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Filmkritik: Drecksau (Filth)

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
7. April 2026
in Filme, Kritiken
0
Drecksau - Es ist Zeit, versaut zu sein szenebild

© Ascot Elite Home Entertainment

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Lassen Sie sich vom Titel nicht täuschen: wer hier eine sorgenfreie Komödie erwartet, ist auf dem falschen Dampfer. Es gibt zwar Humor, aber der ist so schwarz und düster wie der Hintergrund der Geschichte, die sich hier Stück für Stück zusammenfügt.

Story/Inhalt

Als ein japanischer Student in einer Unterführung ermordet wird, wittert der Polizist Bruce Robertson eine Chance zur Beförderung. Für seine Kollegen hat er nur Verachtung übrig und glaubt einen schnellen Erfolg einfahren zu können. Angetrieben von Kokain, Alkohol, rauem Sex und unfreiwillig finanziert durch seinen Freimaurer-Kollegen Clifford Bladesey, dem er teilweise sehr übel mitspielt, surft Bruce durch das Nachtleben von Edinburgh und Hamburg. Dabei leidet er an einer bipolaren Störung und einer dissoziativen Identitätsstörung. Als er zufällig die Mörder des Studenten stellen kann, bricht das gesamte Kartenhaus zusammen. Bruce sieht nur einen Ausweg: Selbstmord.

Schauspieler

Bruce Robertson wird von einem überdrehten James McAvoy (Split, X-Men: Apocalypse) gespielt. McAvoy zeigt hier die gesamte Palette von Emotionen, und auch wenn sein Charakter ein sehr tragischer ist, gibt es doch Momente zum Lachen, zum Staunen und absolut zum Kopfschütteln. Die Performance gibt einen kleinen Einblick auf das, was er auch in Split als gespaltene Persönlichkeit wiedergeben hat.

Robertsons Partner Lennox wird von Jamie Bell (Der Adler der Neunten Legion, Turn) gespielt. Er ist der Prügelknabe und oft genug Opfer der derben Scherze von Bruce. Doch in ihm steckt ein guter Polizist, der mit einem besseren Partner schnell die Karriereleiter aufsteigen würde. Kaum stimmt er sich mit Drummond ab, wird er befördert.

Imogen Poots (Green Room, 28 Weeks Later, Vivarium) ist als Detective Drummond in kleinen Club der Detectives die einzige Frau. Bruce verachtet sie als schwach und unfähig, obwohl sie die einzige, vielleicht abgesehen von Lennox, mit Kompetenz und Engagement ist. Ihre Hinweise werden lange, selbst vom Captain, abgetan und ignoriert.

Weitere Rollen spielen Eddie Marsan (Deadpool 2), Iain de Caestecker (Marvels Agents of Shield), Joy McAvoy (die Schwester von James McAvoy; gelebter Nepotismus, der von Bruce Robertson sein könnte), Joanne Froggatt (Downton Abbey) und Shauna Macdonald (The Descent).

Regie

Jon S. Baird lieferte mit Cass einen Achtungserfolg. Wie auch hier sind teils skurrile und/oder erschreckende Handlungen eingearbeitet. Während in Cass ein jamaikanischer Jugendlicher zum Gangsterschläger und Hooligan wird, der alles mit den Fäusten regelt, ist es hier die Gang zu Beginn des Films, die mit totaler Grausamkeit den Japaner töten. Alle Handlungen, die Bruce begeht, sind grundsätzlich nicht besser, nur halt mit einer Marke: Drogen, die Kriminellen abgenommen werden, nimmt Bruce selber. Wenn er und Lennox zusammen mit der Sitte ein Bordell hochnehmen, nutzt er die Chance mal wieder einen wegzustecken, und nicht zuletzt führt er seinen einzigen Freund Clifford bei jeder Gelegenheit übelst vor.

Ruhigere Töne traf der Regisseur 2018 bei seinem Film über das Comedy-Duo Stan Laurel und Oliver Hardy in „Stan & Ollie“, einer Hommage an zwei große Entertainer.

Nachbearbeitung

Als Grundlage diente der Roman „Filth“ von Irvine Welsh. Er lieferte auch die Romanvorlagen für „Trainspotting“. T2 – Trainspotting 2“ und „Acid House“. Die Themen in allen Filmen sind Drogen, Drogenmissbrauch und unterdrückte Homosexualität. Diese spiegelt sich nicht nur in Bruces Fantasien wider, sondern auch in Aussagen und Handlungen der Straßengang, die den Studenten ermorden.

Auch wenn der Trailer so geschnitten war, dass der Film eher wie eine Komödie rüberkam, ist er durchsetzt mit der Doppeldeutigkeit der Vorlage, die durch die Handlungen von Bruce, gefangen zwischen einschüchternd und erbärmlich, verdeutlicht wird. Ein Spiegelbild einer Welt, die nicht auf den ersten Blick sichtbar wird, und die die meisten dezent ignorieren, weil sie ihr poliertes Weltbild stört.

Musik

Da der Film um Weihnachten spielt, gibt es natürlich Weihnachtslieder und Jingles. Es ist fast ein Klischee, dass die Reise nach Deutschland mit Nenas 99 Luftballons eingeleitet wird – deutsche Musik ist viel mehr. Da hätten wir doch den Beitrag von Dr. Alban – was, der ist Schwede? Trotzdem: ein umfangreicher Soundtrack, der von klassischer Musik bis zu Pop und Rock reicht.

Filmkritk

Fazit

7.2 Ergebnis

Keine leichte Kost, doch eine der besten Performances von James McAvoy. Und steckt nicht in jedem eine kleine Drecksau? Man muss nicht alles gutheißen, oder gleich eine Person wie Bruce Robertson sein…

Fazit

  • Story/Inhalt 0
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  • Regie 0
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  • Musik 0
Tags: Komödie
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