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Filmkritik: Die Tiere aus dem Talerwald (The Animals of Farthing Wood)

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
1. März 2026
in Kritiken
0
Als die Tiere den Wald verließen szenebild

© Animation Movies

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Im Jahr 1993 lief im Vorabendprogramm eine nette Kinderserie über eine Gruppe von Tieren, die ihren Lebensraum verlieren und sich auf eine Reise in einen sicheren Nationalpark begeben. Damals schöne Unterhaltung, brachte ein erneutes Ansehen als Erwachsener die Inhalte in Erinnerung, die damals als Kind nicht wahrgenommen wurden.

Story/Inhalt

Ein Bauprojekt für eine Reihenhaussiedlung führt dazu, dass der Talerwald abgeholzt werden soll. Die Bewohner schließen sich zusammen und beraten, was sie tun können. Die Kröte war vor einigen Monaten von einem Kind gefangen worden und berichtet von einem Naturpark, dem Weißhirschpark, wo alle Tiere willkommen seien. Die Tiere entscheiden sich, für die Dauer der Reise einander zu helfen. Raubtiere wie Füchse, Dachse, Eulen oder Schlangen schwören, die anderen nicht zu fressen. Doch die Reise ist beschwerlich und nicht alle kommen im Park an. Dort werden sie vom edlen Weißhirsch zwar begrüßt, doch die Probleme wollen nicht enden.

In der zweiten Staffel dominiert ein Machtkampf zwischen den Blaufüchsen, die im Park heimisch waren, und den Tieren aus dem Talerwald, die vom Rotfuchs angeführt werden. Beide Seiten erleiden Verluste, der älteste Sohn des Rotfuchses verlässt einige Zeit den Park, um seinen eigenen Weg zu finden. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Kampf zwischen den Anführern.

In der dritten Staffel wird der edle Weißhirsch von illegal entsorgtem Giftmüll vergiftet, sein Nachfolger stellt neue Regeln auf. Eine davon ist, dass nur noch Weißhirsche die sauberen Quellen nutzen dürfen. Seinen Anspruch setzt er mit Gewalt durch. Außerdem droht eine Invasion von Ratten, die das Machtvakuum nutzen wollen, um den Park zu übernehmen.

Schauspieler

Da die animierte Serie nur synchronisiert wurde, wird sie genutzt, um die wichtigsten Charaktere vorzustellen. In Klammer steht der Sprecher der Rolle.

Die Kröte (Ron Moody) berichtet vom Paradies, das der Weißhirschpark sei. Er nennt alle Tiere in bester britischer Manier „Mate“, auf Deutsch „Kumpel“. Er tut sein Bestes die Tiere anzuleiten. Weiters spricht er den Dachs, die gute Seele und Stimme der Vernunft in der Gruppe. Er dient nicht nur kleinen Tieren als Transportmittel, sondern ist auch ein wichtiger Berater des Fuchses. Er sucht meist den Mittelweg zu finden. Als er später stirbt, wird er durch den einen jüngeren Dachs mit schwäbischem Akzent (Höfele) ersetzt.

Die Otter (Stacey Gregg) hat immer wieder mit ihrem Instinkt zu kämpfen, wenn sie Mäuse und andere Kleinsäuger fressen möchte. Sie unterhält eine Hassliebe-Beziehung zur Eule und dem Wiesel, wird aber zum wichtigen Mitglied der Gemeinschaft. In der dritten Staffel hat sie zusammen mit ihrem Partner „Schlängler“ einen beachtlichen Anteil daran die Bedrohung durch die Ratten einzudämmen. Außerdem spricht sie die Füchsin, die auf der Reise zum Park Teil der Gruppe wird. Später berät sie den Fuchs in seinem Kampf gegen die Blaufüchse und die Ratten und versucht ihre Kinder vor den Gefahren zu schützen.

Der „(Rot)Fuchs (Rupert Farley) ist der gewählte Anführer der Gruppe. Er setzt sie Regeln fest, und durch, und leitet die Gruppe. Als er von den Tieren getrennt wird und seine spätere Gefährtin trifft, scheitert die Expedition beinahe. Auch im Weißhirschpark muss er weiter seine Führungsrolle einnehmen, sowohl im Kampf gegen die Blaufüchse als auch sichtlich gealtert gegen die Ratten. Nur widerwillig gibt er im Kampf gegen die Ratten die Führung an seinen Sohn ab.

Das Wiesel (Sally Grace) ist mit ihrer hohen Lache manchmal wirklich nervig. Zynisch kommentiert sie alle Schritte, hat aber doch eigentlich ein gutes Herz. In der zweiten Staffel soll sie als Spion für den Blaufuchs die Pläne der Tiere aus dem Talerwald unter Zwang verraten. Doch hier zeigt sie Rückgrat. In der dritten Staffel fürchten die Ratten das Wiesel, das mit Mann und Kindern vorübergehend den Park verlässt.
Außerdem spricht die sie Eule, die Stimme der Weisheit. Obwohl die Eule einfach in den Park fliegen könnte, bleibt sie als Ausguck, zusammen mit dem Falken, bei der Gruppe und bringt immer wieder weiße philosophische Phrasen vor.

Der Maulwurf Moosi (Jeremy Barrett) ist ein enger Freund des Dachses. Seine Verfressenheit bringt ihn einige Male in Gefahr. Im Winter nach der Ankunft im Park stirbt er in seinem Nest an der Seite seiner Partnerin. Im neuen Jahr kommen seine Kinder ans Tageslicht, wobei der dement werdende Dachs einen Sohn einfach als Mossi ansieht und trotz aller Hinweise durch den jungen Maulwurf bis zum Tod des Dachses die Freundschaft fortführt.

Der Hase Speedy (Pamela Keevil Kral) ist eine Art Kundschafter und Postbote für die Tiere. Als schnellster Läufer im Wald kann er sich sowohl im Krieg gegen die Blaufüchse als auch die Ratten durch die feindlichen Gebiete bewegen. Weitere Rollen sind Frau Igel, Frau Eichhörnchen und der Hofhund.

Regie

Die Regie teilen sich Philippe Leclerc (21 Folgen) sowie Elphin Lloyd-Jones (18 Folgen). Die verpacken die Geschichten der Reise in Folgen à 20 Minuten, die immer einen klaren Handlungsbogen mit wenigen Nebenhandlungen haben. Kindgerecht aufbereitet zeigen sie doch wie erbarmungslos die Natur sein kann und vermitteln so ein klares Bild der Realität von Waldtieren. Die Verschmutzung der Umwelt, der Verlust von Lebensraum, die Gefahr von Straßenverkehr, Jägern und anderen Tieren sind die Hauptthemen. Weitere Details in der Nachbearbeitung.

Nachbearbeitung

Jede Staffel hat eine klare Hauptgeschichte. In der ersten Staffel geht es um die Reise in den Weißhirschpark mit allen Gefahren, die damit verbunden sind. Die Fasane fallen der Unaufmerksamkeit und Faulheit des Fasans zum Opfer, als ein Bauer sie erschießt. Als die Mäuse unterwegs die Gruppe verlassen wollen, fallen sie einem Vogel zum Opfer, der nichts vom Versprechen sich zu schützen weiß. Er zeigt auch kein Verständnis dafür und fliegt unbeeindruckt weg. Anders die Füchsin, die nach der Rettung des Fuchses der Gruppe folgt. Bei der Querung einer Autobahn werden die Igel überfahren, was nicht nur angedeutet, sondern auch gezeigt wird. Die Staffel endet mit der Ankunft im Park und dem freundlichen Empfang durch den Weißhirsch.

Die zweite Staffel ist geprägt vom Machtkampf zwischen Blaufüchsen und den Neuankömmlingen. Die Füchse, beide mit Nachwuchs, führen einen zu Beginn verdeckten Machtkampf, der jedoch immer aggressiver geführt wird, nachdem die junge Füchsin „Träumerin“ getötet wird. Die anderen Tiere werden gezwungen sich für eine Seite zu entscheiden, während der Weißhirsch sich heraushält. Erst der Tod vom Anführer der Blaufüchse Narbengesicht bringt den Konflikt zum Ende, in bester Manier von „Romeo und Julia“ findet einer von Narbengesichts Söhnen in einer von Rotfuchs Töchtern seine Partnerin, was das Bündnis stärkt. In dieser Folge ist das 1993 sehr aktuelle Thema Flüchtlinge und der Umgang mit einer anderen Kultur (hier der Friedenspakt zwischen den Talerwaldtieren) das Hauptthema.

Die dritte Staffel wird von der Ratteninvasion unter dem Rattenkönig Bully geprägt. Während der neue Anführer der Hirsche sich weniger freundlich gebiert wie sein Vorgänger, unterwandert Bully mit seinen Ratten langsam den Wald. Die Ratten sprechen verschiedene deutsche und österreichische Dialekte und sind eine unverhohlene Darstellung von Faschisten. Bully regiert zwar mit eiserner Faust, ist in Wirklichkeit aber feige; seine Macht basiert auf der Angst vor seinem inneren Kreis, die entweder tumbe Schläger oder gewiefte, aber rückgradlose Mitläufer sind. Das Wiesel verlässt aus trotz vorübergehend den Wald, die Eule macht sich auf die Suche nach einem Partner. Ihre Rückkehr entscheidet den Kampf gegen die Ratten zugunsten der Tiere aus dem Talerwald/Weißhirschpark.

Die Tiere im Talerwald haben in der Synchronisation verschiedene deutsche Dialekte. Später kommen mit dem Dachs Höfele und den Ratten rund um Bully noch einmal vielfältige Sprachmuster hinzu.

Musik

Das Thema der Serie wurde von Detlef Kühne komponiert.

Filmkritk

Fazit

8 Ergebnis

Die internationale Koproduktion aller wichtiger Fernsehstudios Europas wurde Anfang des Jahres 1993 erstmalig ausgestrahlt. Parallel dazu wurde ein wöchentlich erscheinendes Comic-Heft herausgegeben, dass neben Hintergrundgeschichten zu den Charakteren oder der Handlung der letzten Folge aus Basteltipps, Informationen über Waldtiere, Aufkleber und vieles andere ergab. Das Heft wurde im Verlauf der zweiten Staffel möglicherweise eingestellt (oder meine Eltern haben es mir nicht mehr gekauft). In Erinnerung waren mir vor dem erneuten Ansehen die Lache des Wiesels, die Sanftheit des Dachses und die Verfressenheit des Maulwurfs – natürlich wollte ich so sein wie der Fuchs.

Fazit

  • Story/Inhalt 0
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  • Nachbearbeitung 0
  • Musik 0
Tags: AnimationsfilmKinderfilm
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