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Filmkritik: Demolition Man

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
1. Mai 2026
in Filme, Kritiken
0
Demolition Man szenebild

© Warner Bros

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Wie löst man das Problem mit extremen Gewaltverbrechen? Hier indem man die Verbrecher in Kryostase versetzt und hofft, in der Zukunft die Leute rehabilitieren zu können. Der Plan muss doch funktionieren, oder?

Story/Inhalt

1996 nimmt der Verbrecher Simon Phoenix einen Bus mit dreißig Insassen als Geiseln. Der Polizist John Spartan scheitert bei der Rettung, sodass alle sterben. Für sein Versagen wird er ebenso wie Phoenix in Kryostase versetzt, um in siebzig Jahren zurückzukehren.

Im Jahr 2032 wird ein Versuch der Resozialisierung unternommen. Doch kaum ist Phoenix aufgetaut, flieht er und begeht dabei den ersten Mord seit 2010. In der sauberen, schönen Welt der Zukunft ist niemand in der Lage, den Verbrecher aufzuhalten. Deshalb wird John Spartan aufgetaut. Zusammen mit der Polizistin Huxley soll der Phoenix finden. Doch Spartan kommt mit der neuen Welt ebenso nicht zurecht. Seit rabiates Vorgehen wird missbilligend toleriert, während mutmaßliche Rebellen in Spartans Augen nur Systemverweigerer sind, die sich beschaffen, was sie zum Leben brauchen.

Außerdem erfährt Spartan, dass jemand Phoenix in der Stase durch Einflüsterung zu einer Art Superverbrecher konditioniert hat. Dieser ist auf den Weg ins Gefängnis um weitere Schwerverbrecher, die ebenfalls konditioniert wurden, zu befreien. Beim Gefängnis kommt es zum Showdown, wo auch entschieden wird, ob das saubere Utopia überleben kann, oder der Wandel der Widerständler die einzige sichere Zukunft für alle ermöglicht.

Schauspieler

Sylvester Stallone (Judge Dredd) spielt erneut einen Polizisten, der vom System verraten wird. Hier wird er eingefroren und wird zur letzten Hoffnung den Superverbrecher aufzuhalten, da im neuen Utopia Gewalt und eigenes Denken verschwunden sind.

Wesley Snipes (Blade, Passagier 57) spielt Simon Phoenix. Bereits 1996 eine Bedrohung wird er durch die Konditionierung nur noch gefährlicher. Seine Verrücktheit entspricht einem Joker aus Gotham.

Huxley wird von Sandra Bullock (Gravitiy) gespielt. Als Babysitter für Spartan zugeteilt, zweifelt sie bald am sauberen Utopia und ist offen für Spartans Ideen. Nur kollidiert das mit dem Plan von Dr. Cocteau, gespielt von Nigel Hawthorne (Amistad). Weitere Rollen spielen Denis Leary (Ice Age) und Bob Gunton (Ghostbusters: Legacy).

Mitglieder der Bande von Phoenix sind unter anderem Jack Black, in einer seiner ersten Rollen, und der Wrestler Jesse Ventura (The Running Man).

Regie

Marco Brambilla liefert hier seinen Debütfilm. Danach drehte er fast nur noch Kurzfilme und war am Projekt „Dinotopia“ beteiligt. Hier setzt er sein Skript der 1980er mit den Stilmitteln der frühen 1990er um, ohne groß eigene Akzente setzen zu wollen. Die Action und die Handlung sind Standard, die Besonderheiten in der Welt der Zukunft nicht sein Anteil.

Nachbearbeitung

Auch wenn der Film nicht der große Wurf ist, liefert er doch die Quelle für einige Witze und Memes, die noch heute Bestand haben. Beim Besuch des Badezimmers fragt Spartan kurz nach dem Auftauen, was die drei Muscheln sollen. Diese Frage wurde bis heute nicht eindeutig geklärt, schafft aber diverse Theorien. Ein weiterer Aspekt ist das Abendessen bei Taco Bell, dem Gewinner der Franchise-Kriege. Diese Szene musste für den europäischen Markt umgeschrieben werden und wurde zu Pizza Hut verlegt, da die Kette Taco Bell in Europa nicht verfügbar ist. Wie die Franchise-Kriege abliefen, ist ebenso Quelle von Fan-Theorien.

Der Film basiert lose auf einem Roman von Science-Fiction-Autor Alfred Bester. Allerdings enthält er klar Elemente des Aldous Huxleys Roman „Brave New World; deutsch: Schöne neue Welt“. Ursprünglich sollten Jean-Claude van Damme und Steven Seagal die Hauptrollen spielen. Das Projekt scheiterte jedoch, da van Damme, der ursprünglich Phoenix spielen sollte, die Rollen tauschen wollte, woraufhin Seagal ausstieg.

Im Film kommen mehrere „futuristische Fahrzeuge“ vor, die einer Studie von General Motors entnommen wurde. Keines der Designs wurde Realität – irgendwie zum Glück für uns alle. Außerdem gibt es im Film mehrere Referenzen auf andere Filme, teilweise aus einem Streit zwischen Stallone und Schwarzenegger heraus. Dieser hatte in „Last Action Hero“ Stallone verspottet.

Musik

Das Titellied stammt von Sting. Dazu sieben weitere Tracks.

Filmkritk

Fazit

6 Ergebnis

Auch wenn der Film eine wahre Quelle für Referenzen und Memes ist, bleibt das Gesamtprodukt eher schwach. Stallone und Snipes verloren langsam ihre Zugkraft im Kino, während die Flut an endzeitlichen düsteren Szenarios langsam erst Fahrt aufnahm. Der intellektuelle Hintergrund aus Besters und Huxleys Romanen war für die meisten Zuseher bestimmt kein Pull-Faktor. Die Franchise-Kriege würden heute auch anders ausgehen… vielleicht besteht noch Hoffnung für Subway, Nordsee oder Vapiano?

Fazit

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Tags: Science Fiction
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