20 Jahre nach dem ersten Teil kam Ende April 2026 der zweite Teil der längst zu Kultstatus avancierten Komödie „Der Teufel trägt Prada“ in die Kinos. Mit Größen wie Meryl Streep und Anne Hathaway in den Hauptrollen war dieser Film eines der aufmerksamkeitsstärkeren Kinoereignisse dieses Jahres. Es geht auch diesmal um die Journalistin Andy Sachs (Hathaway), die unter der Chefredakteurin Miranda Priestly (Streep) beim Fashion-Magazin „Runway“ anheuert. Auch im Film sind 20 Jahre vergangen, vieles hat sich verändert – aber einiges ist auch beim Alten geblieben.
Schauspieler – Sehr guter Cast
Die erwähnten beiden Schauspielgrößen Anne Hathaway und Meryl Streep sind in „Der Teufel trägt Prada 2“ zurück in ihren Kultrollen: Streep als die kühle und herrschsüchtige Chefin des High Fashion-Magazins „Runway“, Hathaway als die ambitionierte und idealistische Journalistin Andrea „Andy“ Sachs. Vor allem Streep ist meiner Ansicht nach wie für diese Rolle geschaffen. Entsprechend auf den Punkt ist also auch die Performance. Auch Hathaway ist die perfekte Verkörperung für den Sonnenschein Andy Sachs, die sich angesichts der vielen kleinen Gemeinheiten nicht unterkriegen lässt, die sich Miranda im Laufe des ersten Teils (und bisweilen auch im zweiten) erlaubt. Allerdings ist mir hier etwas zu wenig Entwicklung innerhalb des Charakters passiert – angesichts der Tatsache, dass auch im Film 20 Jahre vergangen sind und aus der jungen Assistentin von damals eine preisgekrönte Journalistin Mitte Vierzig (?) geworden ist. Das kann aber auch Geschmackssache sein. Auch Emily Blunt als Emily Charlton beherrscht das Spiel mit den Ambiguitäten sehr gut. Und ohne zu viel spoilern zu wollen (wobei – was gibt es hier zu spoilern?): Einzig die Rolle von Peter, Andys neuem Lover (verkörpert durch Patrick Brammall) empfinde ich als wirklich entbehrlich.
Story – Mit Schwächen
Also zur Story: 20 Jahre sind vergangen, seitdem Andy ihren Job bei Runway und der biestigen Miranda Priestly an den Nagel gehängt hat. Mittlerweile ist sie eine preisgekrönte und erfolgreiche Journalistin, die bereits zahlreiche große Storys aus der ganzen Welt berichtet hat. Aber wie das Schicksal so will, führt es sie und Miranda wieder bei Runway zusammen. Dort hat sich mittlerweile einiges geändert: Die Printausgabe findet kaum noch eine Leserschaft, jetzt sind Online-Kurzformate und Clickbait-Artikel gefragt – ganz entgegen Mirandas perfektionistischer Philosophie. Aber die musste auch an ihrem eigenen Habitus einiges ändern: Beschwerden bei der Personalabteilung haben Mirandas Verhalten zwar nicht wirklich gebessert, aber dennoch abgeschwächt. Außerdem hat sie nun mit ihrer Assistentin Amari eine Art „Aufpasserin“ an der Seite, die das nach wie vor problematische Verhalten Mirandas „politisch korrekt“ korrigiert. Andy kann Runway aus einer schwierigen Situation herausholen und sichert sich damit Mirandas spärliche Anerkennung. Tatsächlich warten aber nach dem plötzlichen Tod des Eigentümers noch ganz andere Herausforderungen auf Runway und auf Miranda, der Andy loyal zur Seite steht.
Regie – Gute Arbeit
Regisseur David Frankel stand vor der schwierigen Aufgabe, an seinen Klassiker aus dem Jahr 2006 plausibel anzuschließen – was, wie ich finde, immer eine Herausforderung ist, wenn das Original nicht direkt auf eine Fortsetzung ausgerichtet ist. Die Herausforderung erkennt man auch schon an der ziemlich konstruierten Wendung, die Andy nach 20 Jahren wieder zu Runway zurückführt. Man merkt allerdings, dass der Anspruch vor allem war, die Protagonist*innen von damals wieder zusammenzubringen und nicht, den Fokus auf die begleitenden Umstände zu legen. Im Film selbst wird Andys Rückkehr zu Runway sogar als „modernes Wunder“ bezeichnet. Auch die Weiterentwicklung der Charaktere bedurfte einiger „Anpassungen“, wie die oben genannte Assistentin Amari, die im Jahr 2026 das Verhalten Mirandas korrigiert und damit zeigt, dass man sich des Zeitgeists durchaus bewusst ist, aber die Eigenheiten der Charaktere beibehalten wollte. Insgesamt ist „Der Teufel trägt Prada 2“ eine schöne und unterhaltsame Geschichte mit Nostalgiefaktor und opulenter Optik. Wie bei einem Film über ein Modemagazin zu erwarten ist, sind zahlreiche bekannte Models und Stars aus der Modebranche in Cameo-Auftritten zu sehen. Glamour und Ästhetik spielen wahrscheinlich eine noch größere Rolle als in Teil eins.
Nachbearbeitung – Glanz und Glamour
Der Film über ein (ehemaliges) Hochglanz-Modemagazin kommt auch selbst in weiten Teilen in Hochglanz-Optik daher. Gerade die Szenen während der Fashionshow in Mailand haben geradezu Werbefilm-Charakter. All das könnte aber nirgend anders besser hinpassen als in „Der Teufel trägt Prada“ und fühlt sich demnach auch sehr stimmig an.
Musik – Macht gute Stimmung
Entsprechend der glamourösen Bilder trägt auch die Musik ihren Teil zum Gesamtwerk des Films bei. Die Filmmusik komponierte auch diesmal Theodore Shapiro, der bereits den Soundtrack des ersten Teils beisteuerte. Besonders in den Fokus rückt die Musik allerdings während der bereits erwähnten Szenen der Mailänder Fashionshow, in denen Lady Gaga einen Auftritt als Sängerin hat und auch gleich im Rahmen der optisch aufwändigen Show einen Song präsentierte. Insgesamt spielt Musik also neben der Mode keine kleine Rolle in dem Film und trägt oft zur luxuriösen Optik des Filmes bei.
Filmkritk
Fazit
Der Film punktet definitiv bei seinem Cast und seiner Inszenierung – hier liefert er genau das, wofür alte und neue Fans „Der Teufel trägt Prada 2“ sehen. Die Story ist in Ordnung, einiger Schwächen ist man sich scheinbar ohnedies selbst bewusst. Insgesamt ist der Film aber kurzweilig, unterhält gut und kann gut an seinen Vorgängerteil anschließen.


