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Filmkritik: Obsession – Du sollst mich lieben

von Brijan Wilson
3. Juli 2026
in Filme, Kritiken
0
OBSESSION

© 2026 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.

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Obsession ist das Langfilmdebüt von Regisseur Curry Barker und ein Horror-Phänomen, das international aktuell sämtliche Rekorde an den Kinokassen bricht. Der Film erzählt die Geschichte von Bear, der sich nichts mehr wünscht als eine romantische Beziehung mit seiner langjährigen Freundin Nikki einzugehen – ein Wunsch, der schockierende Folgen hat.

Story

Bear (Michael Johnston) ist heimlich in Nikki (Inde Navarrette) aus seiner Freundesgruppe verliebt. Bringt es aber nicht über sich, es ihr zu sagen. Mit der Unterstützung seines besten Freundes Ian (Cooper Tomlinson) versucht er seinen Mut zusammenzunehmen und sich bestmöglich auf das wichtige Gespräch vorzubereiten. Eines Tages bekommt Bear einen Anruf von Nikki, die ihn überredet, sich mit ihr und einigen Freunden in einer Bar zu treffen. Während des Telefonats verliert Nikki eine Halskette, die ihr viel zu bedeuten scheint, sodass Bear beschließt, ihr eine neue Kette zu kaufen und ihr an diesem Abend zu schenken. Als er jedoch keine passende Kette findet, stößt er in einem Laden zufällig auf einen „One Wish Willow“, einen Scherzartikel, der Wünsche erfüllen soll, wenn man ihn zerbricht, und nimmt ihn ohne große Hintergedanken mit.

Als der Abend in der Bar ohne die Chance auf ein Gespräch mit Nikki verstreicht, bietet Bear ihr an, sie nach Hause zu fahren. Als er auf der Fahrt erneut daran verzweifelt, die richtigen Worte zu finden, ahnt Nikki worum es geht und fragt ihn ganz direkt, ob er in sie verliebt sei. Sichtlich nervös verneint er ihre Frage, doch als sie erleichtert aussteigt und zu ihrem Haus geht, zerbricht Bear aus Enttäuschung den „One Wish Willow“ und wünscht sich, dass Nikki ihn mehr lieben soll als alles andere auf der Welt. In dem Moment bleibt Nikki vor ihrem Hauseingang stehen, plötzlich in tiefe Schatten getaucht, und kehrt wenige Augenblicke später zu seinem Auto zurück. Sie beginnt sich merkwürdig zu verhalten, zeigt extreme emotionale Schwankungen und bittet Bear doch noch die Nacht mit ihr zu verbringen. Von seinem Glück geblendet, lässt Bear sich auf eine Beziehung mit Nikki ein, doch muss bald erkennen, dass sie nicht mehr dieselbe ist und sein Wunsch düstere Folgen mit sich bringt.

Die Geschichte lebt besonders anfangs von der Ungewissheit, was mit Nikki geschieht und welche Ausmaße ihre Veränderung annehmen wird. Gleichzeitig erzeugt der Film immer wieder unangenehme Situationen, in denen man sich gut in Bears Verunsicherung hineinversetzen kann.

In der zweiten Hälfte verliert die Geschichte für mich etwas an Stärke, weil sie sich oft dem gleichen Muster bedient. Nikki zeigt immer mehr verstörende Verhaltensweisen, während Bear versucht, die Kontrolle zu behalten, sich aber nicht seinen Freunden anvertraut. Während die Handlung zu Beginn regelmäßig neue Richtungen einschlägt, setzt sie in der zweiten Hälfte stärker auf Schockmomente. Dadurch kommt zwar nie Langeweile auf, doch die geheimnisvolle Atmosphäre aus dem ersten Akt weicht zunehmend einer schnellen Folge an Eskalationen, die nach einer Weile repetitiv wirken.

Schauspieler

Bear wird von Michael Johnston gespielt, der bislang vor allem durch die Serie Teen Wolf bekannt war. In Obsession bekommt er die bislang bedeutendste Rolle seiner Karriere und überzeugt besonders durch die authentische Darstellung von Unsicherheit, Nervosität und Verzweiflung und verleiht deshalb vielen Szenen mit seiner Leistung eine stärkere Wirkung.

Auch Inde Navarrette überzeugt als Nikki auf ganzer Linie und sorgt besonders mit ihrer Mimik und ihren Gefühlsausbrüchen für zahlreiche effektive Gruselmomente. Die junge Schauspielerin wurde vor allem durch Serien wie Superman & Lois und Tote Mädchen lügen nicht bekannt und beweist hier eindrucksvoll ihr Talent zur „Scream Queen“. Ihre Darstellung ist das Herz des Films und bleibt bis lange nach dem Film im Gedächtnis.

Cooper Tomlinson verkörpert Bears besten Freund Ian und sorgt trotz seiner kleineren Rolle für einprägsame, witzige Momente, die die Spannung auflockern. Die Dynamik zwischen Ian und Bear ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Einstieg in die Geschichte so gut funktioniert. Cooper Tomlinson war bislang durch Sketch-Comedy-Videos bei YouTube und TikTok bekannt, die er gemeinsam mit Regisseur Curry Barker gedreht hat.

Regie

Curry Barker gehört wie Backrooms-Regisseur Kane Parsons zu einer neuen Generation von Filmemachern, die ihren Ursprung auf YouTube haben. Gemeinsam mit seinen Freunden produzierte er über Jahre hinweg Kurzfilme und Comedy-Videos, bevor ihm mit dem Horrorfilm Milk & Serial der Durchbruch gelang, der ebenfalls bei YouTube kostenlos zur Verfügung steht.

Obsession ist mit einem Budget von nur 750 Tausend US-Dollar entstanden und hat bereits 335 Millionen US-Dollar eingespielt. Zudem ist es der erste Film seit E.T. – Der Außerirdische, der in seiner zweiten und dritten Woche an den Kinokassen den Umsatz der ersten Woche durch starke Mundpropaganda überbieten konnte.

Curry Barkers Regie zeichnet sich durch technische Finesse aus. Besonders die Inszenierung von Nikki gehört zu den größten Stärken des Films, weil ihre Silhouette regelmäßig in tiefe Schatten getaucht wird und dadurch noch bedrohlicher erscheint. In manchen Momenten wirken auch ihre Bewegungen durch rückwärts abgespielte Aufnahmen bewusst unnatürlich. Neben gruseligen Momenten gibt es zahlreiche sozial unangenehme Situationen, die Curry Barker durch lange Gesprächspausen erzeugt. Darüber hinaus wird durch eine zentrierte Bildkomposition und ein enges Bildformat ein klaustrophobisches Gefühl geschaffen, das hervorragend zu den Themen des Films und den Gefühlen seiner Figuren passt, aber auch bei den Zuschauern für Unwohlsein sorgt.

Nachbearbeitung

Curry Barker war neben dem Drehbuch und der Regie auch für den Schnitt verantwortlich. Mit einem guten Erzählrhythmus gelingt ihm ein dynamischer und spannender Einstieg in die Geschichte. Auch das schwierige tonale Gleichgewicht aus Schrecken und unangenehmem Humor ist auf Barkers starke Leistung in der Nachbearbeitung zurückzuführen.

Der Film muss dank seines geringen Budgets ohne große Spezialeffekte auskommen und nutzt nur kleine digitale Nachbesserungen, um die praktischen Effekte, für die Puppen, Prothesen, Kunstblut und Make-up eingesetzt werden, zu unterstützen. Auch die entsättigte Farbgebung, die die Schauplätze kühl wirken lässt, sowie das stimmungsvolle Sounddesign sind wichtige Aspekte, die die unangenehme Atmosphäre verstärken.

Musik

Die Musik stammt von Komponist Rock Burwell, der mit Obsession sein Debüt gibt. Sein Score bleibt zwar zurückhaltend, erzeugt aber dennoch eine unterschwellige Spannung, die sich gut in den Film einfügt. Gelegentlich gewinnen seine Stücke auch deutlich an Lautstärke und erzielen dadurch eine noch größere Wirkung in Schockmomenten. Mir haben besonders die elektronischen Klänge der Filmmusik gut gefallen

Filmkritk

Fazit

7.6 Ergebnis

Obsession überzeugt besonders durch seine intensive, angsteinflößende Atmosphäre sowie die starken schauspielerischen Leistungen von Michael Johnston und Inde Navarrette. Auch technisch hinterlässt der Film mit seiner kühlen, beklemmenden Bildgestaltung und den tiefen Schatten einen positiven Eindruck. Die Geschichte verliert in ihrer zweiten Hälfte zwar etwas an Spannung und setzt stärker auf Schockmomente sowie eine sich wiederholende Erzählstruktur, bleibt aber trotzdem über weite Strecken unterhaltsam.

Fazit

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Obsession Trailer

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