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Filmkritik: Greenland 2: Migration

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
23. Januar 2026
in Filme, Kritiken
0
Szenebild GREENLAND 2

© Tobis Film

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Nachdem die Familie Garrity in Greenland den Bunker der Thule-Airbase gerade noch erreichen konnte, bevor Clarke in Europa einschlug, sind mehrere Jahre vergangen. Das GEE (Global Extinction Event) ist allerdings noch nicht vorbei.

Story/Inhalt

Der Einschlag von Clarke hat die Welt verändert: dem andauernden Bombardement kleiner Teile ausgesetzt, sind viele Schutzräume inzwischen zerstört worden. Der Schweif von Clarke wurde von der Erde eingefangen, sodass andauernd weitere Trümmer überall einschlagen könnten. Dazu kommen Strahlungsstürme, Tsunamis, veränderte Gezeiten und Strömungen sowie tektonische Aktivität mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

John ist als Scout in der Nähe von Thule unterwegs um nötige Ersatzteile für die Wasseraufbereitung zu besorgen, als er einen neuen tektonischen Riss erschreckend nahe am Bunker entdeckt. Durch seine andauernden Erkundungen leidet er mittlerweile an den ersten Symptomen der Strahlungskrankheit, was er jedoch vor seiner Familie versucht zu verbergen. Ein schweres Erdbeben zerstört kurz darauf den Bunker, die Evakuierung verläuft unkoordiniert und mit einer Handvoll zufälliger Bunkerinsassen können die Garritys mit einem gestrandeten Rettungsboot entkommen, bevor der Tsunami Greenland sprichwörtlich wegspült.

Sie versuchen England zu erreichen, was dank der neuen Golfströmung gerade noch zu schaffen ist, bevor der Sprit ausgeht. In Liverpool entdecken sie nicht nur Überlebende, sondern auch einen funktionalen Bunker. Dieser wurde von Soldaten besetzt, die auf jeden Unautorisierten schießen. Da nur Allison ihre Registrierung dabeihat, müssen sie weiterziehen. Der nigerianische Migrant Obi nimmt sie mit Richtung London und informiert sie über die Zustände in Europa. Kurz darauf wird Obi bei einem Asteroidenschauer getötet, die Garritys kommen in London bei einer Bekannten unter, die trotz allem eine Pflegestation für Demenzkranke betreibt. Ihr Ziel lautet: Einschlagkrater von Clarke, da dort keine Strahlung sein soll.

Der mittlerweile ausgetrocknete Ärmelkanal ist eine weitere Hürde, da ein tiefer Bruch durch die Landschaft geht, der starken seismischer Aktivität unterliegt. In dem von den Einschlägen verheerten Land scheint auf der anderen Seite alles ausgestorben. Nahe Pas-de-Calais treffen sie den ehemaligen Postbeamten Denis, der kaum bessere Nachrichten hat: in Frankreich führen Reste der französischen Armee und NATO einen Krieg gegen ein osteuropäisches Bündnis um den Zugang zum Clarke-Krater. Obwohl dieser als neutrale Sicherheitszone gilt, wird um den Zugang hart gekämpft. Denis bittet die Garritys seine Tochter mitzunehmen, da ein langfristiges Überleben hier nicht zu erwarten ist.

Im Kriegsgebiet sind die Zustände schlimm: neben Einschlägen und Strahlung kämpfen hier neben den beiden organisierten Armeen auch Freischärler und Rebellen. Die Hoffnung, dass im Krater von Clarke Leben möglich ist, treibt alle an.

Schauspieler

Gerard Butler (Criminal Squad 2, Kandahar) und Morena Baccarin (Deadpool, Homeland) nehmen ihre Rollen aus Greenland wieder ein. Roman Griffin Davis (The Long Walk,Silent Night) spielt nun Nathan. John ist todkrank, Allison ein Mitglied des zivilen Rats, und Nathan mitten in der Pubertät, was ihn zu einigen dummen Entscheidungen anstachelt.

Amber Rose Revah und Trond Fausa (Oppenheimer) sind Anführer in der Thule-Basis, werden auf dem Weg Richtung Clarke jedoch unabhängig voneinander getötet, um zu zeigen, dass die Welt unter anderen Bedingungen steht. Ken Nwosu (Hexen hexen) als Obi und William Abadie (Sex and the City) als Denis bieten ihre Hilfe an, was zeigt, dass noch nicht alle in Barbarei verfallen sind. Nelia Valery (Friendzone) spielt Camille, die sich auf Drängen von Denis den Garritys anschließt – da sie Französisch, spricht ein wichtiger Trumpf.

Regie

Ric Roman Waugh (Angel has fallen) leitet seine Fortsetzung mit einem Knall ein: nach dem Einschlag ist eben nicht alles gut und geht wieder seiner Dinge. Die Versorgungslage ist genauso schlecht wie die Stimmung im Bunker. Interessen kollidieren mit Egos, wenigstens regiert in Thule nicht das Militär mit überlegener Feuerkraft.

Die Reise durch Westeuropa ist wie eine Reise durch eine neue Welt. Allerdings ist der Zusammenhalt der Greenland-Überlebenden sehr locker: in Liverpool zerstreuen sie sich sofort, ohne große Verabschiedung oder Zusammenhalt. Adam wird von den Bunkerwachen am Eingang erschossen, weil er seine „Autorität als gewählter Bunkervertreter von Thule Airbase“ ausspielen will, Dr. Amina stirbt auf der Fahrt, als das Auto von Rebellen überfallen wird.

Obi und Denis helfen, wobei Obi sich mit einer Uhr bezahlen lässt und Denis einen Ausweg für seine Tochter sucht. Die Menschen, die die Einschläge und die Strahlungsstürme überlebt haben, haben sich entweder angepasst oder haben ein kurzes Ablaufdatum. Gleichzeitig führen „alte Nationen“ Krieg um die letzten Ressourcen. Wer, und vor allem wie, im Clark-Krater die Ordnung gewährleistet, bleibt offen.

Nachbearbeitung

Die Einschlagbilder aus dem Abspann von Greenland werden teilweise wiederverwertet, dazu kommen neue Eindrücke aus Liverpool, London, dem Ärmelkanal und den Alpen in Südostfrankreich. Die zahlreichen Einschläge haben Landmarken und Strömungen verändert: der Ärmelkanal ist eben trocken, der Golfstrom verläuft weiter südlich und fließt direkt nach Süden ab, statt Richtung Nordeuropa. Was Afrika und Asien betrifft, bleibt ebenfalls offen: das Beste, was man andeutet, ist mit Kratern überzogene Landmassen (wie eigentlich überall).

Musik

Die Welt ist stiller geworden. Insgesamt werden sechs Songs verwendet. Doch die Menschheit führt lieber Krieg um die letzten Ressourcen als zu musizieren, wie es scheint.

Filmkritk

Fazit

5.8 Ergebnis

Die Fortsetzung schwächelt an der Substanz. Mit typischer amerikanischer Arroganz fallen die Überlebenden von Thule in Europa ein und glauben man empfängt sie, als wären sie erwartet worden. Getrieben von der Hoffnung, dass es bei Clarke alles besser ist, überwinden sie riesige Strecken. Hinterfragen sie mal nicht, wo sie getankt haben, und wie oft. Vor allem: was haben die anderen Garritys zu einer Gemeinschaft beitragen? Nathan wurde schon in Greenland wegen seiner Insulinpumpe abgewiesen, und Allison war nur dank Bauingenieur John zugelassen. Ob die Bewohner von Clarke (nennen wir es mal Clarke-Nation) gerade auf diese zwei Amerikaner warten? Das bleibt zu bezweifeln, könnte aber der Plot für einen dritten Film sein.

Fazit

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Tags: Actionfilm
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