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Filmkritik: Alarum

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
20. Februar 2026
in Filme, Kritiken
0
Alarum szenebild

© Splendid Film

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Was wäre, wenn John Wick mit der Ballerina durchbrennen würde und diverse Organisationen sie einige Jahre später bekämpfen? Und wer oder was zum Teufel ist Alarum, das mit ganz unauffälligen Tattoos im Nacken oder am Hals arbeitet?

Story/Inhalt

Joe Travers wird ein abtrünniger Agent als er sich nach einem Einsatz absetzt. Die Frau, die ihn damals niedergestochen hat, ist fünf Jahre später seine Frau. Zusammen sind Joe und Lara in einem entlegenen Ressort in Polen und beschatten das Paar Rousseau. Als in der Nähe eine Cessna abstürzt, geraten sie in den Fokus diverser Geheimdienste, die alle den USB-Stick aus dem Flugzeug für sich wollen.

Unter anderem werden der alte Haudegen Chester und der skrupellose Söldnerführer Orlin von der Kette gelassen. Unabhängig voneinander müssen Joe, zeitweise unterstützt von Chester, und Lara mit ihrer Vergangenheit abrechnen und versuchen die Reihen der Söldner auszudünnen. Lara, ehemals für die Organisation Alarum tätig, sieht eine Gelegenheit zurückzukehren und Joe mitzunehmen. Doch Orlin und seine Bande von austauschbaren Goons sowie die anderen Geheimdienste wollen um jeden Preis verhindern, dass Alarum den USB-Stick erhält.

Schauspieler

Scott Eastwood würde wohl gerne seinem Vater Clint Eastwood nacheifern. Seine erste Rolle hatte er in „Flags of Our Fathers“, „Gran Torino“ oder „Back in the Game“ an der Seite seines Vaters. Nach Rollen in „Texas Chainsaw Massacre 3D“ und „Fury – Herz aus Stahl” spielte er in „Snowden“ und „Suicide Squad“ größere Rollen. In „Fast & Furious 8“ und „Overdrive“ setzte er sich hinter das Lenkrad schneller Autos, in „The Outpost – Überleben ist alles“ spielte er einen Soldaten. In „Pacific Rim 2: Uprising“ spielte er die Hauptrolle, in „Fast & Furious 10“ durfte er zurückkehren. Viele der Filme hatten große Erwartungen, denen sie nicht gerecht wurden.

Sylvester Stallone sollte sich altersgerechte Rollen suchen. Wie schon in Expendables 4 hält er sich sitzend eher im Hintergrund und haut ein paar schlaue Einzeiler raus. Doch nicht umsonst wurde er für seine Rolle als Chester für die Goldene Himbeere nominiert.

Willa Fitzgerald spielt vor allem in Serien wie „Der Untergang des Hauses Usher“ oder „Reacher“. In einem Spielfilm als weibliche Hauptrolle wirkt sie überfordert. Man nimmt Lara nicht ab, dass sie einem Agenten einfach mal so den Kopf verdreht und dann mit ihm in ein neues Leben verschwindet.

Mike Colter glaubte den großen Wurf zu machen, als er in der Netflix Serie „Marvels Luke Cage“ dem unterstörbaren Boxer und Söldner das Gesicht lieh. Nachdem diese Rolle in „Marvels Defenders“ eingeführt worden war, trat er auch in „Marvels Jessica Jones“ auf. Filmtechnisch spielte er unter anderem in „Plane“ neben Gerard Butler, oder im Thriller „Murder City“. Außerdem spielte er in der Serie „Evil – Dem Bösen auf der Spur“ in über 50 Folgen mit.

Weitere Rollen spielen D.W. Moffett (Traffic – Die Macht des Kartells), Joel Cohen (Cash Out, Armor) und Mark Polish (Astronaut Farmer), zufällig der Bruder des Regisseurs.

Regie

Michael Polish (90 Minuten im Himmel, Force of Nature) macht sich einen Namen mit Actionthrillern von der Stange – ob das ein Lob ist, sei dahingestellt. Wie beim Hurricane-Desaster „Force of Nature“ spielt ein alter, ehemaliger Actionstar eine kleinere Rolle neben ein paar jüngeren Schauspielern, die noch immer auf den großen Durchbruch warten. Die Geschichte ist nicht besonders gut, die Action brauchbar choreographiert, aber nicht Besonderes. Tumbes Geballer mit einer Handlung, bei der mehrere Stränge einfach ins Nichts verlaufen und man einfach spätestens nach der Hälfte einfach mal auf die Uhr schauen muss.

Nachbearbeitung

Irgendwo im Nirgendwo in Polen stürzt ein Flugzeug in den Wald und zieht kaum Aufmerksamkeit auf sich – damit könnten wir leben. Dass hier draußen eine Söldnertruppe die Gäste eines Hotels als Geiseln nehmen kann, ohne dass es jemand mitbekommt, wäre noch zu schlucken.

Aber spätestens, als sich die Feuergefechte zwischen Söldnern und Geheimdiensten in eine Stadt verlagern und Joe sich mit Chester in einen Häuserkampf mit Orlins Söldnern verstrickt, ist die vielleicht vorhandene Glaubwürdigkeit dahin. Die Söldner sind typische Filmsöldner: sie würden eine Scheune nicht mal treffen, wenn sie drinstünden, jeder mit einer AK oder vergleichbaren Waffe mit unendlicher Munition. Dasselbe gilt für Joe und Lara, die aber im Vergleich dazu auch im Blindschießen ein Scharfschützenniveau haben. Lara bevorzugt zusätzlich noch Messer, mit denen sie in der Eröffnung Joe ein bisschen durchlöchert, einen Söldner kastriert, was dessen Freund auf einen blinden Rachefeldzug schickt, und so weiter. Klischeelevel 1000 und steigend!

Musik

Mozart und Dvorak müssen herhalten, neben einigen anderen wenig nachhaltigen Tracks. Keine 24 Stunden nach dem Ansehen kann ich ehrlich nicht sagen, welche Lieder vorkamen.

Filmkritk

Fazit

2.4 Ergebnis

Es dürfte klar sein, warum der Film für die Goldene Himbeere nominiert ist. Wenig originell, nicht besonders gut umgesetzt – wir können nur vermuten, dass es für alle Beteiligten einfach nur ein Gehaltsscheck war. Ehrlich stolz dürfte niemand sein. Sylvester Stallone sollte sich eingestehen, dass er zu alt für Aktionen vor der Kamera ist, und der Rest sollte dringend an der Vita arbeiten, damit Alarum nicht die Top-Referenz bleibt.

Fazit

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Tags: Actionfilm
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