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Filmkritik: Venom: Let there be Carnage

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
30. April 2026
in Filme, Kritiken
0
Venom Let there be Carnage szenebild

© Sony Pictures

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Wie bereits im ersten Teil angeteasert, trifft in diesem Abenteuer unser liebster Symbiont auf einen mächtigen Gegner: Carnage, auf Deutsch „Blutbad“, verspricht ein blutiges Abenteuer – mit FSK 12.

Story/Inhalt

Eddie versucht sich mit seinem neuen Mitbewohner Venom zu arrangieren und sein Leben wieder in sichere Bahnen zu lenken. Ein großer Fall wäre für den Journalisten das Sprungbrett, um sich endlich wieder einen seriösen Namen zu schaffen. Da kommt ihm Cletus Kasady gerade recht. Der Serienmörder, der in den Berichten als Carnage bezeichnet wird, wartet auf die Vollstreckung seines Urteils. Eddie Brock ist der einzige Journalist, dem der Serienmörder Zugang für ein Interview gewährt. Allerdings nutzt der Verrückte die Nähe, um Eddie zu beißen. Dabei geht ein Teil von Venom auf den Serienmörder über. Dieser Teil von Venom verhindert die Vollstreckung des Urteils und Carnage geht zusammen mit seiner Freundin auf einen Rachefeldzug. Nur Venom kann ihn stoppen. Allerdings ist der Teil, den Carnage erhalten hat, ein roter Symbiont – und davor haben selbst die schwarzen Schreckenfratzen Respekt. Außerdem kann Carnages Freundin Schall als Waffe einsetzen – eine weitere Schwäche der Symbionten.

Schauspieler

Tom Hardy (The Bikeriders, Venom) ist erneut ein Höhepunkt im Film. Da vergisst man fast, dass sich die Beziehung zwischen ihm und seiner anderen Hälfte eigentlich nicht weiterentwickelt. Auch die Bedrohungslage durch zwei neue, mächtige Gegner ist da fast nebensächlich. Zwar spielt Hardy groß auf, doch der Film scheitert an anderen Stellen.

Woody Harrelson als Cletus Kasady/Carnage ist ein Genuss – und doch im Stile der Superheldenfilme dieser Zeit ein Gegner, dessen Potential nicht ausgeschöpft wird und Carnage als austauschbarer Gegner verschwendet wird. Dabei hätte hier mit Harrelson eine Beziehung wie zwischen Spiderman und Green Goblin entstehen können.

Naomi Watts (Tödliche Versprechen) spielt Frances Barrison, die Jugendfreundin und ewige Liebe von Carnage. Selbst kann sie Schall manipulieren, weswegen sie als Kinder in derselben Anstalt waren und sich seither verbunden sind. Wie Carnage selbst, wird sie zu einem austauschbaren Bösewicht, der kaum mehr als eine leere Schale darstellt und von Fähigkeiten und Auftreten besser ins X-Men Universum passen würde.

Stephen Graham (Taboo, The Peaky Blinders) nimmt die Rolle von Detective Graham ein. Er war der ermittelnde Polizist im Fall von Carnage, hatte bereits mit ihm zu tun, als er noch in der Anstalt war, und wird so zu einem Ziel des tödlichen Duos.

Michelle Williams, Reid Scott und Peggy Lu kehren in ihre Rollen aus dem ersten Teil zurück, sind aber mehrheitlich Beiwerk, das kaum zur Story beiträgt.

Regie

Andy Serkis ist den meisten wohl als der Mann hinter Gollum (Herr der Ringe) oder Cesar (Planet der Affen) bekannt. Der CGI-Experte versteht sein Handwerk vor der Kamera: benannte Rollen sind seine bekanntesten im Anzug. Aber auch ohne Maske stand er vor der Kamera, etwa in „King Kong“ von Peter Jackson, oder dem Weltkriegsdrama „Deathwatch“.

Nach der dramaturgischen Regie für das Videospiel „Heavenly Sword“ und einen Fernsehfilm arbeitete er sich nach oben, bis dieser Film sein erstes großes Hollywood-Budget bedeutete. Die Effekte und der Einsatz von Venom und Carnage sind top. Doch andere Elemente des Films: Geschwindigkeit der Handlung, Dramaturgie und Charakterentwicklung sind schlicht und ergreifend schlecht oder gar nicht vorhanden. Effekte allein machen keinen guten Film. Danach legte Serkis (eine berechtigte Pause) als Regisseur ein. Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Nachbearbeitung

Wie erwähnt sind Venom und Carnage wieder gut in Szene gesetzt. Doch die Handlung ist zäh wie Kaugummi, die Charakterentwicklung und Motivation fragwürdig und dramaturgisch schlecht abgestimmt. Vor allem Eddies Ex-Freundin, ihr Mann und Mrs Chen sind Nebenhandlungsstränge, die nicht wirklich irgendwo hinführen. Natürlich nimmt Carnage Eddies liebste Menschen als Geiseln oder bedroht sie – genug ist das aber nicht.

Musik

Dreizehn Titel umfasst der Soundtrack. Von Johnny Cash für die Untermalung des Gefängnisses über die namensgebende Titelmusik der Little Simz und einem Song von The Black Keys. Die Musik kann diesen Unfall von Film leider nicht retten.

Filmkritk

Fazit

5 Ergebnis

Tom Hardy macht Spaß, doch insgesamt versagt der Film. Carnage wird billig verheizt und am Ende muss man irgendwie froh sein, dass der Film nur 97 Minuten dauert. So viel Talent (Hardy, Harrelson, Watts) so wenig genutzt. Ein weiteres Symptom der Superheldenmüdigkeit, die bis heute anhält. Und die schlimmsten Akte davon sollten noch auf uns zukommen… wir sind schließlich erst im Jahr 2021.

Fazit

  • Story/Inhalt 0
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Tags: ActionfilmScience Fiction
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