritk
Fazit
Mit der FSK-12 Freigabe ein gutes Sandalenabenteuer, das im Vergleich zu Gladiator aber deutlich abstinkt, trotz zweier guter Hauptdarsteller. Zeitnah dazu war eine etwas blutigere Variante erschienen. „Centurion“ schickt Michael Fassbender auf eine ähnliche Reise.



