Filmkritik: James Bond 007 – Octopussy

1983 zeichnete sich ein Duell der Superlative ab. Denn nahezu zeitgleich mit “Octopussy” wurde am “Feuerball” Remake “Sag niemals nie” gearbeitet, mit niemand geringerem als Original-James Bond Sean Connery in der Hauptrolle. Auch wenn dieser Film nicht zur offiziellen Reihe gehört, war der Erfolgsdruck für den mittlerweile 13. offiziellen Bondfilm natürlich ungeahnt hoch. Zunächst war dafür auch der Amerikaner James Brolin für die Hauptrolle vorgesehen, Roger Moore hatte ja schon im Vorfeld seinen Rücktritt erklärt. Die Testaufnahmen mit Brolin überzeugten, doch letztendlich bevorzugte man bei diesem bevorstehenden Duell lieber den bereits etablierten Moore, den man auch tatsächlich noch einmal zu einer Rückkehr bewegen konnte. Die Rechnung ging damals voll auf, denn beide Filme schlugen zwar ein, “Octopussy” lief allerdings noch eine Spur erfolgreicher.

 

Schauspieler – Gut getroffen

Roger Moore spielt routiniert, trotzdem merkt man ihm sein Alter von 56 Jahren langsam an. Die Rolle der titelgebenden Octopussy wurde an Maud Adams vergeben, die somit nach “Der Mann mit dem goldenen Colt” bereits in ihrem zweiten Bond-Film mitspielt. Sie ist somit die einzige Frau, die mehr als einmal die Rolle des Bondgirl ausfüllen durfte.

Aufgrund von Bernard Lees Tod kam die Figur des M im Vorgänger gar nicht vor, hier übernahm nun Robert Brown den Part. Weitere Rollen sind mit Louis Jourdan, Kristina Wayborn sowie Kabir Bedi allesamt ordentlich besetzt.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Story – Exotisch und unterhaltsam

Der gleichnamigen Kurzgeschichte von Ian Fleming wurde wie fast schon üblich lediglich der Titel übernommen, das Drehbuch zum Film verfassten Richard Maibaum und Michael G. Wilson. Diese Story weiß auch durchaus zu unterhalten, letztendlich ist es aber die Exotik einer fremden Welt, von der der Film profitiert. Immerhin ist dies nämlich der bislang einzige Beitrag der Reihe, der zu großen Teilen in Indien spielt.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Regie – John Glen entdeckt den Klamauk, leider

Die Regie übernahm wie im Vorgänger John Glen, allerdings greift dieser hier leider nicht mehr so konsequent und roh durch wie zuvor. Gerade der verstärkte Einsatz von Humor und Klamauk fällt meist unangenehm auf. Hier kann sich Bond oftmals nicht mehr seriös und mit gewohntem Stil aus der Affäre ziehen. Das ist zwar mal was anderes, kommt bei den meisten Fans aber wohl nicht so gut an. Von Bonds Tarzan-Nummer ganz zu schweigen. Aber immerhin vernachlässigt Glen in Sachen Action nichts, denn hierbei steht der Film den Vorgängern in nichts nach.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Filmmusik – Fantastisch

Nachdem er im Vorgänger aussetzte, kehrte hier wieder John Barry zurück um den Soundtrack zu komponieren. Der Film profitiert davon ganz klar, der im typischen 80er Jahre Stil interpretierte Titelsong von Rita Coolidge ist zwar immer noch in Ordnung, kommt heute bei den meisten jedoch nicht mehr so gut weg.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Der Look der alten Tage

Auch “Octopussy” setzt lieber auf handgemachte Stunts als auf aufwendige Spezialeffekte. Sei es der Kampf in mehreren tausend Metern Höhe auf einem Flieger oder das Gerangel auf einem fahrenden Zug, hier wurde alles noch selbst gemacht. Das gibt dem Film einen besonderen Look.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Fazit – Nicht perfekt, aber unterhaltsam

Nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Albernheiten zählt “Octopussy” zu einem der schlechteren Bond Abenteuer, dank extravaganter Stunts und Verfolgungsjagden sowie einem spielfreudigen Roger Moore unterhält der Streifen aber dennoch mühelos. Nicht zu vergessen sind auch noch die exotischen Kulissen, u.a. wurde übrigens auch in Berlin gedreht, etwa am berühmten Checkpoint Charlie, sowie die tollen Gadgets.

Manuel Autor