Heute verbindet man mit dem Begriff Zombies riesige Horden fleischfressender Leichen, die durch einen Biss oder gar einen Kratzer jeden Menschen mittelfristig zu einem der ihren machen. Dieser klassische Zombie lässt sich auf George A. Romeros „Night of the Living Dead“ zurückverfolgen. Mit dem Zombie aus Voodoo-Glauben haben diese Ghouls jedoch nichts zu tun.
Story/Inhalt
Das Liebespaar Madeleine und Neil nehmen die Einladung ihres Freundes Beaumont an, ihn auf seinem Anwesen auf Haiti zu besuchen. Allerdings hat Beaumont einen düsteren Hintergedanken: er will Madeleine für sich, und bittet darum den Zuckermühlenbetreiber Legendre Madeleine in einen Zombie zu verwandeln. Legendre hat Erfahrung: seine Mitarbeiter, seine Bedienesten und auch andere wurden schon Opfer seiner Fähigkeiten. Zusammen mit einem Missionar macht sich Neil auf, seine Geliebte zu retten und den unheiligen Handlungen Legendres ein Ende zu bereiten.
Schauspieler
Bela Lugosi (Dracula) spielt Legendre. Gewissenlos verwandelt er jeden, der ihm nützt, in einen Zombie. Doch der Preis ist hoch.
Madge Bellamy spielt Madeleine. Der Stummfilmstar hatte einige Schwierigkeiten beim Wechsel zum Tonfilm. Ihr Engagement für die politische Linke machte es immer schwieriger für si,e Rollen zu bekommen. Nach diesem Film spielte sie nur noch in elf Filmen über einen Zeitraum von 13 Jahren mit.
John Harron spielt Neil, Madeleines Verlobten. Der Schauspieler, der einige Jahr später verstarb, spielte vor allem in Krimis und Gangsterfilmen. Dieser Ausflug ins Horrorgenre war nicht von Erfolg gekrönt.
Robert Frazer spielt Beaumont. Sein Plan geht nach hinten los, als er erkennen muss, wie der Fluch sich auf das Verhalten von Madeleine auswirkt. Dieser Film war der Höhepunkt seiner Karriere, da er kurz darauf eine Krebsdiagnose erhielt. Er starb 1944 an Leukämie, hatte aber bis zum Schluss gearbeitet. Bei Propaganda-Filmen während des Zweiten Weltkriegs zog er es vor, seine Beteiligung nicht anzuzeigen.
Weitere Rollen spielen Joseph Cowthorn und Brandon Hurst.
Regie
Victor Halperin war mehr Produzent denn Regisseur. Dieser Film ist bestimmt sein größter Erfolg und zeigt, dass er mit wenig Budget und Aufmachung doch ein gutes Endprodukt generieren konnte. Weitere weniger erfolgreiche Gruselfilme von ihm sind „Supernatural“ und „Revolte der Zombies“. Ein weiterer Achtungserfolg war sein antirassistischer Film „Nation Aflame“.
Nachbearbeitung
Die Zombies hier verfügen über unmenschliche körperliche Kraft, was Legendre in seiner Zuckermühle ausnutzt, um seine Opfer die schweren Aufgaben der Zuckerernte und des Pressens ausführen zu lassen. Die verfluchten Opfer weisen im Vergleich zu ihren Ghoulischen Nachfolger eine höhere Denkleistung auf, bewegen sich aber ebenfalls hölzern, fast mechanisch und haben einen unnatürlich starren Blick.
Musik
Wie damals üblich wurden die meisten verwendeten Musikstücke nicht erwähnt, um Tantiemen-Zahlungen zu vermeiden. Neben Opern von Wagner und Liszt werden aus lokalen Volksliedern eingespielt.
Filmkritk
Fazit
Der Film gilt als erster Film, der dem Zombie-Genre zugeordnet wird. Die Idee des Voodoo-Zaubers wird in anderen Filmen bis heute aufgegriffen, das Verhalten der Zombies dort ist ähnlich dem hier gezeigten. Trotzdem haben die Zombies aus den meisten anderen Filmen des Genres nichts gemein: diese Ghoule schwanken zwischen hirnlosen Leichen (Night of the Living Dead) über sprintende Infizierte (28 Days Later, Dawn of the Dead (2004)) bis zu alles überwindenden Massenmobs (World War Z, Train to Busan).
