In einer stürmischen Nacht erzählt Mary Shelley ihrem Mann Percy und Lord Byron wie sie auf die Idee zu Frankenstein kam und spinnt schnell eine Fortsetzung, bei der das Monster noch menschlicher wird und die Liebe sucht.
Story/Inhalt
Die Meute bringt den verletzten Frankenstein von der zerstörten Mühle weg, während die Eltern der im ersten Teil ertränkten Maria zurückbleiben. Der Vater will sicherstellen, dass das Monster wirklich tot ist und gräbt in den rauchenden Trümmern. Seine Sorge war berechtigt: Beide wurden in den Keller gezerrt, während die Kreatur entkam.
Im Wald trifft die Kreatur auf einen blinden Eremiten, der die Unfähigkeit der Kreatur normal zu sprechen als Leiden eines Stummen abtut. Für die alltägliche Hilfe verpflegt der Eremit die Kreatur und bringt ihm viel Verständnis entgegen. Das Monster lernt erste Worte und findet eine Vorliebe für Essen, Musik, Wein und Rauchen. Es überwindet sogar seine Urangst vor dem Feuer. Erst als zwei Jäger zur Hütte kommen und auf die Kreatur schießen, flieht sie erneut.
Inzwischen ist der ehemalige Lehrer von Frankenstein, Dr. Prätorius, eingetroffen. Er verspricht der Kreatur eine Gefährtin zu konstruieren, wenn sie dafür für ihn arbeitet. Prätorius scheiterte dort, wo Frankenstein erfolgreich war, hatte aber beachtliche Fortschritte im Bereich der Verkleinerung. Seine Homunkuli beeindrucken Frankenstein zuerst, doch als er erfährt, was Prätorius vorhat, will er nicht mehr weiterarbeiten. Daraufhin lässt Prätorius die Kreatur Elisabeth entführen.
Als die Braut fertiggestellt ist, ändert sich alles.
Schauspieler
Boris Karloff kehrt zurück in seine ikonische Rolle und macht die Kreatur noch menschlicher. Ohne die Intervention der Jäger hätte die Kreatur vielleicht ihr Glück beim Eremiten finden können. Dort entwickelte er Gefühle und lernte Sprache, schuf Vorliebe für Wein und Gesang. So fehlte nur noch das Weib, das Prätorius ihm versprach. Doch die tragische Liebe soll der Kreatur verwehrt bleiben. Karloff sollte die Rolle noch einmal in „Frankensteins Sohn“ einnehmen, unterstützt von Bela Lugosi als Igor.
Colin Clive nimmt erneut die Rolle des Victor Frankenstein ein, während seine Frau Elisabeth mit Valerie Hobson neu besetzt war.
Ernest Thesiger tritt als Dr. Prätorius neu dem Cast bei und wird zu einer durchgetriebenen, bösen und skrupellosen Version von Frankenstein. Um eine Leiche zu beschaffen, lässt er seinen Gehilfen ein Mädchen töten und gibt der Kreatur ohne Zögern die Aufgabe Elisabeth zu entführen, um Frankenstein zur Kooperation zu zwingen.
Elsa Lanchester nimmt sowohl die Rolle der Mary Shelley als auch der Braut ein. Ihr ikonische Frisur mit dem Beehive, dem ein weiße Strähne im Zentrum steht, wurde in späteren Versionen oft kopiert. So tauchte die Frisur auch bei den Munsters auf und machte Elsa Lanchester zu einer Ikone, die alle wiederkennen – auch wenn die wenigstens ihre Namen kennen. Lanchester spielte später in „Zeugin der Anklage“ von Billy Wilder, in „Mary Poppins“ und „Eine Leiche zum Dessert“.
Una O’Connor (Der Unsichtbare) spielt Minnie. Die Rolle von Frankensteins Vater wurde nicht nachbesetzt, da der Schauspieler kurz zuvor gestorben war.
Regie
James Whale entwickelt die Geschichte sehenswert weiter. Der Einstieg mit dem Gewitter, bei dem Mary Shelley die Erzählung einleitet, schwenkt direkt über zum Abschluss des ersten Films. Erst nachdem die Kreatur die Eltern der jungen Maria in den Abgrund reist, beginnt der eigentliche Film. Die Kreatur durchläuft eine Art Pubertät und wird noch menschlicher, vor allem unter dem Einfluss des Eremiten. Obwohl er die Kreatur ertastet, zeigt der Eremit nie Angst oder Vorurteile. Als die Jäger ihn glauben zu beschützen, zeigt er sich sogar bestürzt. Er kann nicht glauben, dass sein guter Freund und Gefährte zu Bösem fähig sein kann.
Mit Doktor Prätorius wird ein Charakter eingefügt, der den Intellekt des Frankenstein mit der Bosheit des Fritz aus dem ersten Teil kombiniert. Doch wie im Film üblich, erhält er die gerechte Strafe.
Nachbearbeitung
Hier steht nicht die Schaffung der Kreatur im Fokus. Viel mehr sind es die Homunkuli, die mit Kamerawinkel erschaffen werden. Diese kleinen, künstlichen Kreaturen, sind Prätorius größter Erfolg. Da sein Schüler Leben erschaffen konnte, ist der ehemalige Lehrer vorgeführt und will darum um jeden Preis die Tat wiederholen. Sein Gehilfe ist genauso skrupellos wie Fritz, schließlich tötet er, um eine Leiche zu beschaffen, einfach ein Dienstmädchen, statt in der Leichenhalle zu suchen oder auf dem Friedhof eine auszugraben.
Die Kreatur selbst hat im Gegensatz zu Prätorius ein Gewissen: sie leidet, als sie seinen Freund, den Eremiten, verlassen muss. Als ihm eine Gefährtin versprochen wird, ist er natürlich Feuer und Flamme. Als er den Verrat durch Prätorius erkennt, versucht dieser ihn mit Feuer einzuschüchtern. Nur klappt das inzwischen nicht mehr, trotzdem wählt die Kreatur aber Feuer in der Hoffnung sein Leiden zu beenden (Spoiler: es funktioniert natürlich nicht, sodass er in Frankensteins Sohn zurückkehren kann).
1998 wurde der Film in die National Film Registry übernommen.
Musik
Wieder kommen Opern zum Einsatz ohne Tantiemen zu bezahlen: dieses Mal Mendelssohn und Schubert.
Filmkritk
Fazit
Hier kommt die Braut… ein ikonisches Bild, dass sogar bekannter als die Kreatur selbst ist. 2026 darf sie zurückkehren, unter der Regie von Maggie Ghyllenhaal, mit Christian Bale als Kreatur und Jessie Buckly als Braut.


