Ein Jahr bevor Der Adler der Neunten Legion in die Kinos kam, sandte Neil Marshall die Legion auf eine tödliche Expedition ins Land der Barbaren. Mit Michael Fassbender und dem damals aktuellen Bond-Girl Olga Kurylenko standen zwei große Namen auf dem Cover.
Story/Inhalt
Der Zenturio Quintus Dias ist Kommandant eines Außenpostens, der von Pikten überfallen und zerstört wird. Als einziger Überlebender soll Dias den Göttern geopfert werden. Er schafft es zu entkommen und flieht durch die Wildnis, wo er von der Neunten Legion unter General Titus Virilus aufgefunden wird. Dias wird direkt wieder eingegliedert und folgt der Legion tiefer in Feindesland. Als Kundschafter werden die Pikten rund um Etain eingesetzt, die sich prompt absetzen, bevor die Legion in einen Hinterhalt gerät. Die Reihen werden versprengt, General Virilus von den Pikten gefangengenommen. Dias kann sich unter Leichen verbergen und versammelt schließlich einige versprengte Legionäre. Statt sich abzusetzen, beschließt Dias jedoch einen Versuch zu unternehmen den General zu befreien. Die Operation scheitert, die Legionäre können jedoch auf Befehl des Generals mit dem Adler entkommen.
Etain führt die Verfolger an und setzt den Römern gnadenlos nach. Getrieben von Rachsucht für das, was die Römer ihr selbst und ihrer Familie angetan haben, ist sie eine unaufhaltsame Naturgewalt. Mann für Mann werden die Legionäre aufgerieben, die Gruppe versprengt. Auch Wölfe verfolgen die Römer. Kurzfristig finden Dias und seine Leute bei der Piktin Arianne Unterschlupf, die als Hexe verschrien allein im Wald lebt. Dias entscheidet den Adler zurückzubringen, was zu einer finalen Konfrontation mit Etain führt.
Schauspieler
Michael Fassbender (Eden Lake, X-Men Apocalypse) ist als Zenturio das Musterbeispiel des römischen Soldaten. Absolut loyal, robust und unnachgiebig kämpft er sich durch Feindesland, trotzt Verfolgern, Natur und der eigenen Politik. Dominic West (Tomb Raider, 300) spielt General Titus Virilus. Vom selben Schlag wie Dias befiehlt er den Adler in höchster Pflichterfüllung zu retten.
Die Fährtenleserin Etain bietet Rom zwar ihre Dienste an, tut dies aber mit dem Hintergedanken die Legion in den Untergang zu lotsen, wie einst Arminus den General Varus. Als Kind musste sie mitansehen, wie ihre Familie getötet wurde. Ihre Mutter und sie wurden zuvor vergewaltigt. Ihr wurde die Zunge herausgeschnitten, damit sie niemandem davon erzählen konnte. Ihre Motivation ist Rache, und ihr blinder Hass führt nicht nur zum Tod ihrer Leute. Gespielt wird Etain von Olga Kurylenko (Ein Quantum Trost, Thunderbolts*). 2023 spielte sie im gleichnamigen Film die keltische Rebellenführerin Boudica.
Die Legionäre spielen Riz Ahmed (Venom), Noel Clarke, Liam Cunningham, David Morrissey (The Walking Dead), JJ Field (Le Mans 66) und Dimitri Leonidas (Monuments Men: Ungewöhnliche Helden).
Als Hexe Adrianne tritt Imogen Poots (Green Room, 28 Weeks Later) auf.
Regie
Neil Marshall überzeugte mit Filmen wie „Dog Soldiers“, „The Descent“ und „Doomsday – Tag der Rache“. Auch bei Serien wie „Black Sails“, „Game of Thrones“, „Westworld“ oder „Hannibal“ steuerte er mindestens eine Folge bei. Oft tritt er als Autor, Produzent und Regisseur in einer Person auf, sodass er vollen Spielraum bei der Umsetzung hat. Seine Werke überzeugen mit guter Kameraführung und klarer Darstellung der Gewalt. Hier zeigt sich das in den Kämpfen um die Festung, während des Hinterhalts der Pikten und der Verfolgung durch Etain und ihren Kriegstrupp. Ähnlich wie in Descent sind einzelne Menschen zu großen Gewaltakten fähig. So erdolcht beispielsweise der Legionär Thrax den Sohn des Häuptlings oder verwundet seine Kameraden, um den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen und sich so einen kleinen Vorsprung zu verschaffen.
Nachbearbeitung
Im Gegensatz zu „Der Adler der Neunten Legion“ legt Marshall keinen Wert auf Authentizität bei der Ausrüstung oder der Sprache der Männer. Schon der Name Publius Dias ist nicht römisch, genauso wenig wie die vielfältigen Waffen der Pikten und die Ausrüstung der Römer. Die vielfältigen Ethnien der Legionäre reichen von Griechen, einem Nubier, zu Galliern und Spaniern. Durch die Herkunft getrennt, durch Sprache und Kultur geeint.
Musik
Der Soundtrack umfasst 19 Stücke, die die verschiedenen Schlachten, Kämpfe und Verfolgungen passend begleiten. Vielleicht etwas zu modern für einen Sandalenfilm.
Centurion Mediabook
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Filmkritk
Fazit
Die FSK-18 Variante der Zerschlagung einer Legion durch Barbaren kam gut ein Jahr vor „Der Adler der Neunten Legion“ direkt auf DVD auf den Markt. Doch die „erwachsenere“ Variante der Geschichte muss sich nicht verstecken, fällt etwas kürzer, dafür viel blutiger aus.



