Was ist amerikanischer als die Geschichte so umzuschreiben, dass man plötzlich selbst der Held ist in einem Fall des nachrichtendienstlichen Versagens seiner Zeit ist?
Story/Inhalt
1979 führt die Machtübernahme der islamistischen Ayatollahs im Iran dazu, dass die amerikanische Botschaft von Studenten gestürmt wird. 52 Mitarbeiter werden als Geiseln genommen. Die Verhandlungen ziehen sich, wobei die Evakuierung der verbliebenen US-Amerikaner ein Faktor ist. Ein weiterer Nebenschauplatz sind sechs Botschaftsmitarbeiter, die unerkannt fliehen konnten und sich in der kanadischen Botschaft verstecken. Da sie über geheimdienstliche Informationen verfügen, ist ihre sichere Evakuierung von Nöten. Der Einsatz des Militärs wird verworfen.
Stattdessen wird ein Filmteam ausgesandt, dass den Dreh des (fiktiven) Science-Fiction Films Argo vorbereiten soll. Getarnt als Location Scouts und anderen Funktionen rund um das Filmprojekt soll die Exfiltration vorbereitet werden. Inzwischen können, obwohl viele Akten geschreddert oder verbrannt wurden, die iranische Geheimpolizei Hinweise zusammensetzen, die die sechs Agenten betrifft. Die Zeit drängt, und ein Scheitern würde den Gesichtsverlust der USA nur noch größer machen und gleichzeitig die Ayatollahs stärken.
Schauspieler
Ben Affleck (The Last Duel, The Accountant 2) spielt Tony Mendez. Er entwickelt den Plan und führt die Operation aus. Weitere Agenten im Einsatz spielen Bryan Cranston (Breaking Bad) als Jack O’Donnell und John Goodman (Flight) als John Chambers.
Weitere Nebenrollen spielen Titus Welliver (Bosch), Kyle Chandler (Godzilla vs. Kong, The Change) und Victor Garber (Alias – die Agentin).
Regie
Ben Affleck führt ebenfalls Regie. Der Zeitdruck stellt Affleck dadurch dar, dass immer wieder Teppichknüpfer die geschredderten Unterlagen zusammenfügen. Außerdem verwendet er Splitscreens, um parallele Handlungen gleichzeitig ablaufen zu lassen.
Nachbearbeitung
Im Iran kam der Film – verständlicherweise – nicht gut an. Obwohl mehrheitlich gut bis sehr gut aufgenommen, stieß die Umsetzung allerdings auch Kanada übel auf. Obwohl sie das Hauptrisiko trugen, den Plan entwickelten und auch die Mehrheit der Vorbereitungen übernahmen, wurde es im Film so dargestellt, als sei es eine CIA-Operation gewesen. Das große Nachrichtendienstliche Versagen der Revolution wird fast vollständig unter den Teppich gekehrt. Ebenso der Gesichtsverlust von Präsident Carter, der für die Freilassung der Geiseln Zugeständnisse machen musste und mit der Doktrin brechen musste, Amerika sei unantastbar.
Musik
Die Dire Straits, Van Halen, Led Zeppelin, The Rolling Stones und das Thema von „Die Schlacht um den Planeten der Affen“, der als Anschauungsmaterial bei der Planentwicklung verwendet wird. Ergänzt um einige Instrumentaltracks von Stu Phillips. Außerdem werden Songs aus zwei modernen Filmen wiederverwendet: aus „Im Tal von Elah“ und „Spy Game“.
Filmkritk
Fazit
Der Film wurde bei den Oscar 2013 in sieben Kategorien nominiert und konnte drei davon gewinnen: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt. Amerika sieht sich gerne gewinnen, und wenn dafür die Geschichte gebogen werden muss – wen interessiert es? Ein spannender Thriller ist es auf jeden Fall.




