Was wäre, wenn Hannibal Lecter und Pennywise aufeinandertreffen würden? Gut, das sind nur Rollen, die die beiden Schauspieler übernommen haben. Doch hier duellieren sich Bill Skarsgard und Anthony Hopkins in einem Langwerbespot für ein Elektroauto.
Story/Inhalt
Eddie ist ein halbobdachloser Junkie, der sich mit Kleindiebstählen über Wasser hält. Er verspricht zwar auf dem Weg der Besserung zu sein, auch um das Sorgerecht für seine Tochter zurückzuerhalten, doch der kleinste Rückschlag könnte ihn in den Abgrund stoßen.Eddie versucht im Moment, Raubgut zu finden, indem er nach unversperrten Autos sucht. Als ein fabrikneuer Elektro-SUV unversperrt ist, glaubt er den Jackpot geknackt zu haben. Doch das Auto gehört William, und ist eine Falle. Im Auto mit verspiegelten Scheiben, Schallsicher und absolut ferngesteuert sitzt Eddie fest und erfährt nun von William eine Lektion in Demut. Ein psychologisches Duell der Luxusklasse.
Schauspieler
Bill Skarsgaard prägte das neue Auftreten von Pennywise im Remake von „Stephen Kings IT“, überzeugte in „Atomic Blonde“ oder „Barbarian“. Im Remake von „The Crow“ konnte aber auch er dieses Desaster nicht retten. Zuletzt spielte er Orlok in „Nosferatu – Der Untote“. Hier spielt er Eddie, immer abgebrannt und voller großer Versprechungen. Eingesperrt im Auto versucht er sich zuerst den Weg freizuschießen, was ihm nur eine fast tödliche Wunde zufügt, die William aber behandelt und ihn dann weiterbearbeitet. Trotz allem ist er ein würdiger Gegner für William, der diesen sogar soweit bringt, dass er schlussendlich selbst in den Wagen steigt und sie sich direkt duellieren. Es gibt also doch Hoffnung für Eddie. Endlich folgen den Versprechungen auch Taten.
Anthony Hopkins, mittlerweile 87 Jahre alt, prägte viele Rollen: ob klassischer Shakespeare (Claudius in Hamlet, Othello), als Soldat in „Die Brücke von Arnheim“, Hitler in „Der Führerbunker“, Captain Blight in „Die Bounty“. Und diese Rollen spielte er bevor er in der Rolle des Doktor Hannibal Lecter im „Das Schweigen der Lämmer“ der breiten Masse bekannt wurde. Es folgte Dracula, „Nixon – Untergang eines Präsidenten“, Wolfman, ein Ausflug ins MCU als Odin in den ersten drei Thor-Filmen, Transformers 5, eine wiederkehrende Rolle in der Serie „Westworld“ und zuletzt Rollen in „Rebel Moon“ und der „Those About to Die“. Als William stellt er bewusst die Falle um Rache an der Gesellschaft zu nehmen. Als frisch verwitweter ehemaliger Arzt, der selbst schwer erkrankt ist, will er ein letztes Zeichen setzen: indem er Eddie entweder bekehrt oder vernichtet.
Regie
David Yarovesky drehte vor allem Musikvideos und lieferte mit „Brightburn – Son of Darkness“ eine düstere Variante eines Superhelden, ähnlich wie Superman, der allerdings böse ist. Netflix verpflichtete ihn außerdem für den Film „Nightbooks“.
Locked ist einerseits eine überlange Werbung für das Auto, obwohl „Dolus“ eine fiktive Marke ist. Im Auto findet ein spannendes Kammerspiel statt, in dem William alle Funktionen des Fahrzeugs ausnutzt um Eddie das Leben zur Hölle zu machen: ohne Vorräte, Hitze und Kälte ausgesetzt und unfähig in die Steuerung einzugreifen, wenn William den Wagen fernsteuert um Kleinkriminelle zu überfahren. Allerdings wird schon früh klar, wie alles ausgehen wird, als William gegen Ende selbst ins Auto steigt. Die Distanz war davor sein Schutz und gibt dem jüngeren Eddie nun die Chance, den alten Mann zu überwältigen.
Nachbearbeitung
Die Marke Dolus ist fiktiv, als Grundlage diente jedoch der Range Rover in einer Sonderausfertigung. Schallschutz, Panzerung und verspiegelte Scheiben sind Zusatzpakete, der Bordcomputer und die Fernsteuerungsfunktion können (hoffentlich niemals) so genutzt werden wie es William so tut. Selbstfahrende Fahrzeuge, die als Waffe verwendet können, gepanzert und verstärkt – der feuchte Traum jedes Cyberterroristen.
Musik
William foltert Eddie auch mit Musik – wobei dieses Jodeln nur schwer als Musik durchgeht. Damit bringt man wohl eher Verbrecher, oder Kleinkriminelle, die dein Auto ausplündern wollten, zum Reden. William selbst bevorzugt Opern, von Tchaikovsky und Rimsky-Korskakov.
Filmkritk
Fazit
Es ist ein Duell auf Augenhöhe, das Hopkins noch einmal die Chance gibt, zu glänzen. Skarsgard wird ebenso gut in Szene gesetzt in einem Film, dessen Ende zwar absehbar, aber bis zum Ende spannend ist.




