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Filmkritik: Das Siebente Siegel

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
14. Januar 2026
in Filme, Kritiken
0
das siebente siegel szenebild

© Arthaus

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Und als das Lamm das siebente Siegel brach, entstand im Himmel eine Stille, die erst nach einer halben Stunde endete. Und die sieben Engel, die die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, in ihre Posaunen zu stoßen. – Offenbarung des Johannes

Story/Inhalt

Der Kreuzritter Antonius Block kehrt mit seinem Knappen in seine Heimat Schweden zurück. Während des Kreuzzugs hat er seinen Glauben verloren und will nun schnellstmöglich zurück zu seiner Familie. Doch Schweden wird von der Pest heimgesucht. Bei Sonnenaufgang offenbart sich der Tod dem Ritter und kündigt an, dass seine Zeit gekommen sei. Doch Block verhandelt und schlägt dem Tod vor, eine Partie Schach um sein Leben zu spielen. Der Tod stimmt zu, was Block Zeit gibt, sein Leben zu reflektieren.

Block und sein Knappe Jöns ziehen weiter, und begegnen verschiedenen Personen, die sich immer wieder als Inkarnation des Todes entpuppen. Jöns rettet allerdings auch ein Mädchen vor einem Plünderer, der einst der fanatische Prediger war, der seinen Herrn zum Kreuzzug aufforderte. Jöns droht dem Fanatiker, ihn, sollte er ihn jemals wiedersehen, im Gesicht zu zeichnen. Zu dritt ziehen sie weiter.

Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe Flagellaten, einen Schmied und dessen Frau sowie ein Mädchen, das der Hexerei bezichtigt wird und verbrannt werden soll, sowie eine lebensfrohe Truppe von Schaustellern. Und immer wieder erscheint der Tod und verlangt, dass Block die Schachpartie fortsetzt. Jof, ein hellsichtiger Junge der Schausteller, erkennt den Tod und flieht mit ihnen. Doch dem Tod kann niemand entkommen – der Tod setzt Block Schachmatt und verkündet beim nächsten Erscheinen seinen Tribut zu fordern.

Block erreicht sein Anwesen und isst mit seiner Frau Karin und seinen Begleitern zu Abend, als der Tod sich erneut offenbart. Jeder reagiert anders auf die Aufforderung nun zu gehen: mit Akzeptanz, mit Verleugnung oder Erleichterung. Jof sieht in einer seltsamen Prozession des Todes wie alle Richtung Horizont weiterziehen.

Schauspieler

Max von Sydow (bekannt aus „Der Exorzist”) spielt Antonius Block. Wie viele andere Adelige auch folgte er dem Aufruf, das Heilige Land vor den Ungläubigen zu befreien, kehrte jedoch desillusioniert zurück. Die gute Sache, wie fanatische Prediger es nannten, kostete oft genug Wohlstand, Besitz oder gar Leben – und selbst die Rückkehr brachte oft genug nicht Erlösung.

Gunnar Björnstrand (Persona) spielt den treuen Junker Jöns, der seinem Herrn auf den Kreuzzug folgte und nun glücklich ist, nach Hause zurückzukehren. Doch das von der Pest gezeichnete Land ist nicht mehr sein Schweden, sodass er mit Protest und Trotz reagiert. Das Mädchen, das er rettet, will er als Haushälterin zu seiner Geliebten machen.

Bibi Anderson (Persona, Arn – der Kreuzritter) spielt das Mädchen Mia. Nils Poppe spielt den hellsichtigen Jof. Bengt Ekerot spielt den Tod.

Regie

Ingmar Bergman führte unter anderem in Filmen wie „Wilde Erdbeeren“, „Persona“ oder „Das Gesicht“ Regie. Hier schafft er mit minimalistischen Mitteln eine kurzweilige Interpretation der Hoffnungslosigkeit und Leere, die Block nach dem Verlust seines Glaubens beherrscht. Auch wenn einige Darstellungen wie die Hexenverfolgung aus späteren Jahrhunderten stammen, bringt er das Bild des von der Pest verheerten Schwedens des 13. Jahrhundert gut rüber. Wobei viel der Atmosphäre durch Schwarz-weiß weiter gehoben wird.

Nachbearbeitung

Der Film spielt mit der Motivation der Charaktere: Block ist auf die Vergangenheit fixiert. Er zog als Idealist in den Krieg und kehrt als zerstörter Mann zurück. Andererseits ist Jöns auf die Zukunft ausgerichtet: er sieht seine Pflicht seinem Herrn gegenüber als erfüllt, rettet ein Mädchen, mit dem er eine Familie gründen will, und droht dem Mann, der seinem Herrn einst einflüsterte auf den Kreuzzug zu gehen. Dementsprechend ergibt sich Block am Ende seinem Schicksal, und seiner Pflicht, während Jöns nicht bereit ist zu gehen. Das gerettete Mädchen wiederrum begrüßt den Tod mit den Worten „Es ist vollbracht“ und folgt ihm sofort, um dem Elend zu entfliehen.

Das Schachspiel spiegelt die Existenz wider: alle Figuren sind nur Spielzeuge für Gott beziehungsweise den Teufel, die Mehrheit sind Bauern, und am Ende kommen doch alle in dieselbe Schachtel.

Musik

Die Musik sind Interpretationen mittelalterlicher Melodien und Kirchenlieder, die jedoch nicht der Zeit der Filmhandlung entsprechen. „Dies Irae, Dies Illa“ ist ein mittelalterliches Kirchenlied, das in einer Interpretation aus dem 19. Jahrhundert verwendet wird.

Filmkritk

Fazit

8 Ergebnis

Der Film steht auf der Filmliste des Vatikans, da er philosophische und religiöse Themen ohne Wertung bearbeitet und interpretiert. Er gilt als Musterwerk von Ingmar Bergman und wurde mit 9 Preisen ausgezeichnet. Das einfache Bild des Todes mit schwarzem Mantel und weißer Totenmaske ist weitaus bekannt.

Fazit

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Tags: Drama
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