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Filmkritik: Insidious – Out of the Further

von Brijan Wilson
5. September 2026
in Filme, Kritiken
0
Insidious - Out of the Further szenebild

© 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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Insidious: Out of the Further erzählt von einem neuen Schrecken im Insidious-Universum und handelt von Gemma und ihrer Tochter Maya, die merkwürdige Geschehnisse in ihrem Haus bemerken, als drei unheimliche neue Nachbarn in ihre Straße ziehen.

Story

Die Geschichte beginnt im Jahr 1999, als die kleine Gemma (Charli Penton) sichtlich nervös von der Schule nach Hause kommt und ihre Mutter Ingrid (Laura Gordon) schlafend am Esstisch vorfindet. Schnell wird klar, dass Gemma sich bereits seit einer Weile größtenteils allein versorgt, weil ihre Mutter in einem schlechten Zustand ist und regelmäßig merkwürdige Anfälle bekommt. Als diese nachts schreiend durchs Haus läuft und Gemma nach ihr sieht, wird sie Zeugin des grausamen Todes ihrer Mutter.

Daraufhin folgt ein Zeitsprung von 20 Jahren. Gemma (Amelia Eve) ist inzwischen Zahnärztin, hat eine eigene Tochter namens Maya (Island Austin) und datet den Polizisten Nick (Brandon Perea). Sie führen ein glückliches Leben, doch Gemmas Kindheitstrauma sitzt weiterhin tief, was beim Anschauen alter Fotos ihrer Mutter, die sie in verstauten Kartons wiederfindet, schnell spürbar wird. Eines Tages fängt Gemma an, Albträume zu bekommen, in denen sie sich selbst beim Schlafen sieht und von drei gruseligen Gestalten in ihrem eigenen Haus verfolgt wird, genauer gesagt einem Mann namens Lester (Joseph Lopez) und zwei Begleiterinnen. Diesen begegnet sie auch tagsüber in ihrer Straße und hält sie zunächst für etwas seltsam aussehende, aber normale neue Nachbarn.

Als ihre Albträume jedoch immer schlimmer werden und Lester plötzlich im Wartezimmer ihrer Zahnarztpraxis Platz nimmt, wird klar, dass sich etwas weitaus Böseres hinter den seltsamen Vorkommnissen verbirgt – der furchteinflößende Dämon Cyrus (Sam Spruell).

Mir haben die Eröffnungssequenz mit der jungen Gemma sowie die ersten Albträume der erwachsenen Gemma, insbesondere der im gruseligen Sofa-Tunnel, gut gefallen. Doch je länger der Film läuft, desto weniger Sinn ergibt die Geschichte. Zudem wirken die Dämonen in einem Moment unglaublich mächtig und im nächsten nicht einmal stark genug, um eine Tür zu schließen, wenn jemand seinen Fuß dazwischen stellt. Auch Gemmas gesamtes Familiengefüge wirkt selten authentisch, weil diverse Nebendarsteller zu wenig Zeit bekommen, um als vollwertige Familienmitglieder glaubhaft zu erscheinen, was ebenfalls verhindert, dass eine wirkungsvolle Atmosphäre entsteht.

Schauspieler

Amelia Eve spielt die erwachsene Gemma und ist bislang vor allem aus der Netflix-Miniserie Spuk in Bly Manor bekannt, in der sie Jamie spielte. Ins Insidious-Universum startet sie jedoch holprig, weil sie die traumatisierte Tochter und besorgte Mutter nur selten überzeugend darstellt. Auch in Gefahrensituationen wirkt ihre Darstellung oftmals unglaubwürdig, weil sie auf die Dämonen nur selten panisch reagiert und mich deshalb nicht mitreißen konnte. Gemmas Beziehung zu ihrer Tochter leidet ebenfalls unter der halbherzigen Leistung von Amelia Eve und wirkt zu keinem Zeitpunkt authentisch.

Gut gefallen hat mir dagegen Charli Penton als junge Gemma, die in der Eröffnungssequenz glänzt.

Da der Film bedauerlicherweise wie eine One-Woman-Show von Amelia Eve wirkt und den Nebenfiguren nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt, lässt sich über die anderen Darsteller nur sagen, dass es ihnen nicht gelingt, herauszustechen. Zudem werden die Dialoge nicht intensiv genug vorgetragen, sodass es grundsätzlich an Intensität fehlt.

Regie

Regisseur Jacob Chase veröffentlichte bereits 2010 sein Spielfilmdebüt The Four-Faced Liar, arbeitete daraufhin jedoch vorwiegend an Kurzfilmen und Werbespots, bis er 2020 bei seinem zweiten Langfilm Come Play Regie führte, mit diesem aber weder einen kritischen noch einen finanziellen Erfolg feiern konnte.

In Insidious: Out of the Further bleibt seine Regie sehr gewöhnlich und kann nicht über die Schwächen des Drehbuchs hinwegtäuschen. Positiv in Erinnerung bleiben die Szene im Sofa-Tunnel, in der die Kamera wirkungsvoll durch die Gänge schwenkt, sowie einige Nahaufnahmen von Gesichtern in intensiven Momenten.

Nachbearbeitung

Auch in der Nachbearbeitung sticht der Sofa-Tunnel als gelungenste Szene hervor, weil das Labyrinth mit seinen endlos wirkenden Gängen die Zuschauer in seinen Bann zieht. Ansonsten bewegen sich die visuellen Effekte meist im soliden und unauffälligen Bereich.

Die Farbgestaltung war mir persönlich zu eintönig, was auch daran liegt, dass der Großteil des Films im Dunkeln spielt und nicht viele Lichtquellen genutzt werden, um einzelne Räume oder Szenen atmosphärischer zu gestalten.

Gefallen hat mir dagegen das Sounddesign, das besonders im ersten Akt durch ein spannendes Wechselspiel aus lauten Geräuschen wie Schreien und Momenten völliger Stille gut funktioniert. Später tauscht der Film diese selektive Klangwelt gegen ein beständig lautes Chaos aus, das mich leider kaltgelassen hat.

Musik

Die musikalische Untermalung in Insidious: Out of the Further ist völlig in Ordnung. Auch diese ist im ersten Akt bedeutend wirkungsvoller in Szene gesetzt als im Rest des Films. Hier wäre eine eingängige Melodie, die sich mehrfach im Laufe der Geschichte wiederholt, sicher ein stimmungsvolles Werkzeug gewesen. Stattdessen wird auf eine genretypische musikalische Begleitung zurückgegriffen.

Filmkritk

Fazit

4.4 Ergebnis

Alles in allem ist Insidious: Out of the Further ein durchwachsener Horrorfilm, der besonders im ersten Akt mit der gelungenen Eröffnungssequenz und der Sofa-Tunnel-Szene einige wirkungsvolle Momente zu bieten hat. Auch das Sounddesign sorgt anfangs für eine dichte Atmosphäre, lässt jedoch im Verlauf des Films nach. Die Schwächen der Geschichte, der Figuren und der Inszenierung treten ebenfalls mit fortschreitender Laufzeit immer deutlicher hervor. Amelia Eve kann als traumatisierte Mutter nur selten überzeugen, und auch die übrigen Darsteller bleiben weitgehend blass. Dadurch gelingt es dem Film trotz solider Ansätze nicht, eine bedrohliche Stimmung zu etablieren und die emotionale Familiengeschichte effektiv auf die Zuschauer zu übertragen.

Fazit

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Insidious - Out of the Further Trailer

Tags: Horror
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