Im Kalten Krieg war eines der weniger bekannten Schlachtfelder um Kulturkampf ein Spiel mit 64 Feldern – Schach. Während sowjetische Großmeister wie Stars behandelt wurden, war die Situation für die Amerikaner herausfordernder.
Story/Inhalt
Bobby Fischer ist das größte Schachtalent, dass der Westen aufbieten kann. Bereits in jungen Jahren steigt er in der amerikanischen Rangliste weit nach oben, seine Spielzüge beeindrucken auch außerhalb der Gemeinschaft der Schauspieler. Da ist die Idee Fischer gegen den Feind aus der Sowjetunion antreten zu lassen und damit die Überlegenheit der Sowjets auf diesem Gebiet zu brechen, ein willkommener Ansatz für die CIA. Allerdings ist der exzentrische Fischer ein Pulverfass. Wenn sie ihn nicht unter Kontrolle halten können, scheitert der ganze Plan die Sowjets auf einem ihrer besten Gebiete zu vernichten.
1972 kommt es dann auf Island zum Duell des Jahrhunderts. Fischer trifft auf Spasski. Doch die Einflussnahme der Geheimdienste beider Seiten belasten Fischer, machen ihn paranoid und ruhelos. Der Sieg ist nicht sicher…
Schauspieler
Tobey Maguire glänzt in der Rolle des Bobby Fischer. Maguire ging es vor allem darum, das Image des Spiderman abzustreifen und sich für ernstere Rollen zu positionieren. In „Der große Gatsby“ war sein Auftritt neben Leonardo DiCaprio etwas untergegangen.
Liev Schreiber (Caught Stealing) spielt Boris Spassky. Großmeister im Schach, von der Sowjetunion hofiert und umschmeichelt, ist er bestimmt einer der besten Spieler der Welt. Trotz der Anweisung den Amerikaner, als dekadent und schwach und dessen Siegeschancen kleinzureden, hat Spasski großen Respekt und sieht in Fischer einen Schachspieler, keinen Klassenfeind.
Michael Stuhlbarg (The Amateur) spielt den Anwalt Paul Marshall, ein Patriot durch und durch. Er unterstützt Fischer in seinen Anliegen, die Turnierregeln anzupassen und versucht Fischers Exzentrik in Maßen zu halten. Allerdings würde er alles dafür tun, dem Feind Sowjetunion eine Niederlage zuzufügen, auch wenn es Fischer zerstören würde.
Peter Sarsgaard (The Batman) spielt Bill Lombardy, der als Fischers Sekundant auftritt. Der Priester versucht ebenso wie Marshall Fischer unter Kontrolle zu halten, aber mehr aus Empathie heraus.
Regie
Edward Zwick machte mit Dramen wie „Legenden der Leidenschaft“ oder „Mut zur Wahrheit“ auf sich aufmerksam, drehte aber auch Thriller wie „Ausnahmezustand“ und plumpe Actionfilme, die die Geschichte ad absurdum führen, wie „The Last Samurai“. Es folgten Filme wie Blood Diamond und „Defiance – Unbeugsam“. Nach diesem Film folgte noch „Jack Reacher – Kein Weg zurück“, „Trial by Fire“ und eine Folge der Serie „Away“. Als Produzent war er auch an „Shakespeare in Love“ beteiligt, der bei den Oscars 1999 Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ einige Preise abnehmen konnte. Mal ehrlich: welcher Film ist besser?
Bei Bauernopfer schafft es Zwick das Thema Schach spannend umzusetzen. Nicht ganz auf dem Niveau der Pokerpartie in Casino Royale sind doch die gespielten Partien heute in jedem Schachclub noch immer Diskussionsthema. Generell ist das Thema in Film und Serie unterrepräsentiert, was aber auch verdrehten Darstellungen wie etwa in „Das Damen-Gambit“ geschuldet ist.
Nachbearbeitung
Die Geschichte von Bobby Fischer gibt schon genug Drama her. Nach dieser Partie verschlechtere sich sein Geisteszustand, schließlich war er obdachlos in New York, bevor er die USA verließ und durch die Welt vagabundierte. 2005 kam er nach Island und starb dort 2008 verarmt. Die letzten Jahre waren geprägt von Verschwörungstheorien: trotz des Endes des Kalten Krieges glaubte er, die Geheimdienste beider Seiten würden ihn noch immer beobachten. Außerdem ergab er sich antisemitischen und antiamerikanischen Verschwörungen.
Musik
Zehn Tracks und Themes werden verwendet. Darunter die Olympia-Hymne von John Williams, aber auch Songs von Jefferson Airplane, Creedance Clearwater Revival und The Ventures.
Filmkritk
Fazit
Heiße geistige Duelle, die auf dem Schlachtfeld des Schachbretts ausgetragen werden. So sollten Kriege geschlagen werden. Das tragische Schicksal von Fischer mal ausgeblendet, ist es ein unterhaltsamer Film zum Thema Schach.



