Ihr überlegt gerade mit eurem Liebsten den nächsten großen Schritt zu wagen und ein eigenes Haus anzuschaffen? Nach Vivarium überlegt ihr es euch vielleicht noch mal.
Story/Inhalt
Gemma und Tom sind in ihrer Beziehung bereit den nächsten großen Schritt zu wagen: ein eigenes Haus. Der etwas seltsame Makler Martin bietet ihnen ein Häuschen in einer neu errichteten Siedlung namens Yonder an. Der Besichtigungstermin verläuft gut, bis sie merken, dass Martin verschwunden ist. Als sie wegfahren wollen, müssen sie feststellen, dass alle Wege sie immer wieder zu ihrem Haus – die Nummer 9 – führen. Als der Sprit ausgeht, entscheiden sie sich zu übernachten. Am nächsten Morgen verlaufen ihre Fluchtversuche nicht besser, sodass Tom entscheidet das Haus anzuzünden. Allerdings erscheint niemand, und am nächsten Morgen steht ein neues Haus auf dem Platz. Außerdem ein Karton mit einem Baby und einer Nachricht: wenn sie das Kind großziehen, dürfen sie gehen. Obwohl es schnell heranwächst, spaltet es das Paar. Gemma entwickelt Gefühle, während Tom es einfach töten will.
Als Tom feststellt, dass der Rasen lebendig reagiert, beginnt er zu graben. Daraus entwickelt sich eine hysterische Besessenheit, sodass Tom sogar im Loch übernachtet. Währenddessen versucht Gemma Informationen aus dem Jungen zu erfragen. Es bringt beide nicht weiter. Als der Junge erwachsen ist, sperrt er seine „Eltern“ aus. Damit beginnt das wahre Grauen für die beiden aber erst.
Schauspieler
Imogen Poots (Green Room, 28 Weeks Later, Centurion) entwickelt eine gute Chemie mit ihrem Filmpartner Jesse Eisenberg (The Social Network, Die Unfassbaren – Now You See Me). Sie durchlaufen alle Beziehungsstadien, bis sich der Kreis der Geschichte schließt.
Der Makler Martin wird von Jonathan Aris (Good Omens, Andor) gespielt.
Regie
Lorcan Finnegan erzählt eine Geschichte, die aus der „Twilight Zone“ stammen könnte. Aber irgendwie hat man auch das Gefühl, dass es sich jederzeit als „Versteckte Kamera“ auflösen könnte oder ein Scheinwerfer vom Himmel fällt, wie in „Die Truman-Show“.
Nachbearbeitung
Der psychologische Aspekt bringt ein jung verliebtes Paar in eine herausfordernde Situation, der sie mit normalem gesellschaftlichem Verhalten nicht begegnen können. Während Jemma sogar mütterliche Gefühle für das Kind entwickelt, das zu Beginn nur schrill plärrt, reagiert Tom mit Gewalt. Mit dem Graben, der Flucht nach unten, beschleunigt er nur seinen Verfall.
Vivarium bezeichnet einen Behälter oder Ort, in dem lebendige Tiere gehalten werden. Quasi eine Art Zoo. Da das Haus Nummer 9 zu einem geschlossenen Habitat für das junge Paar wird ein passender Titel.
Musik
Drei Songs als Begleitmusik im Autoradio werden gespielt.
Filmkritk
Fazit
Der Traum von einem eigenen Häuschen und einer Familie wird hier zum Alptraum, der zuletzt das Paar durchkaut, verdaut und sinnbildlich in ein Loch im Vorgarten scheißt, um danach das nächste Paar aufzunehmen und von vorne zu beginnen. Ein Film, nicht für jedermann.



