Direkt nach dem Erfolg von „Mad Max – Fury Road“ angekündigt, sollte es fast zehn Jahre dauern bis Furiosa ihre Ursprungsgeschichte bekommen hat. Die hohen Erwartungen nach Fury Road wurden jedoch bitter enttäuscht.
Story/Inhalt
Furiosa lebt in einer Oase im Wüstenland. Als Plünderer eindringen, sabotiert sie deren Bikes und wird dabei gefangengenommen. Ihre Mutter folgt ihr zum Lager der Plünderer, die von Dementus angeführt werden. Die Befreiung geht schief, Furiosas Mutter wird gefoltert und stirbt, Furiosa als Geisel behalten. Doch sie schweigt über ihre Oase, wie es ihr Clankodex verlangt.
Dementus zieht mit seiner Horde durch die Lande, überfällt andere Überlebende und plündert Camps. Als er eines Tages auf die Zitadelle trifft, leistet diese jedoch Widerstand. Dementus muss abziehen und einen anderen Weg finden. Dieser führt über Gastown, eine der anderen Festungen in der Wüste: mit der Eroberung der Ölraffinerie erkauft er sich Zugang zur Zitadelle und handelt ein Bündnis aus: er kontrolliert die Raffinerie, dafür erhält seine Horde Wasser und Verpflegung aus der Zitadelle. Um das Bündnis zu stärken, muss Dementus Furiosa, die bis dahin eisern geschwiegen hat, sowie seinen Leibarzt abtreten.
Die degenerierten Söhne von Immortan Joe sind über diesen Deal nicht erfreut, Rictus Erectus wirft aber ein Auge auf Furiosa. Als gesundes, fruchtbares Mädchen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Herren der Zitadelle sie für ihre Zuchtprogramm nutzen wollen. Furiosa flieht davor und taucht in der Anonymität der Warboys unter. Über die Zeit arbeitet sie sich vom Warboy zum Dockmaster und schließlich zur Crew des Tanklastzugs hoch. Nach einem Überfall einer abtrünnigen Bande von Dementus, entdeckt der Fahrer Jack die wahre Identität von Furiosa. Doch statt sie zu verraten, macht er sie zu einem Praetorian: seiner Beifahrerin. Mit der Zeit planen sie sogar, die Zitadelle zu verlassen.
Doch bevor es so weit ist, ändert sich das Klima. Dementus verliert zusehends die Kontrolle über Gastown aufgrund seiner Inkompetenz und Ignoranz. Er fordert einen besseren Vertrag und besetzt schließlich durch einen handstreichartigen Angriff die dritte Festung, die in einem Steinbruch liegt und Munition für die Festungen herstellt. Gerade als Praetorian Jack und Furiosa sich absetzen wollen, zerstört Dementus Horde den Lastzug, foltert Jack zu Tode und Furiosa verliert ihren Arm.
Zurück in der Zitadelle ersetzt sie diesen durch eine Prothese und stolpert direkt in den großen Krieg zwischen der Zitadelle und Dementus. Obwohl er Benzin und Munition kontrolliert, droht er zu verlieren. Furiosa mischt sich in der finalen Schlacht ein, um Rache an Dementus zu nehmen.
Schauspieler
Anya Taylor-Joy (The Witch, Dune Part II) übernimmt die Rolle der Furiosa ab dem Zeitpunkt, als sie Praetorian des Tankzugs ist. Die jüngere Furiosa spielt Alyla Browne (Sting). Ihr einziger Verbündeter in der Zitadelle, Praetorian Jack, wird von Tom Burke (Black Bag) gespielt.
Die bekannten Anführer der Zitadelle sind Immortan Joe und seine degenerierte Brut. Lachy Hulme (Matrix: Revolutions, Killer Elite) spielt Immortan Joe, Nathan Jones (Mortal Kombat 2020) den Sohn Rictus Erectus und Josh Helman (Monster Hunter) den Sohn Scortus.
Dementus ist der unwürdige Gegenspieler zu Furiosa. Chris Hemsworth spielt eine krude Mischung aus Thor in Avengers: Endgame und Thor – Love and Thunder. Überdreht, inkompetent und völlig von sich selbst überzeugt (Fehler machen nur die anderen) ist wirklich zu hinterfragen wie er zum Anführer dieser Horde wurde und sich, abgesehen von Gewalt, so lange halten konnte.
Regie
George Miller schuf mit Mad Max eine Ikone des post-apokalyptischen Action-Films, prägte sogar das Genre mit überdrehten Charakteren wie dem Ayatollah aller Rock’n’Roller, dem großen Humungus, Aunty Entity und Immortan Joe. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass das Franchise seit dem zweiten Teil (Mad Max – Der Vollstrecker) in einer Abwärtsspirale steckt, wobei „Fury Road“ als eine Temposchwelle zu sehen ist, die gleich dem Knight Rider aus „Mad Max“ kurz die Achse des Franchise nach oben warf.
Furiosa als Origin Story hätte (vielleicht) funktioniert, wenn der Film sofort umgesetzt worden wäre und Charlize Theron an Bord gewesen wäre. Den Hype um Fury Road nutzend, hätte der Film möglicherweise funktioniert. Gut zehn Jahre später, mit wenig neuen Ideen, ist es schlicht und einfach enttäuschend und seelenlos. Dazu kommt die Müdigkeit Chris Hemsworth als dicken Thor, bestellt bei Wish, im Wüstenland zu sehen.
Man vergisst da fast, dass Miller auch für Filme wie „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ und „Happy Feet“ verantwortlich ist.
Nachbearbeitung
Die Effekte und die Straßenschlachten überzeugen im Gegensatz zur dünnen Story über weite Strecken. Der Umbau des ersten Tanklastzugs zur fahrenden Festung ist ein vernünftiger Übergang im Handlungsbogen um Furiosa und klärt schlüssig, wie sie zum Praetorian wurde.
Im Finale setzte sich Anya Taylor-Joy durch und sorgte für ein Ende, das dem Charakter von Furiosa eher entspricht, als dass Dementus einfach in der Wüste wie ein räudiger Hund erschossen wird.
Musik
Junkie XL steuert wieder 18 instrumentale Tracks bei, die allerdings zu ähnlich dem Soundtrack von Fury Road sind. Als wäre daraus ein neues Mixtape gemacht worden.
Filmkritk
Fazit
Trotz Anya Taylor-Joys guter Leistung enttäuscht diese Origin Story. Die Laufzeit von deutlich über zwei Stunden führt immer wieder zu spielerischen Längen. Die Abspannszene macht es nicht besser: da blieb man sitzen, um dann nur Max Wackelkopffigur in einem Sandsturm zu sehen.

