James Bond 007 – Goldfinger Filmkritik

James Bond 007 – Goldfinger Szenebild (1)
© 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Auch nach 55 Jahren gilt “James Bond 007 – Goldfinger” als einer der, wenn nicht sogar der, beste James Bond Film aller Zeiten. Schon damals, 1964, war der Film etwas Besonderes. Zum einen war er einer der ersten Kinofilme für die eine groß angelegte Werbekampagne betrieben wurde. Außerdem ging der Streifen einst als am bisher schnellsten Geld bringende Kinoproduktion in das Guinness-Buch der Rekorde ein. Innerhalb von nur drei Wochen konnten die Produktionskosten schon wieder eingespielt werden. Insgesamt spielte die 3,5 Millionen Produktion gut 125 Millionen US-Dollar ein. Heute wären das satte 957 Millionen Dollar. Hier erfährt ihr, was den Film zum Klassiker macht.

Schauspieler – Besser geht’s nicht
Für die Rolle des Schurken Auric Goldfinger war ursprünglich Orson Welles vorgesehen, wegen zu hoher Gagenforderungen wurde daraus allerdings nichts. Danach wurde der Österreicher Theodore Bikel für diese Rolle gecastet, es kam sogar schon zu Probeaufnahmen. Allerdings konnte Bikel dort nicht so recht überzeugen und so engagierte man den Deutschen Gert Fröbe. Fröbes Darstellung im Film ist dermaßen stark, dass sich alle darauffolgenden Bösewichte an ihm messen mussten. Außerdem gelang ihm wohl eines der besten Filmzitate der ganzen Serie. Fröbes Akzent war übrigens so stark, dass er im englischen Original von Michael Collins synchronisiert werden musste.

Honor Blackman spielte das Bondgirl mit dem heute undenkbaren Namen Pussy (!) Galore. Die gebürtige Britin war die direkte Vorgängerin vom späteren Bondgirl Diana Rigg in der legendären TV-Serie “Mit Schirm, Charme und Melone”. Mit ihren 39 Jahren ist sie bis heute das älteste Bondgirl aller Zeiten. Diesen Rang wird ihr allerdings die 50jährige Monica Bellucci im Bondstreifen “Spectre” abkaufen. Die Rolle der Jill Masterson wurde von Shirley Eaton übernommen. Obwohl sie im Film nur etwa 3 Minuten zu sehen ist, wurde ihr Auftritt legendär. Ihre Filmfigur stirbt, indem ihr Körper mit Gold überzogen wurde. Dieses Bild ging damals durch die Weltpresse und hat heute regelrecht Kultstatus erreicht.

Außerdem darf an dieser Stelle auch der Japaner Harold Sakata als Handlanger Oddjob nicht vergessen werden. Sein messerscharfer Hut ging ebenso in die James Bond Annalen ein. Sakata hatte zuvor übrigens überhaupt keine Schauspielerfahrungen, die Rolle machte ihn allerdings dermaßen bekannt, dass er unter diesem Namen als Wrestler auftrat und Oddjob zu seinem dritten Vornamen machte. Der größte Pluspunkt des Films ist aber sicherlich wieder Sean Connery. Er ist nun endgültig in die Rolle hineingewachsen, er spielt die Rolle fast schon verboten selbstsicher und als richtiger Macho. Allein sein Umgang mit dem weiblichen Geschlecht wäre heute undenkbar.
Wertung: 5/5 Sternen

Story – James Bond rettet die Welt
Der Film basiert auf Ian Flemings insgesamt 7 Roman, der 1959 veröffentlicht wurde. Natürlich dreht sich die Geschichte im Grunde auch hier wieder „nur“ um einen Superschurken mit superfiesen Plänen, doch etwas anderes würde das Publikum in Wahrheit doch auch irritieren. Die Reihe hat hiermit zu seinem Stil gefunden, selbst immer nach dem selben Muster wird es bei Bond nie langweilig.
Erstmalig wird hier außerdem Desmond Llewelyns Rolle zu einem echten Charakter ausgebaut und die Hassliebe zwischen Bond und Q eingeführt.
Wertung: 4/5 Sternen

Regie – Guy Hamilton findet die richtige Formel
Zunächst sollte wie bei den beiden Vorgängern wieder Terence Young Regie führen, allerdings verließ er das Projekt als ihm die Forderung, prozentuell am Einspielergebnis beteiligt zu sein, verwehrt wurde. So verpflichtete man Guy Hamilton, der schon “Dr. No” inszenieren hätte sollen. Hamilton machte aus dem Streifen keinen simplen Spionagestreifen, sondern schlicht pures Entertainment. Wenn Bond mit Taucheranzug und einer Gummiente auf dem Kopf zur Tarnung den nächtlichen Fluten entsteigt, bringt er auch noch Witz ins Spiel. Der Brite findet somit die perfekte Formel für einen Bondstreifen heraus, eine Formel die noch heute prächtig funktioniert.
Wertung: 5/5 Sternen

Filmmusik – Fantastisch und unverkennbar
Die unverkennbare Musik von John Barry kommt auch hier wieder perfekt zum Tragen, der weltberühmte Titelsong von Shirley Bassey schreit zudem förmlich nach Kult und konnte sich schon damals in den Top Ten der Charts platzieren. Noch heute zählt der Song zu den besten der Reihe. Das Album mit der Filmmusik erhielt damals übrigens auch noch die Goldene Schallplatte.
Wertung: 5/5 Sternen

Nachbearbeitung – Meistens handgemacht
Was heute oft am Rechner entsteht, wurde damals noch alles von Hand gemacht. Bei Ken Adams fantastische Kulissen und den genialen Gadgets zum Beispiel spürt man direkt die Liebe zum Detail. Besonders im Gedächtnis bleibt natürlich Bonds neuer Dienstwagen, der legendäre Aston Martin DB 5, bestückt mit Maschinengewehren, Schleudersitz und drehbarem Nummernschild. Heute der Innbegriff eines Bondautos. Die ersten Gehversuche in der herkömmlichen Nachbearbeitung des Films erscheinen aus heutiger Sicht jedoch geradezu abschreckend, wenn etwa Goldfinger gegen Ende aus dem Flugzeug gesogen wird, sollte man besser die Augen schließen. Bei einem Film diesen Alters muss man solche Dinge aber einfach in Kauf nehmen. In Sachen Tonschnitt muss man damals aber auf jeden Fall auch noch etwas richtig gemacht haben, immerhin gab es nämlich dafür noch einen Oscar.
Wertung: 4/5 Sternen

Fazit – Der perfekte Bondstreifen
“James Bond 007 – Goldfinger” hat die Zutaten für den perfekten Bond Film. Eine durchgeknallte Geschichte, ein toller Bösewicht, reichlich Gadgets, Action und nicht zu vergessen Witz. Ach und tolle Landschaftsaufnahmen, unter anderem wurde auf dem in 2429 Meter ü. M. gelegenen Furkapass in der Schweiz gedreht, gibt es auch noch. Ob der Film jetzt auch der beste der gesamten Reihe ist, liegt wohl im Blickwinkel des Betrachters, auf jeden Fall gehört er aber in die Top 3.

Manuel Autor