(Sherlock Hound/名探偵ホームズ, Meitantei Hōmuzu)
Im Auftrag der italienischen Sendergruppe RAI wurden 1984 in Japan die Fälle von Arthur Conan Doyles Kultdetektiv in kindgerechte 24 Minuten Fälle animiert.
Story/Inhalt
Die Abenteuer des Sherlock Holmes adaptieren einige weniger bekannten Fälle des Kultdetektivs und ergänzen einige neue Abenteuer. Der Aufhänger hier ist jedoch, dass fast alle Charaktere Hunde sind. Sherlock Holmes selbst ist ein Fuchs, was seine überragende Intelligenz gegenüber den anderen Hunden erklären soll. Fast durchgehend hat er seine bekannte Pfeife im Mund, während er in jedem Abenteuer die Handlungen des genial-manischen Professor Moriarty und seiner beiden Handlanger zum Scheitern bringt. An seiner Seite ist sein guter Freund Dr. Watson, die Vermieterin Mrs. Hudson und die Bulldogge Inspektor Lestrade von Scotland Yard.
In 26 Fällen ermittelt das Duo und bringt Professor Moriarty zur Weißglut. Zwei Mal wurden Folgen zu einem Spielfilm zusammengeschnitten, unter anderem als Vorfilm zum Anime „Nausicaa aus dem Tal der Winde“.
Schauspieler
Die Rollen wurden allesamt von japanischen Schauspielern eingesprochen und für die lokalen Märkte synchronisiert. Für die deutsche Variante waren die Synchronsprecher Douglas Welbat (Holmes), Gottfried Kramer (Watson), Brigitte Böttrich (Mrs. Hudson), Harald Halgardt (Lestrade) und Achim Schülke (Moriarty).
Regie
Die Regie für die Folgen übernahmen Hayao Miyazaki (Prinzessin Mononoke) & Kyōsuke Mikuriya. Der flotte Animationsstil, der für den europäischen Markt etwas weniger schrill als klassischer Anime ausfällt, entspricht der damaligen Zeit und wurde als simpler Zeichentrick vermarktet.
Nachbearbeitung
Der frische und fließende Animationsstil überzeugt bei dieser Serie. Die Abenteuer sind passend komprimiert, um flott abzulaufen. Dass die meisten Fälle gleich ablaufen, verzeiht man da gerne. In den meisten Fällen wird Holmes gerufen oder er ist zufällig vor Ort. Die Spur führt dann schnell zu Moriarty und seinen beiden Helfern, Smiley und Todd. Moriartys Plan wird vereitelt und die beiden Helfer ziehen erneut hungrig von dannen.
Mrs. Hudson ist hier statt der konservativen Vermieterin und Haushälterin aus den Romanen eine weltoffene Frau, die früher unter anderem Pilotin in einem Flugverein war und bei den anderen Piloten noch immer hoch angesehen ist. Professor Moriarty verlässt sich ebenfalls oft auf Fluggefährte wie Ballons oder Flugzeuge. Die Kosten für diese Fahrzeuge sind wohl der Grund, warum die Nahrungsvorräte immer knapp sind und seine Handlanger oft leer ausgehen, nachdem der Professor seinen Anteil genommen hat.
Die Serie wäre beinahe nicht vollendet worden, als es nach Abschluss von sechs Folgen einen Streit über die Nutzungsrechte des Detektivs Sherlock Holmes gab. Doch der Erfolg als Vorfilm für „Nausicaa aus dem Tal der Winde“ brachte genug Interesse an der Serie, dass eine Einigung getroffen wurde und die Arbeit fortgesetzt wurde. Bei der Erstausstrahlung wurde sie generell sehr gut aufgenommen.
Musik
Intro und Abspann sind rein instrumentale Nummern, die eine Kompilation von Ausschnitten von Folgen begleiten, beziehungsweise ein Standbild für die Abspann.
Filmkritk
Fazit
Wie Die Tiere aus dem Talerwald ist Sherlock Hound eine weitere Kindheitserinnerung aus dem Kinderprogramm der ARD in den frühen 1990ern. Die Serie ist auf vier DVDs bei PIDAX erhältlich.


