James Bond 007 – In tödlicher Mission Filmkritik

James Bond - In tödlicher Mission Szenebild
© 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios

Nach dem abgehobenen “Moonraker” hatte die James Bond Reihe eine Neuausrichtung dringend nötig. Ob das mit “In tödlicher Mission” gelungen ist, erfährt ihr hier.

 

Schauspieler – Roger Moore überzeugt

Zum mittlerweile fünften Mal schlüpft Roger Moore in die Rolle des James Bond, dabei war es zu Beginn der Produktion gar nicht sicher, ob der Brite überhaupt noch einmal die Rolle des James Bond übernimmt. Auf einer Pressekonferenz 1980 zu seinem neuen Film “Die Seewölfe kommen” hatte er nämlich verkündet, die Rolle nicht noch einmal zu spielen, sein ursprünglicher Vertrag war seit “Der Spion der mich liebte” sowieso schon erfüllt. Doch kurz vor Drehbeginn konnte man Moore dann doch noch von einer Rückkehr überzeugen. Damals war er schon rüstige 52 Jahre alt. An Moores Leistung gibt es aber auch hier wieder wirklich nichts zu beanstanden, auch mit dem selben Darsteller gelingt die Rückbesinnung zum Realismus der Serie problemlos.

Julian Glover oder Michael Gothard bleiben in ihren Rollen dagegen leider relativ blass. Auch beim Bondgirl wurde ein wenig Potenzial verschenkt. Die Französin Carole Bouquet hätte nämlich durchaus Talent, ihre kühle Performance will hier aber leider nicht so richtig gefallen, auch fehlt die Chemie zwischen Moore und ihr leider völlig. Die Nebenrolle der Gräfin Lisl von Schlaf wurde übrigens von der australischen Schauspielerin Cassandra Harris übernommen. Ihr damaliger Verlobter und später auch Ehemann war der spätere Bond-Darsteller Pierce Brosnan. Als Begleitung nahm sie ihn auch auf die Premiere mit, auch der ehemalige Bond-Produzent Harry Saltzman war dort auf Einladung von Broccoli persönlich zugegen.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Story – Erfrischend bodenständig

Nach dem technisch verspielten “Moonraker” musste die Reihe einen neuen Weg einschlagen, darin waren sich alle einig. Man setzte nun wieder verstärkt auf Härte und Realismus, zudem solle sich Bond wieder auf seine eigenen Stärken verlassen und nicht mehr so abhängig von technischen Spielereien sein. Diese Meinung vertrat großteils auch Albert R. Broccolis Stiefsohn Michael G. Wilson, der hier erstmalig auch als Co-Drehbuchautor fungierte und überhaupt stark am kreativen Entstehungsprozess des Films beteiligt war. Diese Frischzellen-Kur gelang perfekt, die Neuausrichtung tut dem Film richtig gut, auch wenn die eigentliche Handlung des Films relativ geradlinig und größtenteils überraschungsarm verläuft.

Richtig toll ist hier auch noch die Eröffnungssequenz, die einen überraschend weiten Bogen zu Bonds Vergangenheit und jahrelangem Widersacher Ernst Stavro Blofeld schlägt. Ein netter Fanservice, ursprünglich war die Szene gedacht um einen potentiell neuen James Bond Darsteller einzuführen.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Regie – Gelungen

Die Regie für diesen “kleinen” Neustart traute man erstmals John Glen an, wohl als Ergebnis jahrelanger Verbundenheit mit der Reihe. Schon bei “Im Geheimdienst Ihrer Majestät” übernahm er die Regie des zweiten Kamerateams, zudem entstand unter seiner Regie der obligatorische Vorfilm zu “Der Spion, der mich liebte” sowie zwei Jahre später die Eröffnungssequenz zu “Moonraker”. Glens rauer Stil weiß von Beginn an zu begeistern, auch setzt er wieder vermehrt auf grandiose Stunts und Spannung. Gerade beim Bergsteigen an den Hängen der Metéora-Klöster in Griechenland dürfte dem Zuschauer der Atem stocken.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Filmmusik – Grandios

Einmal mehr überließ John Barry die musikalische Untermalung einem anderen, dieses Mal fiel die Wahl auf Bill Conti, dem wir das bekannte “Rocky” Titelthema verdanken. Sein Stil passt gut zum Film und lässt Barrys Fehlen schnell vergessen. Der Titelsong von Sheena Easton ist zudem sowieso legendär und wurde sogar für einen Oscar nominiert.

Wertung: 5/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Solide

Der Film setzt wie bereits erwähnt auf einen realistischen Ton, ausufernd technische Spielereien wie im Vorgänger sind also Geschichte. Alle Stunts sind echt, das erstaunt auch heute noch. Bei den Dreharbeiten zur rasanten Verfolgungsjagd im Eiskanal kam übrigens ein 23-jähriger Stuntman ums Leben.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Fazit – Roger Moores ernsthaftester Auftritt als Bond

“In tödlicher Mission” vertraute wieder der altbewährten Formel und zeigt eindrucksstark, was mit bodenständiger Action alles möglich ist. Sicher Moores kernigstes Abenteuer.

Manuel Autor