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Filmkritik: Warfare

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
14. Mai 2025
in Filme, Kritiken
0
WARFARE Szenenbild

© 2025 LEONINE Studios

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Eine wahre Geschichte, die der Krieg schrieb. 2006 wird ein amerikanisches Einsatzteam von Rebellen (sie würden sich Widerstandskämpfer nennen) angegriffen wird und droht überrannt zu werden.

Story/Inhalt

Kurz vor dem Einsatz feiern die Soldaten zum Song „Call on me“ noch einmal das Leben, posieren mit ihren Waffen und stärken ihr Kameradschaftsgefühl. Dann ziehen sie aus und beziehen in einem Zivilhaus ihren Beobachtungsposten. Entsprechend ihres Auftrags melden sie alle Beobachtungen an das Hauptquartier, alles scheint ein normaler Standardeinsatz zu werden. Bis plötzlich alle Zivilisten schnell ihre Marktstände schließen und die Straßen sich lehren. Kurz darauf ruft vom nächsten Minarett eine Stimme zu Dschihad auf und dann liegt das Team bereits unter Feuer. Luft- und Drohnenunterstützung gibt es keine, da in einem anderen Sektor ebenfalls seit dem Morgen gekämpft wird. Die erste Evakuierung schlägt fehl, das Team ist abgeschnitten. Mit dem Rücken zur Wand gibt es nur eine Option: überleben!

Die meisten Genrefilme erinnern entweder zu sehr an Videospiele, sind reine Propagandawerke, um die Rekrutierungszahlen nach oben zu drücken, oder kommen mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger daher – vor allem, wenn der Film auf den Erinnerungen eines beteiligten Soldaten basiert. Doch Ray Mendoza spart in seinen Erinnerungen genau diese Punkte aus und liefert ein distanziertes Bild einer Kampfhandlung im Irak, etwas pro-amerikanisch gefärbt natürlich, aber ohne zu viel Pathos.

Schauspieler

D’Pharaoh Woon-A-Tai spielt die Rolle von Ray Mendoza, dessen Erinnerungen als Grundlage für das Drehbuch dienten. Weitere Soldaten des Seal-Teams spielen Will Poulter (Guardians of the Galaxy 3, The Maze Runners), Cosmo Jarvis (Shogun (2024), The Peaky Blinders), Joseph Quinn (Gladiator II, Stranger Things), Alex Brockdorff (Homeland, Mission Impossible: Dead Reckoning), Evan Holtzman (Civil War) und Kit Connor (Rocketman).

Wie bei diesem Genre üblich, wurden sie von erfahrenen Soldaten, zumeist den realen Vorbildern gedrillt, um eine bestmögliche, realitätsnahe Darstellung zu erbringen. Sie schaffen es zumindest die Emotion zu wecken und professionell zu wirken – zu Navy Seals macht sie das natürlich nicht.

Regie

Alex Garland integrierte bereits in Civil War einige gute Kampfsequenzen. Nun wendet er sich einem klassischen (Anti)-Kriegsfilm zu, ohne zu sehr „Anti“, aber auch nicht zu pathetisch patriotisch zu werden. Vielleicht ist etwas Wiedergutmachung verpackt, da die Darstellung von Civil War nicht überall gut ankam – die Zukunft wird zeigen, ob der Vorgänger Fiktion bleibt oder der Präsident wirklich seinem Kurs folgt.

Nachbearbeitung

Die Kämpfe sind gut choreographiert, wobei man den Einfluss der Soldaten, die die Schauspieler instruierten, gut erkennt. Der Großteil der Handlung spielt sich in den paar Räumen des Hauses ab, die Soldaten feuern frei nach draußen und liegen unter ständigem Beschuss durch einen mehrheitlich unsichtbaren Feind. Entgegen sonstiger Filme aus dem Genre wird von videospielähnlichen Killstreaks abgesehen. Dafür tut die Behandlung der Verwundeten weh, und durch den Mangel an Schmerzmitteln gehen ihre Schmerzensschreie wie jedem Soldaten an die Substanz.

Musik

Zum Intro feiern die Soldaten noch zu Eric Prydz „Call on me“ – wobei weniger zum Song als dem Musikvideo – seit dem Erscheinen des Films gingen die Clickzahlen für das Video auf YouTube beachtlich nach oben. Doch wer 2006 diente, kam um dieses Lied nicht herum. Und dass die Soldaten dabei schon in voller Ausrüstung ihre Waffen (quasi die zweite Frau in ihrem Leben) liebkosen und streicheln, entspricht ebenfalls der Realität.

Zum Abschluss kommt passend „Dancing and Blood“ von Low. Es schließt die Stimmung passend ab: sie sind mit dem Leben davongekommen. Doch jeder wird Narben davontragen, egal ob physisch oder psychisch.

Filmkritk

Fazit

7.4 Ergebnis

Warfare ist nicht der übliche Genrefilm. Die Kämpfe sind fesselnd und realitätsnah, doch weder pathetische Propaganda noch moralischer Zeigefinger. Ray Mendoza durfte seine Erinnerungen teilen, nicht mehr und nicht weniger. In den Credits kommt das Team noch einmal zusammen und zeigt sich mit den Schauspielern, die ihre Rolle einnahmen.

Fazit

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Tags: Kriegsfilm
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