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Filmkritik: Ready or Not 2

von Brijan Wilson
14. April 2026
in Filme, Kritiken
0
READY OR NOT 2 szenebild

Samara Weaving und Kathryn Newton in READY OR NOT 2: © 2026 Searchlight Pictures. All Rights Reserved.

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In der blutigen Thriller-Komödie Ready or Not 2 muss sich Grace nur wenige Stunden nach ihrem Überlebenskampf mit der Familie ihres Mannes Alex erneut einem tödlichen Spiel stellen – diesmal jedoch gegen mehr als nur eine mordlustige und machthungrige Familie.

Story

Grace (Samara Weaving) hat die schlimmste Nacht ihres Lebens hinter sich und liegt erschöpft in ihrem Krankenhausbett. Ihre Schwester Faith (Kathryn Newton) betritt das Zimmer, da sie als Notfallkontakt über Graces Einlieferung informiert wurde. Die beiden haben sich seit langer Zeit nicht gesehen und sind nicht im Guten auseinandergegangen. Bevor sie jedoch ihre Vergangenheit hinter sich lassen können, fliegen ihnen plötzlich Messer um die Ohren und Grace begreift, dass ihr Albtraum noch kein Ende hat. Die Familie ihres Ehemanns Alex gehörte zum High Council, einem Zusammenschluss fünf mächtiger Familien. Durch ihren Sieg im ersten Spiel tritt die nur selten angewandte Regel des High Councils in Kraft, dass sie sich einem weiteren Spiel unterziehen muss – diesmal gegen die anderen vier Familien. In diesem Fall winkt ihr selbst jedoch der High Seat im High Council, die höchste Machtposition im Rat der mächtigen Familien – sollte es ihr erneut gelingen, bis zum Morgengrauen am Leben zu bleiben. Diese Position streben auch die vier am Spiel teilnehmenden Familien an, deren Ziel es ist, Grace vor Sonnenaufgang zu töten. Besonders im Fokus stehen hierbei die Geschwister Titus Danforth (Shawn Hatosy) und Ursula Danforth (Sarah Michelle Gellar), die von ihrem Vater (David Cronenberg) mit besonderer Überzeugung angewiesen werden, das Spiel zur Ehrenrettung ihrer Familie zu gewinnen. Begleitet wird das Spiel von einem Anwalt (Elijah Wood), der dafür verantwortlich ist, dass alles regelgerecht abläuft.

Insgesamt entwickelt der Film kaum erzählerische Tiefe und kann trotz solidem Unterhaltungswert und hohem Tempo nicht vollends überzeugen. Einige Sequenzen, wie die clever eingebundenen Flashbacks, funktionieren gut. Die Menge an klischeehaften Dialogen, Kämpfen und Charakterentscheidungen sowie die vorhersehbare Handlung lassen jedoch zu wünschen übrig. Die satirischen Elemente wirken ausgelutscht und wenig originell, aber ein paar humorvolle Highlights kann das Sequel dennoch liefern, wie beispielsweise ein Pfefferspray-Duell mit anschließender Tanzeinlage.

Schauspieler

Samara Weaving verkörpert erneut Grace, die sich innerhalb kürzester Zeit zwei tödlichen Spielen mit einer Überzahl an Gegnern gegenübersieht und spielt dies mit gewohnt starker Entschlossenheit und spürbarem Überlebenswillen. Mit dem Netflix-Film The Babysitter hatte sie im Jahr 2017 ihren Durchbruch und mit Ready or Not gelang ihr 2019 ein großer kommerzieller und kritischer Erfolg. Inzwischen ist sie als moderne „Scream Queen“ bekannt, weil sie sich größtenteils starken Frauenrollen in Horror-Projekten widmet.

Kathryn Newton spielt ihre Schwester Faith und zählt dank Filmen wie Freaky, Abigail und Lisa Frankenstein ebenfalls zum Kreis der aktuell aufkommenden Generation an Scream Queens. In Ready or Not 2 bildet ihr Charakter den emotionalen und humorvollen Gegenpol zu Grace, was Kathryn Newton glaubhaft auf die Leinwand bringt.

Das Geschwisterpaar Ursula und Titus Danforth wird von Sarah Michelle Gellar und Shawn Hatosy zwar glaubhaft gespielt, aber es fehlt in manchen Schlüsselmomenten die letzte Überzeugung und ich hatte zu keinem Zeitpunkt des Films das Gefühl, dass die beiden eine ernsthafte Gefahr für die Protagonisten darstellen würden. Die beiden bekannten Darsteller stehen bereits seit drei Jahrzehnten vor der Kamera und konnten große Erfolge mit Filmen wie Ich weiß was du letzten Sommer getan hast, Scream 2 und The Faculty feiern, die Sarah Michelle Gellar sogar einst selbst zu einer Scream Queen machten. Ein kleines Highlight ist David Cronenbergs (Tödliche Versprechen) Kurzauftritt als Familienoberhaupt der Danforths, der die Geschichte ins Rollen bringt. Elijah Wood (Born to be wild) ist als seriöser und bestimmter Anwalt, der das Spiel begleitet, zwar überzeugend und hin und wieder auch amüsant, wird meines Erachtens jedoch nicht ausreichend gefordert. Die anderen Nebendarsteller können leider nicht durchgehend schauspielerisch überzeugen und wirken stellenweise überzeichnet und fehl am Platz.

Regie

Die Regie übernehmen erneut Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett, die für Ready or Not viel Zuspruch bekommen haben. Im Sequel zu ihrem größten Erfolg liefern sie erneut eine wilde Mischung aus Action und Humor, lassen aber weitestgehend Spannungsmomente vermissen und trauen sich auch nur in einzelnen Momenten einen Fuß ins Horror-Genre zu setzen. Ihre Stärke liegt definitiv mehr im reinen Unterhaltungswert als in der gelungenen Kanalisierung und Balance der verschiedenen bedienten Tonalitäten und Genres, denn langweilig wird Ready or Not 2 nie – und doch habe ich gelegentlich meinen Kopf schütteln müssen.

Bei der Regie der Actionsequenzen wird auf die Shaky-Cam-Technik zurückgegriffen, eine wackelige Handkamera, die versucht zu verschleiern, dass nicht lange an einer Choreografie gearbeitet wurde. Regelmäßig wirken Bösewichte von großen Gegenständen überrascht, die die Protagonisten ihnen entgegenschleudern, obwohl sie ihnen eigentlich mühelos ausweichen könnten – was die Inszenierung unglaubwürdig erscheinen lässt. Besonders auffällig werden die Schwächen in der Kampfchoreografie, wenn ein Widersacher mit einem Schwert einzig und allein mit einem rollenden Wäschewagen in Schach gehalten werden kann. Leider kann auch die Regie von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett in diesen Momenten nichts mehr herausholen, weil die Action sehr wackelig gefilmt und dazu noch zerschnitten ist. Alles in allem liefern die beiden Regisseure Standardware mit nur wenigen herausstechenden Momenten.

Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung in Ready or Not 2 wirkt insgesamt aufwendiger und stärker auf die visuelle Dynamik ausgelegt, als noch im ersten Teil. Das Produktionsbudget ist mit 14 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch wie das des Vorgängers. Erneut sind viele der Effekte praktischer Natur und werden auf dezente Weise von Spezialeffekten unterstützt, sodass der authentische und raue Ton des Films beibehalten wird. Wie schon erwähnt, ist der Schnitt zu bemängeln, da er einige Szenen unübersichtlich und überdreht wirken lässt.

Musik

Der Score stammt, anders als im ersten Teil, von Sven Faulconer, der bereits für Scream VI an der Musik mitgearbeitet hat. Leider sind seine Kompositionen in Ready or Not 2 sehr konventionell und klischeehaft geraten und kündigen regelmäßig Ereignisse an, bevor sie auf dem Bildschirm zu sehen sind, was mir nicht gut gefallen hat. Der Soundtrack enthält mit Amy Winehouses „Will You Still Love Me Tomorrow?“ als Einstieg in den Film und Bonnie Tylers „Total Eclipse of the Heart“ während einer Kampfszene zwei gut platzierte Needle Drops.

Filmkritk

Fazit

5.2 Ergebnis

Ready or Not 2 setzt spürbar darauf, das Konzept des ersten Films größer und spektakulärer weiterzuführen. In vielen Momenten wirkt es so, als wolle man mit mehr Figuren, mehr Action und mehr Blut noch einen draufsetzen. Das ist sicher manchmal unterhaltsam, aber lässt auch eine narrative Klarheit vermissen, wodurch der Film ins Chaotische und ins Belanglose abdriftet. Samara Weaving und Kathryn Newton funktionieren trotzdem als entfremdete Schwestern, die gezwungen sind, zusammenzuarbeiten und können hin und wieder wirkungsvolle Momente liefern. Zwar erreicht die Fortsetzung nicht die Spannung des Vorgängers und präsentiert auch kein originelles Konzept, aber bleibt dennoch unterhaltsam genug für einen kurzweiligen Abend im Kino.

Fazit

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Ready or not 2 Trailer

Tags: HorrorKomödie
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