Mit minimalistischen Mitteln wird hier ein spannendes Stück Film geschaffen, das auf Atmosphäre und Dialog setzt.
Story/Inhalt
Nach einem Blind Date lässt sich Mina zu ihrem entlegenen Landsitz bringen und lädt ihr Date Hap noch zu einem Getränk ein. Im weitläufigen Salon setzen sie ihr Gespräch fort, bei dem Haps Beweggründe immer offensichtlicher werden. Wie weit er gehen würde, bleibt offen, aber der nette Typ, der er zu Beginn zu sein scheint, wird immer bedrohlicher. Allerdings ist nicht er die Spinne, die hier eine Fliege ins Netz gelockt hat. Viel mehr ist er in die Falle einer noch größeren Spinne geraten. Als plötzlich Minas Schwestern, natürlich einzeln, auftauchen, zieht sich die Schlinge zu.
Schauspieler
Kate Bosworth (The Domestics) spielt die Venusfalle Mina. Sie gibt sich etwas naiv und verletzlich, doch hinter ihrer Maske spinnt sie ein engmaschiges Netz, aus dem Hap nicht entkommen wird. Verstärkt um ihre Schwestern, gespielt von Gia Crovatin und Lucy Walters, hätte ein etwas gebildeter Hap bei Nennung ihrer Namen erkannt, wem er sich gegenübersieht. Eine weitere Schwester, gespielt von Joy Conly (die auch für die Ausstattung zuständig war), wird nicht gezeigt.
Hap wird von Justin Long (Weapons) gespielt. Zuerst gibt er sich als Gentleman und „Mister Nice Guy“, doch im Verlauf zeigt sich, dass er nicht vorhat, an diesem Abend dann höflich auszutrinken und zu gehen. Die Stimmung kippt als Mina immer klarer durchscheinen lässt, dass das sowieso keine Option gewesen wäre. Der Jäger wird zur Beute, doch hat er nicht vor kampflos zu gehen, selbst in Unterzahl.
Regie
Neil LaBute führte unter anderem im unsäglichen Remake von „The Wicker Man (nicht verwechseln mit dem gleichnamigen britischen Film „The Wicker Man“): „Not the bees“! Ein weiterer Eintrag ist „Lakeview Terrace“ mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle. Bei der Westernserie „Hell on Wheels“ führte er bei fünf Folgen Regie und schrieb unter anderem Drehbücher für Serien wie „Van Helsing“. Sein aktuellster Film „Fear the Dark“ basiert auf seinem Drehbuch und er führte Regie.
Bei „House of Darkness“ nutzt er minimalistische Mittel und erhält das maximale Ergebnis. Das zuerst freundliche Geplänkel zwischen den Beiden nimmt zuerst an Schärfe von seiner Seite zu, wo Hap als misogyner Möchtegern-Alpha enttarnt wird. Nur dumm, dass sein Gegenüber genau auf solche Typen abzielt, weil sie niemand vermissen wird.
Nachbearbeitung
Da fast der gesamte Film im Salon spielt, ist bezüglich Aufmachung und Sets nicht allzu viel zu benennen. Die Einrichtung entspricht dem Herrenhaus und entlockt Hap zuerst einige Bewunderung. Das er dauerhaft in diesem Haus verbleiben wird, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.
Allerdings gab es die Anzeichen davor: die Kleidung der Damen, der ausgewählte Geschmack des Weins (der wohl für die Damen gekeltert wurde), und dass drei (sichtbar) junge Frauen so ein Herrenhaus besitzen und allein in Schuss halten. Da sieht man wieder: Vampirsein lohnt sich wohl, oder wenn du nach 200 Jahren noch immer arm bist, geh an die Sonne.
Filmkritk
Fazit
Vampire können auch unterhaltsam sein, ohne auf blutige Jagdzüge zu gehen oder verwinkelte Verschwörungen im Hintergrund zu entwickeln. Hier sind einfach ein paar nette Vampirdamen, die es sich zur Mission gemacht haben, sich an den Männern zu nähren, die keinen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Nicht nur im Oktober gilt: wenn ein nettes Mädchen dich in ihr Landhaus einlädt, glaub ihr nicht: es ist Opfersaison!
