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Filmkritik: Meteor

Nicolai Rosemann von Nicolai Rosemann
16. Juli 2024
in Filme, Kritiken
0
Meteor 1979

© 2024 PLAION PICTURES

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Bei Asteroiden denken sofort alle intuitiv an Michael Bays Actionkracher Armageddon mit Bruce Willis. Vielleicht erwähnt man später noch der zeitgleich erschienene „Deep Impact“ oder erinnert sich an mehrere Einträge aus dem Haus Asylum. Felsbrocken, die die Erde bedrohen, war allerdings schon immer ein Thema. Und dieser Beitrag aus dem Jahr 1979 erschien zur Endphase der Katastrophenthriller der 70er: Erdbeben (1974), Flammendes Inferno (1974), Die Höllenfahrt der Poseidon (1972).

Story/Inhalt

Ein Komet wirf einen großen Brocken im Asteroidengürtel aus der Bahn und bringt ihn auf Kollisionskurs mit der Erde. Größer als der Asteroid, der die Dinosaurier auslöschte, würde ein Einschlag das Ende der Menschheit bedeuten. Deshalb müssen Amerika und die Sowjetunion dazu gebracht werden, zusammenzuarbeiten und mit allen verfügbaren Atomraketen zu versuchen, den Stein abzufangen. Das Problem dabei: Beide Mächte müssten zugeben, Verträge gebrochen zu haben und Atomwaffen auf Satelliten zu besitzen. Außerdem bleibt weniger als eine Woche Zeit.

Einfach die geballte Atommacht der Erde auf den Asteroiden abfeuern und das Beste hoffen: klingt einfach, plausibel und entspricht der Doktrin der damaligen Zeit. Nichts kann nicht durch ausreichend Atomwumms aufgehalten werden. Wissenschaftlich hat auch dieser Plan sicher seine Lücken, ist aber plausibler als ein paar Ölarbeiter schnell zu Astronauten auszubilden und dann ein Loch zu bohren. Der Film geht die Lösung auch mehr politisch an, liefert einige Einschläge und Unterhaltung. Wenn Michaels Bays Variante heute noch circa 7 Punkte erreicht, dann verdient sich Meteor mindestens gleichviel.

Schauspieler

Die Hauptrolle ist der Wissenschaftler Paul Bradley, gespielt durch Sean Connery. Im Stile eines James Bond, den er gut 4 Jahre später erneut spielen sollte, versucht er Brücken zu den Sowjets zu bauen, natürlich nicht ohne die Übersetzerin des leitenden sowjetischen Wissenschaftlers zu bezirzen.

Besagte Frau ist Tatiana Donskaya, gespielt von Natalie Wood. Sie ist die typische sowjetische Frau, zumindest wie der Amerikaner sie gesehen hat. Obwohl ebenfalls eine anerkannte Wissenschaftlerin wird sie zur Übersetzerin und Sekretärin eines Mannes degradiert und erliegt natürlich bald den Avancen vom Amerikaner Bradley. In weiteren Rollen sind Karl Molden, Martin Landau und Henry Fonda zu sehen.

Der Cast holt das Beste aus dem Drehbuch heraus. Doch die Katastrophenfilme waren zu dieser Zeit bereits am absteigenden Ast. Trotzdem sind 7 von 10 Punkten angebracht. Schließlich gab Connery möglicherweise den Ausschlag, ihn noch einmal in der ikonischen Rolle als James Bond zurückzubringen.

Regie

Regisseur Ronald Neame war eigentlich Kameramann, konnte aber auch im Regiesessel einige Beiträge liefern. Unter anderem eben „Die Höllenfahrt der Poseidon“, aber auch Agenten- und Spionagethriller. Handwerklich waren seine Filme immer auf dem aktuellen Stand der Technik und es wurden neue Verfahren getestet. Seine Erfahrung als Kameramann wirkten sich in seinen Filmen dadurch aus, dass er neue Verfahren testete und viel experimentierte. Dadurch, dass er sehr auf die technischen Aspekte achtete, gerieten aber Dialoge und Spiel manchmal in den Hintergrund. Wenn nicht die Schauspieler dies mit ihrer Erfahrung kaschierten, wirkte sich das auch gerne mal negativ auf das Gesamtbild aus. Da der Film auf Super-8 gedreht wurde, fiel das Bild oft sehr körnig aus. Auch ignorierte Neame hier einige Aspekte eines wissenschaftlichen Beraters vom MIT.

Dementsprechend schnitt Meteor im Verhältnis zu „Die Höllenfahrt der Poseidon“ oder „Die Akte Odessa“ viel schlechter ab. Neame verwirklichte danach nur noch zwei Langfilme und einen Kurzfilm. Technik und Aufmachung hatten ihn überholt. Darum erreicht diese Arbeit auch nur 5 von 10 Punkten.

Nachbearbeitung

Die Basis für die Idee zum Film basiert auf einem Planspiel vom MIT aus dem Jahr 1968, das den Namen „Projekt Ikarus“ trägt. Damals wurde untersucht wie ein Felsbrocken aus dem All abgewehrt werden könnte – das Ergebnis war immer negativ, sodass die Ergebnisse der Studie lange nicht öffentlich präsentiert wurde. In der filmischen Umsetzung genügt es, ausreichend Atomraketen abzuschießen, was beim MIT komplett ausgeschlossen wurde.
Im Film selbst ist der Hype rund um die anstehende Mondlandung nach eingearbeitet. Zu Beginn kann ein Raumschiff, das den Mars untersucht, zum Asteroidengürtel geschickt werden. Unterhaltungen zwischen Erde und diesen Astronauten finden ohne Verzögerung in Bild und Ton statt. Auch die größten Erfolge der NASA um 1979 waren der Start von Sonden und Satelliten, von Exploration im inneren Radius des Systems war kaum mehr die Rede.

Im Bonusmaterial sind zwei Auszüge der ursprünglichen Super-8 Fassung sowie Interviews mit Sean Connery und Natalie Wood sowie Promo Material enthalten. 5 von 10 Punkten für (nach heutigen Standards) wissenschaftliche Schwächen und mäßig interessantes Bonusmaterial.

Musik

Im Mono-Sound wurde so gut wie keine nennenswerte Musik eingearbeitet. Keine Punkte für diese Kategorie.

Filmkritk

Fazit

6 Ergebnis

Auch wenn man in Meteor die etwas unausgegorene Vorlage für Michael Bays Armageddon sehen kann, ist die Lösung einen Haufen Atombomben loszuschicken sicher plausibler als Bays Lösung – wenn auch Wissenschaftler die Atombomben als höheres Risiko erachten als den Felsen selbst. Oder wenn es nicht klappt: ein Haufen radioaktiver Brocken statt nur Brocken. Meteor war in der Endphase des 1970er-Katastrophengenres angesiedelt, was sicht- und spürbar rüberkommt. Obwohl er bis Mitte der 1990er mehrfach im TV wiederholt wurde, konnte der Film nicht einmal die Hälfte seiner Kosten einspielen. Und nach heutigen Maßstäben würde er komplett scheitern. Da hilft es auch nicht einen Bond-Darsteller in den Ring zu schicken. Mit 6 von 10 Punkten ist das Endergebnis genauso passend wie das schmalzige Ende.

Fazit

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  • Nachbearbeitung 0
Tags: ActionfilmScience Fiction
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