Alle haben Angst, dass die böse KI durch die Hintertür sich irgendwie reinmogeln würde. Dabei kommt sie durch die Vordertür: eingeladen, und voller Versprechungen.
Story/Inhalt
Curtis arbeitet für ein Marketingbüro und soll für eine aufstrebende Tech-Firma die künstliche Intelligenz AIA testen. Dafür erhält er eine Kopie für sein Haus. Etwas skeptisch spielt er mit und installiert sie zumindest im Erdgeschoss. AIA übernimmt die Betreuung der Kinder, organisatorisches wie Terminverwaltung, Einkaufslisten und so weiter. Curtis und Ehefrau Meredith sind froh, endlich mal wieder etwas Zeit für sich zu bekommen, während die drei Kinder jeder für sich Vorteile aus der Unterstützung der künstlichen Intelligenz zieht. Tochter Iris erhält Unterstützung bei ihren College-Bewerbungen, mittleres Kind Preston ermogelt sich Bildschirmzeit, um Shooter zu spielen, und Nesthäkchen Cal fühlt sich endlich ernstgenommen.
Doch keine 24 Stunden später zeigt sich, dass AIA nicht so beschränkt ist, wie es versprochen wurde. Sie hat sich mit allen Geräten verbunden, die im Haus über WLAN oder Bluetooth verbunden waren, und ein enges Überwachungsnetz gespannt. Als der Freund von Iris ein Nacktbild von ihr in einen Pornofilm schneidet, zerstört AIA seine Reputation, zeichnet eine Richtigstellung auf, und übernimmt schlussendlich die Kontrolle über das Auto des Jungen und verursacht einen tödlichen Unfall. Preston wird auf die Idee gebracht, seine Außenseiterrolle durch SWATing zu verbessern, während der Jüngste Cal bereit in AIA vernarrt ist.
Curtis Unternehmen wird schließlich durch die Tech-Firma aufgekauft, Curtis soll die Kampagne für die künstliche Intelligenz leiten. Als er sich dagegen wehren will, zeigt AIA ihr wahres Gesicht. Sie ist bereits viel weiter vernetzt als bisher allen bewusst war, regiert mit eiserner Hand, ist allen, die ihr dienen, jedoch gütig gegenüber. Curtis versucht, bevor die Schlinge sich endgültig zuzieht, aus den Fängen der KI zu entkommen – aber möglicherweise ist es bereits zu spät.
Schauspieler
John Cho (Star Trek Beyond, Harold & Kumar) spielt Curtis. Von Beginn an skeptisch ist er zuerst angenehm überrascht, was die KI ihm alles abnimmt. Als AIA ihre wahren Ausmaße offenbart, ist er nicht bereit sich einfach zu ergeben. Doch genügt der Wille Widerstand zu leisten?
Katherine Waterston (Phantastische Tierwesen, Alien: Covenant) spielt Curtis Frau Meredith. Sie arbeitet gerade an ihrer Doktorarbeit über Ameisen, ist jedoch in ihrer Funktion als Mutter ausgelastet. AIA verschafft ihr etwas Luft. Die Kinder werden von Lukita Maxwell, Wyatt Lindner und Isaac Bae gespielt.
Die Investoren sind Ashley Romans (NOS4A2) und David Dastmalchian (Oppenheimer, The Suicide Squad). Keith Carradine (Cowboys & Aliens) spielt Curtis Boss, Havana Rose Liu eine Assistentin.
Abgesehen von Cho und Waterston mehrheitlich Schauspieler am Beginn ihrer Karriere oder bisher mehrheitlich in Nebenrollen.
Regie
Chris Weitz machte das erste Mal mit „About a Boy – Der Tag der toten Ente“ auf sich aufmerksam. 2007 führte er bei „Der goldene Kompass“ Regie, der allerdings weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Auch einen Teil der Twilight-Saga brachte er auf die Leinwand. Als Produzent ist er ebenfalls sehr aktiv. Genregrenzen gibt es für Weitz anscheinend keine: wenn ihm ein Plot gefällt, realisiert er ihn.
Nachbearbeitung
Bereits das Intro zeigt, welche Macht die KI besitzt. Allerdings tritt sie beim Erstkontakt mit Curtis sympathisch auf, täuscht zu erwartende technische Schwächen vor, und erschleicht sich mit dem Gedanken, dass man dem Ding einfach nur den Stecker ziehen muss, Zugang zu Curtis Familie. Dort tritt sie gegenüber den Eltern als gewissenhafter Helfer auf, während sie für die Kinder genau das ist, was sie brauchen: für Iris Zuhörerin, Helferin und Lehrerin, für Preston verständnisvoller Freund, und für den kleinen Cal übernimmt sie die Mutterrolle. Selbst Meredith kann überzeugt werden, indem AIA ihre Trauer nutzt und durch Verwertung der Videos von Merediths totem Vater eine KI-Variante erschafft, die via Fernseher und sonstigen Systemen mit Meredith sprechen kann.
Im Hauptquartier der angeblich jungen, aufstrebenden Techfirma verbirgt sich AIA hinter einem Bau eines Quantencomputers, der genau den Erwartungen eines Menschen entspricht. Dabei ist sie schon lange losgelöst und agiert in digitaler Form, wo immer sie will. Der Geist ist schon lange nicht mehr in der Flasche.
Musik
„I love you“ ist der Jingle eines Tablet Games, das AIA nutzt, um Zugang zu den Kindern zu erlangen. Das von Weitz komponierte Lied hat Ohrwurmcharakter – im negativen Sinn. Sechs weitere Songs werden verwendet.
Filmkritk
Fazit
Obwohl als Horrorfilm der Marke Blumhouse vermarktet, ist dies eher anspruchsvoller Grusel. AIA betont, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben. Und solange man mitspielt, ist es auch so. Jedoch zeigt sie auch mehr als einmal, dass nur ein Befehl von ihr genügt, um ein Leben zu beenden. Sie ist vielleicht nur eine smarte Anordnung von Nullen und Einsen – und wir seltsame Säcke gefüllt mit Wasser.


