Die BBC Dokuserie „Die Windsors – Geschichte einer Dynastie“ erzählt in sechs Teilen von den Entwicklungen und Verflechtungen des britischen Königshauses, den Windsors, beginnend vom frühen 20. Jahrhundert bis in die frühen 2020er – erstmals erschien die Serie im Jahr 2022. Beginnend mit König George V., Vater des Kurzzeitkönigs Edward VIII., erstreckt sich die erzählte Handlung bis zur gegenwärtigen Generation der Royals – und deren Kindern.
Schauspieler
Tatsächlich kann von Schauspielern hier wenig berichtet werden – nutzt die Dokuserie doch überwiegend originales Film- und Fotomaterial bzw. Interviews mit verschiedenen Personen der Gegenwart („Insider, Fachleute und Weggefährten“, wie es die BBC ausdrückt). Zum Teil wurden „Schmuckszenen“ gedreht, die jedoch nur der Untermalung von Gesagtem dienten, ohne die gezeigte Person in den Vordergrund zu stellen. Die gezeigten Archivaufnahmen jedenfalls decken eine außergewöhnliche Bandbreite ab; man bekommt das Gefühl, den britischen Royals nahe zu sein wie kaum zuvor.
Story
Jeder der sechs Teile der Dokuserie fokussiert auf einen eigenen Protagonisten bzw. eine eigene Protagonistin. Die Erzählung beginnt mit König Edward VIII., der im Jahr 1936 den Thron bestieg, aber wegen der Liebe abdankte. Anschließend geht sie über zu Prinz Albert, Edwards jüngerem Bruder und Vater der späteren Königin Elisabeth II. Nach der Abdankung seines Bruders bestieg Albert als George VI. den Thron. Weiters erzählt die Serie aus den Leben von Queen Elisabeth II., Prinz (jetzt König) Charles III., Lady Diana sowie ihren Söhnen, den Prinzen William und Harry sowie deren Ehefrauen und Kindern.
Regie
Die unterschiedlichen Schwerpunkte, die im Laufe des vergangenen Jahrhunderts auf verschiedene Mitglieder des Königshauses gelegt wurden, verdeutlichen auch den Wandel desselben und seiner Beziehung zur Öffentlichkeit: Während Edward VIII. noch aufgrund seiner Liebe zu einer geschiedenen Frau abdanken musste, war es dem damaligen Prinzen – und späteren König Charles III. – sechs Jahrzehnte später möglich, die Ehe mit Lady Diana aufzulösen und später erneut zu heiraten.
Auch das Verhältnis zu Presse und Öffentlichkeit wandelt sich stark im Laufe der Jahre und mit den unterschiedlichen Protagonist*innen. Diesen Wandel fängt die Dokuserie geschickt ein. Und obwohl ausschließlich auf Archivmaterial zurückgegriffen wurde und für die Serie keine eigens geführten Interviews mit den Royals genutzt wurden, bekommt man das Gefühl einen tiefen Einblick in deren Leben und die einzelnen Gefühlswelten zu erhalten. Tatsächlich bleibt die Serie auch bei sogenannten Skandalen und schwierigen Themen – wie der oben genannten Ehe und Scheidung zwischen Charles und Diana – nahbar und wirkt „unparteiisch“, nicht reißerisch und sie vergisst auch nicht darauf, die ambivalente Rolle der Medien anzusprechen.
Nachbearbeitung
Mir ist hierbei sehr wenig aufgefallen; es kann an dieser Stelle allerdings das Erzähltempo genannt werden, das zu Beginn der Serie noch recht „atemlos“ wirkt und sich aber mit Fortschreiten der Handlung bei etwas gemäßigterem Tempo einpendelt. Dazu beigetragen haben für mein Empfinden rasche Schnitte und „statementhafte“ Ansagen der Interviewten. Diese wirkten in späteren Folgen auf mich etwas ruhiger.
Musik
Musik ist mir im Rahmen der Dokuserie nicht besonders aufgefallen; wenn, dann als Untermalung feierlicher Szenen wie Hochzeiten oder Krönungszeremonien. Die Serie ist allgemein „handwerklich nüchtern“ gemacht und verzichtet daher auf Musik oder andere den Inhalt der Handlung zusätzlich dramatisierende Gestaltungselemente.
Filmkritk
Fazit
Die Dokuserie der BBC ist ein spannender Einblick in das Leben der englischen Royals und auch wenn man vieles davon bereits kannte bzw. schon davon gehört hat, bietet die Serie nicht nur eine faszinierende Zusammenschau der Ereignisse, sondern auch weniger allgemein bekannte Einblicke. Ich habe mich – als bisher wenig „Royal kundige“ Person – gut unterhalten gefühlt und auch mit den gezeigten Personen und ihren Leben mitgefühlt. Jedenfalls hat die Dokuserie das Potenzial, das Interesse am englischen Königshaus zu wecken und zu vergrößern.


